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Editorial

Das grosse Sterben

Die Zahl ist erschreckend: 105 Schweine-, Ziegen-, Schaf- und Rinderrassen sind laut der Stiftung ProSpecieRara in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten ausgestorben. Das Bremgartner Schwein ist ebenso verschwunden wie das Schwarzenburg-Guggisberg-Schaf, die Rivieraziege und das Ormonter Vieh.

Nun kann man einwenden, dass die Verwendung des Wortes «Rasse» in dem Zusammenhang irreführend sei. Heutige Nutztierrassen unterscheiden sich wohl stärker voneinander als die einstigen lokalen Populationen, die in jedem Tal einen anderen Namen hatten. Deshalb ist es zumindest in einigen Fällen richtiger, von sogenannten Schlägen zu sprechen.

Trotzdem bleibt der Befund niederschmetternd. Denn egal ob Population, Schlag oder Rasse: Wo unterschiedliche Bezeichnungen und Namen waren, gab es auch Unterschiede in Aussehen, Verhalten oder Genetik. Zumal gerade Alpentäler früher viel isolierter waren als heute und Rassen wohl nur selten vermischt wurden.

Im Schwerpunkt dieser Ausgabe ab Seite 10 gehen wir der Aussterbe­welle auf den Schweizer Höfen und Weiden nach. Sie lesen, wann wegen des Leistungsdenkens und der Industrialisierung die Vielfalt auf der Strecke blieb. Und wie die Behörden mit ihren Vorschriften und sogar Ausmerzaktionen dazu beitrugen. 

Sie lesen aber auch, dass nicht alle diese Schläge und Rassen unwiderbringlich verloren sind. Die Rivieraziege ist ein Beispiel dafür: Ihre letzten Vertreter wurden mit jenen anderer Tessiner Ziegen zusammengefasst und sind heute unter dem Rassennamen Capra Grigia bekannt. Ein Teil ihres Erbguts lebt also weiter.

Noch ermutigender, liebe Leserin, lieber Leser, ist die Geschichte der dunklen, langbeinigen Bergschweine. In einem länderübergreifenden Projekt wurden die allerletzten dieser Tiere gerettet. Sie gingen in einer Rasse namens Schwarzes Alpenschwein auf, die vor wenigen Wochen erstmals in die Schweiz importiert werden konnte. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre. 

 Simon Koechlin, Chefredaktor

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