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Editorial

Alles fremde Fötzel?

Manchmal, wenn ich durch den Wald spaziere oder jogge, halte ich kurz an, um am Wegrand ein paar Pflanzen auszureissen. Und gehe dann zufrieden weiter, in der Meinung, eine gute Tat vollbracht zu haben. Denn die Pflanzen, denen ich an den Kragen gehe, blühen zwar wunderbar rosa – aber es sind fremde Fötzel. 

Das Drüsige Springkraut, so heisst der Fremdling, gilt als Bedrohung für heimische Gewächse. Es wurde einst vom Indischen Subkontinent nach Europa eingeschleppt und verbreitet sich hier rasant. Der Bund führt es deshalb auf seiner Schwarzen Liste jener eingeschleppten Arten, deren Verbreitung verhindert werden soll. 

Solche invasiven Arten, das ist unbestritten, können eine Gefahr sein für ganze Ökosysteme. Allerdings hat der Mensch im Umgang mit ihnen – wie bei anderen Dingen auch – die Tendenz zur Vereinfachung und zur Schwarz-Weiss-Malerei. Pflanzen und Tiere gelten oft bloss schon als schlecht, weil sie nicht von hier stammen.

Dabei, das zeigt der Schwerpunkt dieser Ausgabe ab Seite 10, gibt es eine enorme Anzahl fremdländischer Tiere und Pflanzen, von denen (höchstwahrscheinlich) keine Gefahr ausgeht. Nur gerade 107 von über 800 gebietsfremden Tieren, Pflanzen und Pilzen in der Schweiz werden als problematisch eingestuft.

Wie sollen wir mit dem Rest umgehen? Vorsichtig sein, sagt der Bund. Denn über die Gründe, weshalb manche eingeschleppte Arten Schäden verursachen und andere nicht, ist nur wenig
bekannt. Eine Art kann auch jahrelang «friedlich» bei uns leben, sich dann aber enorm auszubreiten beginnen.

Trotzdem raten manche Biologen zu etwas mehr Gelassenheit im Umgang mit den Fremdlingen. Und ein Tierschutz-Rechtsanwalt wirft ethische Fragen auf, die sich stellen. Denn Pflanzen wie das Drüsige Springkraut ausreissen ist das eine: Aber darf man eine Mandarinente, wie Sie sie auf dem Titelbild sehen, abschiessen – bloss weil sie nicht aus der Schweiz stammt?

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

 Simon Koechlin, Chefredaktor

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