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Editorial

Die Urzeit als Zukunft

Die Zukunftsvisionen der grossen Hollywood-Regisseure beunruhigen mich immer wieder. Düster, grau, überbaut, automatisiert – so wird die Welt von morgen in den meisten Science-Fiction-Filmen dargestellt. Tiere spielen darin kaum je eine Rolle. Wenn doch, dann handelt es sich um Roboter. Oder um Dinosaurier. Denn paradoxerweise ist die zweite Variante der hollywoodschen Zukunftsdeutung die Rekonstruktion längst vergangener Zeiten. «Jurassic Park» hat es vorgemacht. Der Mensch lebt nicht länger nur in der Gegenwart, sondern auch in der Vergangenheit, wenn er will. In einem Park voller Dinosaurier.

Nun steckt in einem guten Zukunftsroman oder Science-Fiction-Film stets ein Körnchen Wahrheit. «Jurassic Park» ist ein guter Film. Er hat vorweggenommen, woran heute Wissenschaftler auf der ganzen Welt arbeiten: die Wiedergeburt von Tierarten, die eigentlich längst ausgestorben sind.

Im Schwerpunkt dieser Ausgabe ab Seite 10 nehmen wir uns dieses Themas an. Da gibt es die Genetiker, die in Labors Stück für Stück das Erbgut des Mammuts zusammensetzen. Oder die Klonforscher, die dabei sind, aus konservierten Zellen eines verschwundenen Fröschchens lebensfähige Eier zu machen.

Wieder andere versuchen ohne Gentechnik, sondern mit züchterischer Arbeit, Rassen oder Arten zu erschaffen, die ausgestorbenen Tieren ähneln. Auf Seite 16 etwa berichten wir, wie ein Netzwerk mit Sitz in St. Gallen mit einer solchen Rückzüchtung einer ausgestorbenen Hühnerrasse sehr nahegekommen ist.

Auch beim Heckrind auf der Titelseite, liebe Leserin, lieber Leser, handelt es sich um eine solche Rückzüchtung. Es ist das Ergebnis des Versuches, den ausgestorbenen Auerochsen zum Leben zu erwecken. Darüber, wie sinnvoll solche Wiederbelebungsversuche sind, darf man sich natürlich streiten. Ich bin gespannt auf Ihre Meinung und wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

 Simon Koechlin, Chefredaktor

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Sonja Tschudin unterstützt mit ihrem Kleinunternehmen «tierisch anders» Vierbeiner mit Handicap. Sie vermietetRollstühle für Katzen und Hunde. Profit macht sie damit keinen – doch der schönste Lohn ist für sie sowieso ein ganz anderer.

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Mit einem Fotoband und einer Ausstellung in Freiburg rückt der Fotograf Michel Roggo verborgene Lebensräume in den Fokus: die Landschaften im Süsswasser rund um den Globus.

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