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Aquaristik

Paradiesischer Garten unter Wasser

Aquaristik/Terraristik | Donnerstag, 28. März 2013, Lars Lepperhoff

Ein Aquarium ist eine kleine Wunderwelt in den eigenen vier Wänden. Nicht nur Tiere, auch Pflanzen tragen zur Entstehung wahrer Unterwasseridyllen bei.

Ein Aquarium kann ganz verschieden gestaltet werden. Artaquarien werden mit bestimmten Fischen und den Wasserpflanzen, die in ihrem Ursprungsgebiet vorkommen, gestaltet. Ich habe aber immer von einem Aquarium geträumt, das einem Paradies gleicht, einem Garten unter Wasser, wo Fische und Pflanzen in Harmonie leben.

Damit viele verschiedenartige Wasserpflanzen gut gedeihen, bedarf es viel Licht und einer CO2-Düngung. Gerade in grossen Aquarien stellt sich nach einigen Monaten ein stabiles, tropisches Süsswassermilieu ein. Aquarien mit vielen verschiedenen Wasserpflanzenarten benötigen einiges an Pflege und Aufmerksamkeit. Sie sind aber auch eine nimmer versiegende Freudenquelle.

Eines meiner Aquarien hat eine Beleuchtung mit LED-Lampen. Ein Zweimeterbecken beleuchte ich mit vier Leuchten à 30 Watt. Das bedeutet gegenüber den früheren HQI-Lampen eine erhebliche Stromeinsparung. Wasserpflanzen benötigen nebst einem nährstoffreichen Boden tagsüber CO2, damit sie gut wachsen. Fische geben CO2 ab und atmen über ihre Kiemen den Sauerstoff, den die Wasserpflanzen tagsüber produzieren. Gerade wenn viele schnell wachsende Pflanzen gepflegt werden, benötigt man zusätzlich eine CO2-Düngung. Im Zoofachhandel sind einfach zu bedienende Systeme vorhanden, die sogar über die Lichtschaltuhr gesteuert werden und in der Nacht ausgeschaltet werden können.

Ein Tropenaquarium sollte täglich während mindestens zehn Stunden anhaltend beleuchtet werden. In den Bodengrund, der aus handelsüblichem Aquarienkies besteht, sollte anfangs ein Wasserpflanzendünger eingebracht werden. Später können gewisse Pflanzen gezielt mit Lehmkugeln gedüngt werden. Eine Eisendüngung erfolgt mittels Flüssigdünger. Die Anlaufzeit ist immer schwierig, doch nach einigen Monaten stellt sich ein Gleichgewicht ein.

Trotz unterschiedlicher Herkunft leben die Fische in Harmonie miteinander
Ich kultiviere verschiedene Echinodorus-Arten. Diese Amazonasschwertpflanzen sind äusserst attraktiv und bilden grosse, teilweise rötliche Blätter aus, je nach Zuchtform. Der Bodengrund im vorderen Bereich ist mit der kleinsten Amazonasschwertpflanze, der Echinodorus tenellus, besiedelt. Doch auch Sagitaria terres sorgt im mittleren Bereich für reichlich grün. Aponogeton crispus bilden mit ihren rötlichen, länglichen Blättern einen schönen Kontrast zu den grünen Hygrophila-Arten. Gerade dieser «Wasserfreund» wächst schnell und muss immer wieder zurückgeschnitten und neu gesteckt werden, denn wir wollen ein Pflanzenaquarium ja als Bild gestalten, sodass sich die Pflanzen von vorne nach hinten aufbauen.

Dazu habe ich mit Moorkienholzwurzeln Terrassen angelegt. Eine einzelne Crinum-Art bildet mit ihren langen, schmalen Blättern einen Blickfang. Ein weiterer Kontrast ist die Seerosenart mit ihren roten Blättern, die immer wieder abgeknipst werden müssen, damit sie den anderen Arten nicht zu viel Licht wegnehmen. Die filigranen Verästelungen der Limnophila aquatica kontrastieren auch hier mit den runden submersen Seerosenblättern.

In einem solchen Aquarium fühlen sich auch Fische wohl. Klar ist, dass ich keine Fische pflege, die wühlen, wie beispielsweise Buntbarsche oder solche, die gar Pflanzen fressen. Es sind friedliche Fische, die keine Territorien bilden und in Harmonie miteinander leben, wenn sie auch aus ganz unterschiedlichen Lebensräumen stammen. So pflege ich fünf Prachtschmerlen teilweise seit mehr als 20 Jahren in diesem Becken nebst Rotstrichalgenfressern, Siamesischen Rüsselbarben, Regenbogenfischen (Melanotaenia affinis), Netzschmerlen, Zwerg- oder Schachbrettschmerlen und zahlreichen Schwertträgern, die sich selber vermehren. So ist mein Traum vom Unterwasserparadies in Erfüllung gegangen. Eine Wohnung ohne Aquarien könnte ich mir gar nicht mehr vorstellen.

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