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Wappentiere

Die USA und ihre Staatstiere

Wappentiere | Donnerstag, 29. Januar 2015 06:00, Matthias Gräub

Der Weisskopfseeadler ist das Wappentier der Vereinigten Staaten. Doch den einzelnen Bundesstaaten reicht das nicht aus: Jeder unter ihnen hat sich seine eigenen, offiziellen Staatstiere ausgesucht. Teilweise mehr als ein Dutzend davon.

Da prangt er also, der «Bald Eagle», der Weisskopfseeadler, eines der beliebtesten Wappentiere und Symbol für Unsterblichkeit, Mut, Weitblick und Kraft. Er ist der zweitgrösste Greifvogel Nordamerikas, nach dem Kalifornischen Kondor und kommt fast ausschliesslich in den USA vor. Einzig in Kanada und dem Norden Mexikos ist er noch zu finden.

Mit grimmigem Blick schaut der Adler von der Vorderseite des Grossen Siegels der Vereinigten Staaten. Auf seinem Leib prangt ein Schild mit den rot-weissen Streifen der 13 ehemaligen Kolonien, die sich 1776 von ihrem Mutterland, Grossbritannien, lossagten. Über dem Adlerkopf sind ebenfalls 13 Sterne zu sehen, im Sechseck angeordnet.

Doch noch nicht genug der «13-Symbolik»: In seinen Krallen hält der Adler einen Olivenzweig mit 13 Blättern und ein Pfeilbündel, richtig geraten, mit 13 Pfeilen. Ölzweig und Pfeile sind Symbole für Frieden und Krieg. Im Schnabel des Adlers flattert eine Banderole mit der Beschriftung «E pluribus unum», Aus vielen eines. 13 Buchstaben. Der Zusammenhalt der Vereinigten Staaten – ehemals Kolonien – steht ganz klar im Vordergrund auf dem 1782 eingeführten Siegel.

Ein Adler ist nicht genug
Aber so einfach geht das mit dem «aus vielen eines» nicht. Denn die 50 Bundesstaaten, aus denen die USA heute bestehen, haben aus einem – dem Adler – wieder viele gemacht. Viele Tiere, die offiziell zu Staatstieren gemacht wurden. Jeder Staat hat mindestens einen Staatsvogel, ein Staats-Säugetier, ein Staats-Insekt und vieles mehr. Einige Staaten schreiben sich sogar eigene Hunde- und Katzenrassen oder Krebse und Muscheln zu.

Wir haben uns einige der beliebtesten und kuriosesten Staatstiere ausgesucht und beginnen unseren Roadtrip bei den Verwandten des Nationaltiers, bei den Vögeln. Die beliebtesten Wappenvögel der Amerikaner sind der Rotkardinal mit seiner hübschen Haube (Bild unten) sowie der Westliche Lerchenstärling mit seinem gelben Bauch. Sie sind die offiziellen Staatsvögel von sieben beziehungsweise sechs Bundesstaaten.

Anders als Wappentiere sind die meisten unter ihnen nicht auf den offiziellen Flaggen und Siegeln der jeweiligen Staaten verewigt. Vielmehr dienen sie, ähnlich wie hierzulande die Auszeichnungen zum «Tier des Jahres», «Vogel des Jahres», «Fisch des Jahres» und so weiter, dem Schutz der betreffenden Tiere und deren Lebensraum.


Der Rotkardinal ist Staatsvogel in Illinois, Indiana, Kentucky, North Carolina, Ohio, Virginia und West Virginia.                  Bild: Dick Daniels/carolinabirds.org/CC-BY-SA 

Es sind schöne Vögel, echte Blickfänge, mit denen sich die Bevölkerung bestimmt anfreunden kann, aber richtig einzigartig sind sie, angesichts der Anzahl Staaten, die sie verwenden, nicht. Einzigartiger ist da etwa das Rhode Island Red, ein Huhn als Staatsvogel des namensgebenden Bundesstaates. Oder das Kragenhuhn (Pennsylvania) und die Hawaiigans (wo wohl?).

Der Pelikan ist nicht nur der offizielle Staatsvogel von Louisiana, er ist sogar das Wappentier des Staates. Auf der Flagge (Bild unten) befindet sich eine Pelikanmutter im Nest, die ihre drei Jungen füttert. Mit ihrem Blut. Eine frühchristliche Darstellung, die immer wieder auftaucht und den Opfertod von Jesus Christus symbolisiert. Die Pelikanmutter reisst sich mit ihrem eigenen Schnabel die Brust auf und füttert ihren Nachwuchs mit dem daraus quellenden Blut. 

In der Natur ist dieses Verhalten natürlich nicht zu finden. Allerdings holen sich die Jungen ihr Futter aus dem Kehlsack der Eltern, der sich während der Brutzeit rot färbt. Dies hat vermutlich den Eindruck erweckt, dass sich die Jungvögel am Brustfleisch der Mutter ernähren.


Das Wappen von Louisiana mit Pelikanen.

Neben den Staatsvögeln hat auch jeder US-Bundesstaat seine offiziellen repräsentativen Säugetiere. Teilweise sogar mehrere. Alaska zum Beispiel bezeichnet den Elch als Staats-Landsäuger, den Grönlandwal als Staats-Meeressäuger und den Alaskan Malamut als Staatshund.

Sehr beliebt ist der Weisswedelhirsch, der gleich elf Staaten repräsentiert. Aber auch kleinere Gesellen kommen zu Ehren. Der Biber ist Staatssäuger von New York und Oregon, der Dachs von Wisconsin, das Gürteltier von Texas und das in Europa gehasste Grauhörnchen von Kentucky und North Carolina.

Besondere Ehre kommt den Staatstieren von Kalifornien und Wyoming zuteil: Der Grizzlybär respektive der Bison prangen auf den Flaggen der jeweiligen Bundesstaaten. Kalifornien wird oft sogar «Bear Flag Republic» genannt, Wyoming «Buffalo State».


Auf Wyomings Flagge prangt der «Buffalo», der Bison.

Neben den Vögeln und Säugetieren haben viele US-Staaten noch eine ganze Palette von weiteren Staatstieren. Eine kleine Auswahl der kuriosesten Exemplare:

  • Die Krötenechse ist das Staats-Reptil von Wyoming.
  • Der Tigersalamander ist die Staats-Amphibie von Kansas
  • Auch Colorado setzt auf ihn statt auf die weltweit bekannte Colorado-Kröte, die beim Ablecken für LSD-ähnliche Drogenräusche sorgt.
  • Louisiana, Maryland und Oregon haben allesamt ein offizielles Staats-Krebstier.
  • Der Staatsfisch von Kalifornien heisst Garibaldi.
  • Derjenige von Idaho heisst übersetzt «Halsabschneider-Forelle».
  • Das Glühwürmchen ist das Staats-Insekt von Pennsylvania.
  • Der Monarchfalter ist es in sieben Staaten.
  • Oklahoma, Texas und Virginia haben eine Staats-Fledermaus
  • Die Deutsche Dogge ist der Staatshund von Pennsylvania.
  • Sieben Bundesstaaten haben einen Staats-Dinosaurier.
  • Zusätzlich hat der District of Columbia einen: den «Capitalsaurus».
  • Texas hat 14 offizielle Staatstiere.
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