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Der Frosch als Heimtier

Verzauberte Prinzen im Terrarium

Aquaristik/Terraristik | Mittwoch, 4. Dezember 2013, FLH/mg

Selbst Menschen, die sonst nichts mit Amphibien und Reptilien anfangen können, freuen sich oft, in der Natur einen Frosch zu sehen. Die Tiere gibt es in den vielfältigsten Varianten und lassen sich durchaus auch zu Hause halten.

In Mythen und Legenden wurden dem Frosch immer wieder versteckte Kräfte zugesprochen, vom magischen Froschkönig, bis zu den Kröten, die von Hexen angeblich für ihre düsteren Zaubertränke verwendet worden sind. Auch ist noch heute das Bild des «Wetterfroschs» sehr verbreitet, der in einem kleinen Glas mit einer Leiter sitzt und das Wetter vorhersagt, indem er auf den Sprossen auf und ab klettert.

Für das Wetter im Amphibien-Terrarium ist der Mensch verantwortlich. Frösche atmen und trinken durch ihre halbdurchlässige Haut, deswegen brauchen sie stets frisches Wasser und eine hohe Luftfeuchtigkeit um sich herum. Das kann durch eine automatische Befeuchtungsanlage geschehen oder durch regelmäßiges Benetzen mit der Sprühflasche.

Wer Frösche bei sich als Heimtiere halten möchte, sollte sich vor dem Kauf beim Fachhändler informieren, welche Art für seine Ansprüche geeignet ist und was für Anforderungen diese mit sich bringt. Etwas Platz sollte auch vorhanden sein (was natürlich von der Froschart abhängt) und dann braucht es – wie bei jedem Heimtier – regelmäßige Fürsorge.

Frosch, Kröte, Unke
Frösche, Kröten und Unken gehören zur Ordnung der Froschlurche, es ist also nicht falsch, eine Kröte auch als Frosch zu bezeichnen. Wissenschaftlich werden zwischen diesen drei Familien keine eindeutigen Unterscheidungen gemacht, man kann aber sagen, dass Kröten ein plumperes Äußeres haben, eine warzige Haut und sie eher laufen als springen. Wenn von Unken die Rede ist, dann ist eine kleine krötenähnliche Gattung mit flachen Körper und farbiger Musterung auf der Unterseite gemeint.

 Der gepunktete Baumsteigerfrosch. Bild: FLH

Die Qual der Wahl
Besonders beliebt bei Terrarianern sind die spektakulär leuchtenden Pfeilgiftfrösche (Dendrobatidae). Ihr toxisches Hautsekret, das die Naturvölker der südamerikanischen Regenwälder für ihre Jagdpfeile verwenden, entsteht durch die Nahrung: Dort wo sie zuhause sind, stehen z. B. auch Feuerameisen auf dem Speiseplan. «Nachgezüchtete Tiere, die im Terrarium gefüttert werden, sind genauso harmlos wie Laubfrösche, nur sehen sie eben viel spektakulärer aus.» erklärt Roland Zobel von der Fördergemeinschaft Leben mit Heimtieren e.V. 

Wem die neonfarbenen Pfeilgiftfrösche zu bunt sind, kann sich vielleicht für Waldsteigerfrösche begeistern. Der Juwelenlaubfrosch (Leptopelis vermiculatus) und der gepunktete Waldsteigerfrosch (Leptopelis ulugurensis) stammen beide aus Afrika und sind mit ihren großen dunklen Augen und ihrem freundlichen Gesichtsausdruck echte Favoriten in den Zoofachhandlungen.

 Der Riesenmakifrosch. Foto: FLH

Der Riesen-Makifrosch (Phyllomedusa bicolor) ist mit seinen zwölf Zentimetern wirklich ein Riese unter den Fröschen, was die Anforderungen an sein Terrarium erhöht. Er sollte auch in höheren Gefilden noch genug Möglichkeiten haben, sich niederzulassen und auch die Futterinsekten müssen größer sein, da er sich nicht mit Fruchtfliegen und Larven zufrieden gibt, sondern sich schon lieber dicke Heuschrecken und Schaben schnappt. Makifrösche sind insgesamt anspruchsvoller, weswegen sie auch eher für Menschen geeignet sind, die bereits Erfahrungen mit anderen Terrarientieren gesammelt haben.

Gut vorbereitet in die Welt der Amphibien
Frösche sind empfindlich genau an ihre natürliche Umgebung angepasst. In der Forschung gelten Froschpopulationen als wichtiger Anhaltspunkt für den Zustand von natürlichen Biotopen. Sind die Frösche gesund, kann man davon ausgehen, dass sowohl das Wasser als auch die trockenen Gebiete nicht von Schadstoffen verunreinigt sind. Deshalb ist es unerlässlich, das Terrarium genau an die Ansprüche der jeweiligen Art anzupassen. Das gilt für Boden, Wände, Bepflanzung, Beleuchtung, Temperatur und die richtige Feuchtigkeit. Zoofachhändler können vor Ort beraten und auch die richtigen Handbücher empfehlen.

Vorsicht ist dagegen bei Tierhändlern im Internet geboten, nur anhand von Bildern lässt sich der Gesundheitszustand der Tiere nicht feststellen. Damit die Frösche nicht in ihren natürlichen Lebensräumen gefährdet werden, sollte beim Kauf immer auf Nachzuchten geachtet werden.

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