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Editorial

Finger ab? Finger neu

In meiner Jugendzeit kannten jeder Bub und jedes Mädchen den Struwwelpeter. Die Eltern setzten dieses Bilderbuch ihren Kindern vor, um sie vor renitentem, unvorsichtigem Verhalten zu warnen. Der Struwwelpeter weigert sich, Fingernägel und Haare zu schneiden, darum schimpft ihn jedermann «garstig».

Drastischer sind die Konsequenzen, die ein anderer Protagonist des Büchleins, Konrad der Daumenlutscher, tragen muss. Obwohl es ihm die Mama verboten hat, lutscht er stets an seinem Daumen. Schliesslich kommt der Schneider mit einer riesengrossen Schere und schneidet dem armen Buben beide Daumen ab.

Seit damals haben sich die pädagogischen Ansätze gewandelt. Auch wenn Heinrich Hoffmann, der Verfasser, bestimmt nicht vorhatte, Kinder zu quälen, sondern auf Humor setzte: Heute könnte sich ein Kinderbuchautor kaum mehr solch drastische Szenen erlauben, wie sie im Struwwelpeter vorkommen.

Denn etwas anderes hat sich nicht geändert: Ist der Finger einmal ab, ist er weg. Gliedmassen wachsen bei uns Menschen nicht nach. Dass wir von solchen Heilprozessen bloss träumen können, heisst allerdings nicht, dass es sie nicht gibt. Manche Tiere besitzen die Fähigkeit, sich Finger, Zehen oder Organe nachwachsen zu lassen.

Diesen Wunderwesen widmen wir den Schwerpunkt dieser Ausgabe ab Seite 10: Dass einer Eidechse oder Blindschleiche – zumindest bis zu einem bestimmten Grad – der Schwanz nachwächst, ist sicher vielen von Ihnen bekannt, liebe Leserinnen, liebe Leser. Aber kennen Sie auch die Tricks von Axolotl, Winkerkrabbe, Zebrabärbling und Nacktmull?

Körpereigene Heilprozesse sind das eine, Medikamente das andere. Tiere kennen weder Arzt noch Apotheker, aber viele von ihnen wissen sich selbst zu helfen: Schimpansen, Vögel und sogar Raupen therapieren sich zuweilen mit Heilpflanzen. Wie sie das tun, beginnen wir Menschen erst gerade zu verstehen. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!

 

 Simon Koechlin, Chefredaktor

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