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Vogelspinnen

Kein Haustier für Arachnophobiker

Aquaristik/Terraristik | Mittwoch, 22. Oktober 2014, FLH

Eigentlich sind sie ja ganz harmlos, doch ihre acht Beine und ihr haariger Körper machen Vogelspinnen zum Albtraum vieler Menschen. Für andere wiederum sind die Tiere faszinierend.

Ein haariger Körper, acht lange, flinke Beine und zwei spitze Beissklauen, die aufblitzen, wenn sich das Tier zum Angriff aufrichtet. Wem bei dieser Beschreibung ein kalter Schauer über den Rücken läuft, könnte zu den geschätzten zehn Prozent der Menschen gehören, die unter Spinnenangst, also Arachnophobie leiden. Wie die meisten modernen Ängste, die uns den Alltag schwer machen, ist auch die Arachnophobie ein Schrecken, der fast ganz unbegründet ist. Selbst die meisten Spinnenphobiker wissen, dass die Tiere, bis auf wenige Ausnahmen, eigentlich ganz harmlos für den Menschen sind. Viele sind sogar trotz ihrer Angst immer noch fasziniert von den Achtbeinern.

Besonders die gewaltigen Vogelspinnen haben es den Menschen angetan. Die Fremdartigkeit und ihr unberechenbares Jagdverhalten lassen Betrachter vor Spinnenterrarien regelmässig innehalten, und schnell feststellen, dass diese Tiere einen ganz eigenen Reiz besitzen. Je mehr man sich mit den Geschöpfen auseinandersetzt, desto mehr werden auch die Ängste ihnen gegenüber abgeschwächt. Besonders Kinder und Jugendliche können durch einen frühen Umgang mit Vogelspinnen eine gesunde Beziehung zu Kleintieren aufbauen.

Futter nicht selber fangen
Dazu kommt, dass die Haltung von Vogelspinnen in Terrarien verhältnismässig einfach ist. «Vogelspinnen müssen nicht sehr oft gefüttert werden», weiss Roland Zobel von der Fördergemeinschaft Leben mit Heimtieren e.V. (FLH). «Je nach Art und Alter der Spinne, reichen ein bis zwei Fütterungen im Monat aus. Ob sie genug gefressen hat, kann man an dem Verhältnis zwischen dem Abdomen, also dem Hinterleib und ihrem Vorderkörper, ablesen. Wenn der hintere Teil gleichgross bis anderthalb Mal so gross wie der vordere ist, ist die Spinne optimal genährt.»

Vogelspinnen sind exzellente Jäger und können im Prinzip alles Lebendige fressen, was ihrer Grössenordnung entspricht. In freier Natur stehen auch schon mal Mäuse und Jungvögel auf ihrem Speiseplan. Im Terrarium sollte sich das Futter allerdings auf proteinreiche Insekten wie Grillen, Heuschrecken und Schaben beschränken. «Bitte nehmen sie für die Fütterung von Heimtieren nie selbstgefangene Tiere, da man nie wissen kann, wo diese vorher waren und was sie gefressen haben. In den Zoofachgeschäften gibt es eine grosse Auswahl an geeigneten und speziell gezüchteten Futtertieren», empfiehlt Zobel.

Vogelspinnen verstecken sich gern
Vogelspinne ist nicht gleich Vogelspinne. Es gibt mehr als neunhundert bekannte Arten, die sich in Grösse, Aussehen und Verhalten unterscheiden. Generell sollte man sich vor dem Kauf genau informieren, welche Spinnenart für einen am besten geeignet ist. Natürlich ist es wichtig, dass einem das Terrarientier äusserlich gefällt, nur sollte man auch über seine Bedürfnisse Bescheid wissen. So ist es wichtig, das Terrarium nach den speziellen Ansprüchen auszuwählen und einzurichten, denn ein Standard Anfänger-Terrarium gibt es nicht.

Bezüglich ihrer Lebensweise werden Vogelspinnen in der Regel in Baumbewohner, Bodenbewohner und Erdbewohner unterteilt. Baumbewohner sind am besten in einem hohen Terrarium untergebracht, wo sie ihr Gespinst zwischen Ästen errichten können. Bodenbewohner brauchen Hohlräume und Röhren um sich zu verstecken und Erdbewohner, deren Ursprung meistens in Afrika oder Asien liegt, graben sich senkrecht ein und bauen ihre Wohnhöhle unterirdisch, sie brauchen also viel Bodengrund. Die empfohlene Minimalgrösse für ein Vogelspinnenterrarium beträgt 30 x 30 x 30 Zentimeter, aber je grösser es ist, desto angenehmer ist es für den Bewohner. Der ideale Standort für ein Terrarium ist stabil, ohne direkte Sonneneinstrahlung und unzugänglich für Haustiere und Kleinkinder.

Welche Anforderungen das gewünschte Tier genau benötigt, lässt sich im Zoofachhandel erfragen. Hier bekommt man auch das nötige Zubehör und die passende Fachliteratur empfohlen. Vorsicht ist geboten bei Angeboten im Internet, man sollte sich niemals ein neues Tier zulegen, das man nicht persönlich in Augenschein genommen hat. Damit keine Wildfänge unterstützt werden, ist es ratsam, beim Heimtierkauf immer Nachzuchten zu bevorzugen.  

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