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Trickfilmfestival Fantoche '19

Wie die Drachen fliegen lernten

Unterhaltung | Donnerstag, 12. September 2019 08:00, Leo Niessner

Wie zähmt und animiert man Drachen? Davon erzählte der Schweizer Animator Simon Otto letzte Woche im Rahmen des «Making ofs» von «How to Train Your Dragon – The Hidden World». 

Spätestens, wenn der kleine schwarze Drache mit mit den Augen rollt und und hilflos um seine Angebete herumtapst, hat man ihn ins Herz geschlossen: Onetooth («Ohnezahn») ist einer der Publikumslieblinge im dritten Teil der der erfolgreichen Dreamworks-Serie «How to Train Your Dragon» («Drachenzähmen leicht gemacht»).

Dass Onetooth, aber auch die anderen Drachen so berühren, verdanken sie nicht zuletzt dem Umstand, dass sich die Animatoren unter anderem von Haustieren inspirieren liessen: Die Fabelwesen schlecken sich wie Katzen, tollen herum wie Hunde. Und zwischendurch drücken andere tierische Wesenszüge durch, etwa diejenigen von Trüffelschweinen oder von Blatthornkäfern. 

Gewollte tierische Charakterzüge 
Dass diese Vergleiche gewollt sind, zeigte Otto Simon am «Making of» letzte Woche am Trickfilmfestival Fantoche in Baden. In den letzten mehr als 20 Jahren hat der Schweizer für das amerikanische Animations-Studio Dreamworks an «How to Train Your Dragon» gearbeitet: als Chefanimator der Charaktere und Story-Artist für die drei erschienenen Episoden. Von dieser Arbeit erzählte er im Rahmen von Fantoche – und outete sich danach im Interview mit «Tierwelt Online» als Katzenfan. Im Podcast verrät er, welche Rolle die Beobachtung seiner Haustiere, aber auch anderer Arten für den Film spielt. 

 

Bevor Otto mit dem Zeichnen der Drachen sowie mit dem Gestalten der Szenen beginnen konnte, mussten die Tierbeobachtungen umgesetzt werden. Zahlreiche Zeichner halfen ihm, die Fabelwesen für den Film zu gestalten. Jeder Mensch im Film habe seinen eigenen Drachen erhalten. Es habe Vorgaben der Produzenten gegeben, die sein Team umsetzen musste.

«The Hidden World» packt aber auch mit seiner Handlung. «Wir haben uns überlegt, dass die Menschen im Film überall leben können, wo sie wollen», verriet der Animator. Dabei sei man auf die Idee gekommen, im Film einen Ort zu schaffen, an dem sie nicht von bösen Menschen verfolgt werden. «Wir sagten uns, das könnte der Himmel sein, in den sie hineinfliegen».

Das Paradies liegt unter dem Meer
Im Film allerdings entdecken die Drachen den Eingang zu einer geheimen unterirdischen Welt unter dem Meer: ein Ort, an dem Lava fliesst, über dem eigenartige Düfte liegen und in dem seltsame Pilze wachen. Oder, um es mit den Worten Ottos zu sagen: «Ein Ort, an dem Menschen nicht leben wollen, der aber ein Paradies für die Drachen ist».   

 

Bis aus den Ideen und Studien am Ende ein kunstvoller und aufwändiger Animationsfilm wie «The Hidden World» entsteht, sind viele Arbeitsschritte notwendig. Neben den Zeichnern ist aus dem Prozess auch der Einsatz von Computern aus der Animationsarbeit nicht mehr wegzudenken. In welcher Form dies geschieht und in welcher Form Tierbeobachtungen in die Haupt-Charaktere, die Drachen eingeflossen sind, zeigt dieser Video-Ausschnitt des «Making ofs»:    

Und so sieht das Resultat aus, das Anfang des Jahres im Kino gezeigt wurde (Trailer): 

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