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Rekorde aus der Tierwelt

Die giftigsten Tiere

1 Kommentare Rekorde aus der Tierwelt | Mittwoch, 17. April 2013, Matthias Gräub

Giftige Tiere gibt es überall. Sogar in der Schweiz. Aber die hiesigen Giftschleudern entlocken anderen Kreaturen nur ein müdes Lächeln.

Greifzangen sind fies. Wenn ein Käfer in die Falle des Skorpions tappt, gibt es meist kein Entrinnen mehr. In seinem Bau hat er auf leichte Beute gelauert und blitzschnell zugeschnappt, als sich der arme Käfer zu nahe ran wagte.  

Noch fieser als seine Greifzangen ist aber der Giftstachel, den der Skorpion für härtere Fälle in der Hinterhand hat. Etwa für Eidechsen oder kleine Schlangen. Die packt der Skorpion nämlich zwischen seine Zangen und sticht – wenn sie sich wehren – über seinen eigenen Kopf hinweg auf das Opfer ein. Keine Chance für feindliche Kriecher.  

Aber auch so grosse Säugetiere wie der Mensch müssen sich hüten, immerhin sterben jedes Jahr zwischen 1000 und 5000 Menschen durch Skorpionstiche – hauptsächlich in Mexiko.


Guy Haimovitch/wikimedia.org/CC-BY-SA

Auch in der Schweiz gibt’s Giftschlangen
Noch mehr Menschen sterben durch Bisse von Giftschlangen. Während einige Quellen von 20'000 bis 90'000 Todesfälle pro Jahr ausgehen, knacken andere Schätzungen die Hunderttausender-Grenze. Eine Menge toter Menschen, doch muss auch beachtet werden, dass Giftschlangen fast um den ganzen Globus verteilt sind.  

So findet man beispielsweise sogar in den Schweizer Alpen gelegentlich Kreuzottern und Aspisvipern. Die sind aber nicht sonderlich gefährlich, wenn man nicht gerade in eine Grube mit dutzenden Schlangen fällt, die gerade auch noch schlecht gelaunt sind.  

Schon eher gefährlich ist – zumindest theoretisch – der Taipan.  Im Norden Australiens und in Papua-Neuguinea ist er zuhause und lebt dort mit dem Titel «giftigste Schlange der Welt». Das kümmert ihn allerdings kaum, ist er doch sehr schüchtern und zeigt sich höchst selten in Zivilisationsnähe.  

Beisst der Taipan aber doch einmal zu, dann wird’s brenzlig. Sein Biss ist etwa zehnmal so giftig wie derjenige der Königskobra (und die ist schon nicht ganz ohne). Ein Biss des Taipans endet also mit grosser Wahrscheinlichkeit tödlich, zumindest wenn keine sofortige Behandlung erfolgt.


AllenMcC./wikimedia.org/CC-BY-SA

Ab ins Meer – oder besser nicht
Im Norden Australiens ist auch die Würfelqualle zu finden. Genauer gesagt, in allen flachen Küstengewässern tropischer und subtropischer Regionen. Und wer sie findet, sollte sie tunlichst meiden, denn ihre bis zu drei Meter langen Nesselarme beinhalten ein tödliches Gift.  

Die Tentakel der Würfelqualle werden zum Beutefang, aber auch zur Verteidigung gegen Feinde eingesetzt. Der Mensch wäre wohl eher letzteres, aber er kann ganz schnell in die Opferrolle rutschen.  

Eine Berührung mit den Nesselzellen piekst erst mal nicht mehr als ein Mückenstich. Dann aber, nach etwa einer halben Stunde, geht’s los. Rücken-, Bauch- und Brustschmerzen setzen ein, Übelkeit, Erbrechen und – im schlimmsten Fall – Lungenödeme und Hirnblutungen und der Tod. In der Regel klingen die Symptome allerdings rasch ab, gerade einmal zwei Todesfälle wurden in jüngerer Geschichte registriert.


gautsch/Flickr/CC-BY-SA

Nicht nur Apfelsaft kann Bauchweh machen
Ein weiterer giftiger Meeresbewohner ist der Kugelfisch. Als «Fugu» kennen ihn Japaner und andere Feinschmecker als nicht ganz ungefährliche Delikatesse. Wer ihn zubereiten will, muss erst in einem zweijährigen Lehrgang eine Lizenz ergattern. Abschlussprüfung: «Iss deinen selber zubereiteten Kugelfisch». Wer Leber, Haut oder den hochgiftigen Darm des Fisches nicht fein säuberlich entfernt, schwebt schnell einmal selber in Lebensgefahr.


Starseed/wikimedia.org/CC-BY-SA

Apropos Lebensgefahr: Auch Aquarium-Fans leben gelegentlich gefährlich. Die Krustenanemone ist nämlich ein sehr beliebtes Aquarientier. Sie ist hübsch farbig und schwankt schön in der künstlichen Brandung hin und her.  

Doch Obacht. Das dekorative Blumentier ernährt sich von Plankton, das ganz leicht giftig ist. Mit der Zeit sammelt es aber genügend Giftstoffe an, um selber richtig gefährlich zu werden. Mit dem Gift der Krustenanemone wurden früher auf Hawaii die Speerspitzen vergiftet. Das Ritual wurde aber schnell wieder verboten, da die damit Erstochenen offenbar «unmenschliche Qualen» zu erleiden hatten. Anscheinend also noch schlimmer, als einfach erstochen zu werden.  

Fazit: Immer schön Handschuhe anziehen beim Aquariumputz, wenn denn solche Anemonen im heimischen Wohnzimmer-Ozean stehen.


Rtcpenguin/wikimedia.org

«Komm’ mir nicht vors Blasrohr!»
Das Speergift weist den Weg zum giftigsten aller Tiere. Nicht Speere wurden mit seinem Gift getränkt, sondern die Pfeilspitzen der Blasrohrpfeile von Kolumbianischen Indianerstämmen. Wir reden vom Pfeilgiftfrosch.  

Der Schreckliche Pfeilgiftfrosch (ja, der heisst tatsächlich so, in Latein «terribilis») sondert über seine Haut ein Nervengift aus, das Muskeln und Atmung lähmt und innert 20 Minuten zum Tod eines erwachsenen Mannes führen kann.  

Seine knallbunten Farben erinnern uns an ein leckeres Bonbon. Im Tierreich wirken solch penetrante Farben allerdings nicht gerade appetitlich, sondern abschreckend. Er will sagen: «Schau her! Ich bin ungeniessbar». Zu Recht.  

Raubtiere, die ihn trotzdem zwischen die Zähne kriegen, töten den Frosch zwar vermutlich, müssen dann aber erst mal mit einem Gift zurechtkommen, das etwa dreissig mal giftiger ist als dasjenige des Taipan. Sie erinnern sich: Die giftigste Schlange der Welt.

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Kommentare (1)

HelveticT-Rex am 11.09.2017 um 19:08 Uhr
Was kann eine Schlange denn dafür dass sie eine Schlange ist ?
Wenn man Schlangen in ruhe lässt dann lassen sie einen genau so in ruhe. Brenzlig aber wird es wenn man es sich zur Gewohnheit gemacht hat und Freunde daran empfindet Regenwürmer, Schnecken usw , platt zu treten.
Oder allgemein gesagt: Ein Tierquäler macht sich nicht nur die vielen Tierschützer zum Feind sondern vor allem die Tiere selbst.

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