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Editorial

Auf unsicherem Terrain

Kürzlich habe ich in meinem Garten eine Weide gepflanzt. Als ich mich daranmachte, das dazu nötige, bescheidene Loch auszuheben, kam ich ganz schön ins Schwitzen. Mit jedem Spatenstich stiess ich auf Stein. Kleinere und grössere Brocken – und viele Bruchstücke von Backsteinen.

Ich vermute, dass es sich um Überreste eines früheren Gebäudes handelt. Als neu gebaut wurde, wollten sich die Bauherren vielleicht den Entsorgungsweg für das Abbruchmaterial sparen und deponierten es einfach im Garten: Aus den Augen, aus dem Sinn.

Das Beispiel passt dazu, wie der Mensch mit der wohl meistunterschätzten Ressource auf unserem Planeten umgeht: dem Boden. Für die meisten von uns bedeuten Böden nichts weiter als der Untergrund, auf dem wir uns Tag für Tag bewegen. Am besten sind dafür der Dreck und der Lehm mit einer Teerschicht überzogen.

Der Boden ist aber unsere Lebensgrundlage. Auf ihm wächst unser täglich Brot heran. Er hält die Nährstoffe bereit, von denen Gemüse, Getreide, Gräser und letztlich auch Hühner, Schafe oder Kühe zehren. Und quasi nebenbei filtert er Trinkwasser, wirkt als Puffer gegen Hochwasser und liefert Rohstoffe wie Kies oder Eisen.

Im Schwerpunkt dieser Ausgabe spüren wir dem komplexen System Boden nach. Ab Seite 10 lesen Sie, wie Bodenspezialisten diese wertvolle Ressource schützen wollen, welche Auswirkungen unterschiedliche Bodenbearbeitungen in der Landwirtschaft haben und was für Tiere im Untergrund leben.

Alles in allem, liebe Leserin, lieber Leser, habe ich bei den Recherchen zum Thema das Gefühl bekommen, dass wir uns buchstäblich auf unsicherem Terrain bewegen. Nicht nur, dass wir Menschen dem Boden zusetzen, indem wir ihn überbauen, überdüngen oder sonstwie überstrapazieren. Es gibt auch kaum Daten dazu, welche Böden besonders erhaltenswert wären. Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre – und eine bodenständige Woche!

 Simon Koechlin, Chefredaktor

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