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Trickfilmfestival Fantoche '19

Tiere sind die Gewinner

Unterhaltung | Montag, 9. September 2019 09:00, Leo Niessner

Sitzleder war gefragt: 26'000 registrierte Eintritte zählte das Fantoche-Trickfilmfestival in Baden, das gestern zu Ende gegangen ist. Unter den Gewinner-Filmen befinden sich einige mit Tieren.

An die 17. Ausgabe des Fantoche-Festivals wird sich Marjolaine Perreten wohl noch lange erinnern. Ihr Animationsfilm «Le dernier jour d'automne», den «Tierwelt online» letzte Woche vorstellte, wurde mit dem Schweizer Publikumspreis ausgezeichnet. Gleichzeitig erhielt er die begehrte Ehrung «Special Mention». 

Wer das zweite Schweizer Wettbewerbsprogramm bei Fantoche gesehen hat, in dem die siebeneinhalbminütige Zeichenanimation gezeigt wurde, wird sich über den Erfolg nicht wundern: Der Applaus im Kinosaal war nach dem Screening enthusiastisch. 

Die Geschichte, die an einem wunderschönen letzten Herbsttag im Wald spielt, berührt und regt zum Schmunzeln an. Die Tiere im Wald liefern sich in ihm ein kleines Rad- und Rollerrennen. Jedes von ihnen hat mit anderen Hindernissen zu kämpfen. Doch alle müssen sich beeilen, denn der Winter kommt näher und näher. Der Film ist poetisch und Perreten hat den Tieren in ihren Zeichnungen liebevolle Züge verliehen. Ergreifend ist auch, dass sie einander helfen, wenn jemand nicht mehr mithalten mag.

 

Kinder prämieren Tierfilme 
Dass man Kinder mit Tierfilmen besonders begeistern kann, ist ein offenes Geheimnis. Auch sie dürfen bei Fantoche jeweils abstimmen und einen Publikumspreis vergeben. Er geht dieses Jahr an einen Kurzfilm mit einem Dickhäuter in der Hauptrolle. «Elefant» von Julia Ocker aus Deutschland zeigt, dass man nicht mal in der Steppe allein ist. Dabei will der Elefant doch nur seine Ruhe haben. Aber sein doofer Rüssel hört nicht auf zu singen. Kommt hinzu, dass der Elefant permanent das Gefühl hat, das Körperteil mache sich irgendwie über ihn lustig. Das muss aufhören. Also will er dafür sorgen, dass der Rüssel endlich still ist. Dafür ist ihm jedes Mittel recht.

Gute und schlechte Laune – beides trägt man mitunter in sich. Und beides ist völlig in Ordnung. Das will Ocker in ihrem vierminütigen Kurzanimationsfilm zeigen, der im Rahmen der KIKA-Reihe «Animanimals» entstanden ist. Im Ankündigungstext war zu lesen: «Durch die liebevoll gestaltete Figur des Elefanten können sich auch jüngste Zuschauer direkt in die dargestellte Situation einfinden und die Gefühlswelt des liebenswerten Dickhäuters nachvollziehen.» Dass diese Rechnung aufgegangen ist, zeigt sich in der Verleihung des Publikumspreises.

 

Wenn sich ein Vogel und ein Wal treffen
Von einem Vogel und einem Wal erzählt indes der Gewinnerfilm in der Kategorie «Kids»: Die Jury hat «The Bird and the Whale» von Carol Freeman eine Auszeichnung verliehen. Kunstvoll mit Farbe auf Glas gemalt, geht der Trickfilm der Frage nach, ob die beiden einander helfen können.

 

Publikumspreis für einen Bären
Freuen darf sich auch die belgische Animationsfilmerin Lia Bertels: Ihr 13-minütiger Zeichenanimationsfilm «Sweet Night» hat bei Fantoche den Publikumspreis des internationalen Wettbewerbs erhalten. Der Film spielt im Winter im Himalaya. Dort bereitet sich ein Bär auf den Winterschlaf vor, doch er kann nicht einschlafen. Das Gedankenkarussell will einfach nicht aufhören sich zu drehen. Ein weisser Affe lädt den trübsinnigen Bären zu einem Happen Honig bei seiner Tante ein. Vielleicht ist es ja doch noch zu früh für den Winterschlaf?

 

 

Übersicht über alle Siegerfilme: www.fantoche.ch

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