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Editorial

Hydra will nicht sterben

Als Daniel Martínez einige stecknadelkopfgrosse Süsswasserpolypen als Haustiere bei sich aufnahm, wollte er eigentlich beweisen, dass jedes Tier altert. Denn unsterblich, da war der US-amerikanische Biologe überzeugt, kann niemand sein – mit Ausnahme vielleicht von Bakterien, die sich bis in alle Unendlichkeit teilen.

Die Hydra, wie Martínez’ Süsswasserpolypen im Fachjargon heissen, hatten aber den Ruf der Unsterblichkeit. Diesen Nimbus wollte der Forscher mit seinem Experiment zerschlagen. Er legte die Polypen, die er aus einem New Yorker See gefischt hatte, zu Hause in Petrischalen und beschloss zu warten, bis sie starben.  

Das Experiment entwickelte sich allerdings etwas anders, als Martínez es sich ausgemalt hatte. Die Polypen begannen Babys zu bekommen, aber sonst passierte nichts mit ihnen: Die Jahre vergingen und noch immer schwammen sie – kleinen Bäumchen ähnelnd – im Wasser herum, wie wenn nichts geschehen wäre.

Nachdem die wunderlichen Tierchen acht Jahre lang bei ihm überlebt hatten und er erforscht hatte, wie sie sich ständig erneuern können, schrieb Martínez einen Fachartikel über sein Experiment. Und gab zu Protokoll, er glaube inzwischen, dass ein einzelner Süsswasserpolyp unter den richtigen Bedingungen ewig leben könne. 

Ob das stimmt, liebe Leserin, lieber Leser, wird niemand jemals nachweisen können. Doch klar ist: Die kleine Hydra ist eines der grössten Langlebigkeitswunder im Tierreich. Allerdings nicht das einzige: Inzwischen haben Wissenschaftler eine Handvoll Tiere gefunden, die keine Altersbeschwerden zu entwickeln scheinen.

Wie Sie in unserem Fokus ab Seite 10 nachlesen können, heisst das nicht, dass solche Tiere niemals sterben. Aber es bedeutet, dass wir von Hydra und Co. vielleicht Dinge lernen können, die uns Menschen in ferner Zukunft (noch) länger leben lassen. Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre.

 Simon Koechlin, Chefredaktor

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