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Rekorde aus der Tierwelt

Die Fresssäcke im Tierreich

Rekorde aus der Tierwelt | Dienstag, 21. Mai 2013, Matthias Gräub

Fressen, um zu überleben: Diese Tiere nehmen sich das Motto besonders zu Herzen, sie verschlingen alles, was ihnen in die Quere kommt. Guten Appetit!

«Findet es ein Aas, so frisst es solange, dass ihm der Leib wie eine Trommel strotzt; dann drängt es sich durch zwei nahestehende Bäume, um sich des Unraths zu entledigen, kehrt wieder um und frisst von neuem.»  

Das heisst es über den Vielfrass im allerersten Band von Brehms Tierleben aus dem Jahre 1864. Und tatsächlich ist der Vielfrass ein Aasfresser. Zumindest im Sommer. Im Winter jagt er selber kleine Tiere, doch solche Ausmasse nehmen seine Fressorgien nicht, wie es die Tier-Enzyklopädie vor 150 Jahren suggerierte.  

Der deutsche Name des Vielfrasses entspringt vielmehr einem Missverständnis, einem Übersetzungsfehler: Das Tier war nämlich in Skandinavien unter dem Namen «Fjeldfross» bekannt, was soviel heisst wie «Bergkatze» oder «Felsenkatze». Wie dann aus dem «Fjeldfross» der Vielfrass wurde, liegt auf der Hand.

Der Fressteufel lässt sich keine Zeit
Ein richtiger Vielfrass ist aber der Tasmanische Teufel, und der sieht sogar ganz ähnlich aus wie der fälschlich des Heisshungers Bezichtigte. Der Beutelteufel legt keinen grossen Wert auf Tischmanieren und verschlingt in Windeseile, was ihm vorgesetzt wird. Soviel, dass er kaum mehr gerade gehen kann.  

Bis zu vierzig Prozent seines eigenen Körpergewichtes jagt sich der gefrässige Teufel die Speiseröhre herunter. Und das innerhalb von 30 Minuten. Wollten wir beim Hamburger-Wettessen Paroli bieten, müssten wir in der gleichen Zeit über 200 Hamburger verdrücken. 


Tasmanische Teufel beim Festmahl. Quelle: YouTube/KoffeKvetch

Krillschlucker und Müllschlucker
Der Blauwal frisst keine Hamburger. Er ernährt sich nur von kleinsten Krebsen und muss aufgrund seiner gigantischen Körpermasse auf täglich 3,5 Tonnen Nahrung kommen. Das bedeutet den Tod von etwa vierzig Millionen Krebsen – pro Tag.  

Die Unterwasser-Show wird dem Wal allerdings vom «Müllschlucker der Meere» gestohlen. Der Tigerhai ernährt sich normalerweise von Fischen, Schildkröten und Vögeln, sein Magen scheint aber aus Stahl zu sein. In Tigerhai-Mägen werden nämlich regelmässig auch ganz andere, eher schwer verdauliche Spezialitäten wie Autoreifen, Nägel oder Nummernschilder gefunden.


Der Tigerhai. Bild: Albert Kok/wikimedia.org/CC-BY-SA

Zurück an Land
Gegen Tigerhai und Beutelteufel wirkt die Menükarte von Elefanten geradezu karg. Das grösste Landtier der Erde ist ein strenger Vegetarier und ernährt sich von Gras, Früchten, Zweigen und Baumrinde. Jeden Tag verbringt er etwa 17 Stunden mit fressen und kommt dabei auf 200 Kilogramm Nahrung.

Und auch der Panda, der sich überwiegend von Bambus ernährt, muss täglich bis zu 20 Kilogramm davon herunterschlingen, da auch seine Leibspeise kaum einen Nährwert hat.  

So viel schafft der Hornfrosch nicht, aber beeindruckend ist auch seine Fressleistung. Regelmässig schnappt er sich Beutetiere, die grösser sind als er selber. Nager, Eidechsen, Schlangen und Insekten stehen auf seinem Speiseplan und man kann nie sicher sein, ob sich der Frosch nicht übernimmt.  Es wird nämlich von Fällen berichtet, in denen sich der «Pacman-Frosch», wie er scherzhaft genannt wird, einen so grossen Happen zutraut, dass er sich daran den Magen aufreisst.


Der «Pacman-Frosch» verschlingt eine Maus. Quelle: YouTube/concanchris

Fressen macht schön 
Etwas intelligenter, aber ebenfalls ganz schön gefrässig ist die Titelfigur einer Kindergeschichte: Wer kennt sie nicht, die kleine Raupe Nimmersatt? Die Geschichte ist nicht weit weg von der Wahrheit. Echte Raupen fressen sich zwar nicht durch Äpfel und Birnen, aber dafür umso beeindruckender durch Blätter.    

Innerhalb von zwei Monaten fressen sich Raupen nämlich durch einen Blätterwald, der 1000-mal ihr eigenes Körpergewicht umfasst. All das, um möglichst schnell bereit zur Metamorphose zu sein, denn der Zustand als Raupe ist deutlich gefährlicher als das Leben als Schmetterling.  

Je mehr die Raupe frisst, desto schneller wird sie zum schönen Schmetterling. Wenn das mal bei uns Menschen auch funktionieren würde...


Raupen-Fressattacke in Zeitraffer. Quelle: YouTube/TotallyAmazingVideos

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