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Rekorde aus dem Tierreich

Wer hat die Längste?

Rekorde aus der Tierwelt | Dienstag, 26. März 2013, Matthias Gräub

Rauh, schleimig, klebrig. Tierzungen sind nicht bei allen Menschen sonderlich beliebt. Zumindest dann nicht, wenn sie einem das Gesicht ablecken. Einige Zungen im Tierreich sind aber ziemlich faszinierend.

Er ist im wahrsten Sinn des Wortes der «Terminator» im Tierreich. Der Ameisenbär frisst täglich um die 30'000 Termiten oder Ameisen. Mit seinen starken Krallen bricht er Löcher in die Bauten der armen Krabbler und dann gibt’s Insektenfondue. Bis zu 160 Mal pro Minute schnellt die Zunge raus und dippt sich in die panische Menge. Zunge einziehen und dann – mit einem Haps – sind die Termiten auch schon im Mund. 


Bild: Ellen/Flickr/CC-BY

Aufgrund seiner rüsselförmigen Schnauze wäre der Insektenkiller kaum in der Lage, sich von anderem zu ernähren, als von Krabbeltieren, dafür beherrscht er aber dieses Metier in Perfektion. Die Zunge des Grossen Ameisenbärs misst übrigens um die 60 Zentimeter, bei einer Körperlänge von etwas mehr als einem Meter.

Ein tödliches Gummiband
Das Chamäleon ist vor allem für seine spektakulären Farbwechsel bekannt. Doch seine Zunge ist ein ebenso eindrückliches Merkmal. Länger als ihr eigener Körper kann sie werden und sie ist eine hochpräzise, tödliche Waffe gegen Insekten. Anders als der Ameisenbär allerdings wählt sich das Chamäleon sein Opfer gezielt aus. Es fixiert es, schleudert seine Zunge wie ein Gummiband auf das völlig überrumpelte Tier, erzeugt einen Sog an der klumpigen Zungenspitze, der das Opfer ansaugt und lässt die Zunge wieder zurück ins Maul schnellen.

 

Ein Chamäleon-Angriff, in Hochgeschwindigkeit gefilmt. Quelle: YouTube/Stephen Deban

Gemeinsame Evolution
Die längste Zunge im Verhältnis zu seiner Körpergrösse hat allerdings eine Fledermaus. Die Anoura fistulata, eine Spezies in der Familie der Blattnasen-Fledermäuse hat eine ganz spezielle Evolution hinter sich: Sie hat sich parallel zu einer Glockenblume in Ecuador entwickelt. Während der Blütenkelch der Blume immer tiefer wurde, musste die Zunge der Fledermaus immer länger werden. Aktuell ist sie anderthalbmal so lang wie der Körper des etwa 6 Zentimeter grossen Tierchens.  

Die Zunge der Anoura fistulata entspringt übrigens zwischen Herz und Brustbein, damit ist die kleine Fledermaus die einzige Spezies im ganzen Tierreich, die ihre Zunge nicht im Mundraum verankert hat.


Die Fledermaus demonstriert im Labortest ihre lange Zunge. Quelle: YouTube/NationalGeographic

Darwins Schmetterling
Ein weiteres schönes Beispiel für die parallele Evolution zwischen Blume und Tier gibt es an Afrikas Küsten zu entdecken. Als Charles Darwin 1862 bei einer seiner Expeditionen eine Orchidee entdeckte, die bis zu 25 Zentimeter tiefe Blüten aufwies, wusste er sogleich: Irgendwo gibt es einen Schmetterling, der diese Blumen bestäubt. Er sollte Recht behalten: 1903 wurde der Xanthophan morgenii entdeckt, ein sechs Zentimeter grosser Nachtfalter mit einem Saugrüssel von 22 Zentimetern Länge. Nein, Zunge ist das keine, aber beeindruckend ist es doch trotzdem.

Der ewige Sieger
Wir haben versprochen, die längste Zunge im Tierreich zu küren. Im absoluten Massstab geht der Titel natürlich wieder einmal an einen alten Spielverderber. Immer wenn es um das grösste, längste oder schwerste irgendetwas geht, heimst er alle Lorbeeren ein, der Blauwal. Seine Zunge ist vier Tonnen schwer und hat Platz genug, um eine ganze Fussballmannschaft daraufzustellen. Aber das ist uns jetzt egal, denn wir mögen nicht, wenn immer der gleiche gewinnt.  

Die Giraffe beispielsweise ist hier viel sympathischer. Wenn ihr nämlich das Auge juckt, nimmt sie kurzerhand ihre über 50 Zentimeter lange Zunge raus und leckt sich damit einmal über die Braue und gut ist. 


Matt Rudge/Flickr/CC-BY

Zu guter Letzt muss nach all den exotischen Langzungentieren doch auch noch etwas Einheimisches gezeigt werden. Die Kuh im Video unten winkt mit ihrer Zunge zum Abschied. 


«Bye-bye!» Quelle: YouTube/Clara Dorfer

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