Tipps
› Zurück

Fische

Seegurken im Aquarium

Aquaristik/Terraristik | Montag, 4. Februar 2013, Oliver Loga

Bestimmte Seegurkenarten eignen sich auch für Meerwasseraquarien. Bei der Haltung sind jedoch wichtige Aspekte zu beachten, sonst können sich die Tiere von einer farbenfrohen Bereicherung in eine giftige Gefahr verwandeln.

Sie bestechen durch ihre optische Vielfalt und bieten oft einen bizarren Anblick. Kein Wunder: Schliesslich bilden Seegurken mit rund 1200 Arten die formenreichste Gruppe der Stachelhäuter, zu denen auch Seesterne und Seeigel gehören. Doch nur wenige von ihnen eignen sich für die Haltung in einem Meerwasseraquarium. «Klein bleibende Seegurken können gut als Wirbellose in entsprechenden Aquarien gepflegt werden», erklärt Hans Gonella von der Fischauffangstation in Embrach ZH. «Sie sollten aber nur mit anderen friedlichen Tieren wie Korallen zusammen gehalten werden.»

Viele Seegurken stossen zur Verteidigung ihre zumeist giftigen, klebrigen Eingeweide aus. Diese bilden sich in wenigen Wochen neu – allerdings nur in freier Wildbahn. Für Fische enden derartige Zwischenfälle mit dem sicheren Tod, weshalb Gonella davon abrät, sie zusammen mit Seegurken zu halten. Doch auch für den Schutz der Stachelhäuter muss gesorgt werden. So sind unbedingt Heizstäbe ausreichend zu sichern, da Seegurken schnell Verbrennungen erleiden können. Einen weiteren Gefahrenherd für die buchstäblich dünnhäutigen Seegurken bilden Strömungspumpen und Filtersaugleitungen. Die Haut der empfindlichen Meerestiere kann durch den Sog schnell einreissen. Ausserdem können innere Organe in das Kreiselradgehäuse der Pumpe geraten, von dort fein zerrieben zurück ins Aquarium gelangen und das Wasser vergiften. Selbst schwache Filterpumpen können eine solche Katastrophe auslösen. Damit es gar nicht erst so weit kommt, stellen genügend grosse Schutzkörbe eine einfache Lösung dar. «Die Öffnungen der Ansaugkörbe dürfen aber nicht zu gross sein. Am besten umwickelt man sie zusätzlich mit einer Gaze», empfiehlt der US-amerikanische Aquaristik-Experte James W. Fatherree.

Riffaquarien eignen sich für die Ernährung von Seegurken am besten
Haben sich Seegurken an ein Aquarium gewöhnt, sind sie wenig krankheitsanfällig. Ihre Ernährung ist jedoch schwierig, weil das käufliche Futter nicht die natürliche Kost ersetzt. Einen Ausweg für dieses Problem versprechen Riffaquarien, weil diese für Wassergüte und starke Beleuchtung stehen. Dadurch sind sie besonders gut für die Produktivität der für die Ernährung von Seegurken wichtigen Mikroalgen. Letztlich gilt, nur so viele Seegurken einsetzen, wie ein Aquarium ernähren kann. «Ein 500-Liter-Riffaquarium, dessen Bodenfläche etwa zu einem Drittel nutzbar ist, sollte nur ein bis zwei Stachelhäuter von 10 bis 15 Zentimeter Länge beherbergen», sagt Fatherree. Obwohl die Haltung von Seegurken sehr viele Vorsichtsmassnahmen und einen hohen Aufwand erfordert, bieten die farbenfrohen Tiere neben ihren optischen Reizen noch einen weiteren Vorzug: Sie haben einen positiven Reinigungseffekt, indem sie die obere Schicht des Bodengrundes durchpflügen. Dadurch wird das Substrat belüftet und unliebsame Algen sowie Cyanobakterien bleiben fern.

Seegurken für das Aquarium
Seegurken sind Meeresbewohner, deren Grösse von einem Millimeter bis zu zwei Meter reicht. Sie kommen im Mittelmeer und der Tiefsee des Pazifiks und des Atlantiks vor. Während in Asien die Innereien von Seegurken als Delikatesse verspeist werden, werden in Europa bestimmte Arten von ihnen in Meerwasseraquarien gehalten. «Besonders empfehlenswert sind die Planktonfresser Gelbe Seegurke (Colochirus quadrangularis), Dreifarbenseegurke (Pseudocolochirus tricolor) und Violette Seegurke (Pseudocolochirus violaceus)», sagt Hans Gonella. «Sandfressende Seewalzenarten sind wegen ihrer Grösse weniger für Heimaquarien geeignet.» Drei grundsätzliche Dinge sind unbedingt zu beachten: Die Wasserqualität muss stimmen; die Wasserparameter sollten auf keinen Fall rasch verändert werden (besser häufige statt grosse Teilwasserwechsel); Seegurken dürfen nicht aus dem Wasser genommen werden.

› Zurück
Kommentar schreiben

Klassische Website anzeigen