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Editorial

Erdichtet und erlogen

Um kaum ein Tier ranken sich derart viele Legenden und Mythen wie um die Fledermäuse. Unglücksboten seien sie, Gefährten des Teufels, blutrünstige Geschöpfe der Nacht. Das alles ist natürlich Humbug, auch wenn es in Mittel- und Südamerika drei Fledermausarten gibt, die sich vom Blut anderer Tiere ernähren.

Verantwortlich für die Mythen und für die verbreiteten Ängste vor Fledermäusen ist wohl das Unwissen um die Tiere, das noch heute gross ist in der Gesellschaft. Eine Fledermaus lässt sich halt nicht so einfach beobachten wie eine Amsel, ein Igel oder ein Eichhörnchen – meist sehen wir nur ihre Umrisse, wenn sie blitzschnell am Nachthimmel herumkurven.

Zum allgemeinen Unwissen tragen auch Besonderheiten in der Lebensweise der Fledermäuse bei. Kürzlich las ich in einer Zeitung den Anfang eines Artikels, in dem der Autor beschrieb, wie es passieren könne, dass man auf dem Gartensitzplatz eine verletzte Fledermaus finde. Er schrieb: «Plötzlich flattern Schatten vorbei, einer davon prallt gegen eine Fensterscheibe und fällt vom Himmel. Eine Fledermaus, offensichtlich verletzt vom Aufprall.» 

Das klingt plausibel, ist aber erlogen: Fledermäuse fliegen nicht in Scheiben. Sie orientieren sich eben nicht mit den Augen, sondern mittels Echoortung. Sie stossen andauernd Töne aus und nehmen das Echo wahr, das feste Strukturen zurückwerfen. Eine Fensterscheibe ist so nicht schwerer zu erkennen als eine Hausmauer.

Im Fokusthema dieser Ausgabe lesen Sie, liebe Leserin, lieber Leser, eine Unmenge an Fakten über unsere heimischen Fledermäuse. Zum Beispiel, welches die wahren Hindernisse für die begnadeten Flieger sind, wie verletzte und geschwächte Tiere in spezialisierten Stationen aufgepäppelt werden und weshalb energetische Sanierungen von Häusern für Fledermäuse eine Bedrohung darstellen. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.

Simon Koechlin, Chefredaktor

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