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«Mia und der weise Löwe»

Ein weisser Löwe als Botschafter

1 Kommentare Unterhaltung | Donnerstag, 24. Januar 2019, Oliver Loga

Das Familienabenteuer «Mia und der weisse Löwe» handelt von einer Freundschaft, die unter die Haut geht. Der Film bietet jedoch nicht nur feinste Popcorn-Unterhaltung, sondern sensibilisiert die Zuschauer für das traurige Schicksal vieler Löwen Südafrikas. 

Der Trailer zu «Mia und der weisse Löwe».

Endlose Savanne, ein herrlich funkelnder Sternenhimmel und Wildtiere, die Europäer sonst nur aus dem Fernsehen oder Zoos kennen: Südafrika bietet eine Kulisse wie aus dem Bilderbuch. Doch das interessiert die elfjährige Mia herzlich wenig. Sie vermisst London, wo ihre Wurzeln und Freunde sind. Erst als auf der Farm ihrer ausgewanderten Eltern das weisse Löwenbaby Charlie geboren wird, findet sie einen Anker in der für sie so fremden Welt. Das seltene Raubtier soll zur Touristenattraktion und damit zur wichtigsten Einnahmequelle der Familie werden. Viel wichtiger ist für Mia aber die innige Freundschaft zu Charlie. Selbst als dieser zu einer stattlichen Grosskatze heranwächst, sind die beiden ein Herz und eine Seele. 

Mias Eltern sind von dieser engen Beziehung überhaupt nicht begeistert. Aus Sicherheitsgründen verbieten sie ihrer Tochter den direkten Kontakt zu Charlie. Da Mia aber weiterhin ins Gehege geht, soll der begehrte weis­se Löwe verkauft werden. Das mutige Mädchen will sich damit nicht abfinden und stösst auf ein dunkles Geheimnis: Die auf der Farm gezüchteten Löwen landen nicht etwa wie vorgegeben in Zoos, sondern vor der Flinte oder der Armbrust von Trophäenjägern. Für Mia gibt es fortan nur noch ein Ziel. Sie will Charlie in ein weit entferntes Schutzreservat bringen und begibt sich dafür auf eine waghalsige Reise.

Fragwürdige Jagdmethode
Rund drei Jahre lang dauerten die Dreharbeiten zu «Mia und der weisse Löwe». Der Regisseur Gilles de Maistre verzichtete dabei komplett auf Tricktechnik und setzte stattdessen auf den bekannten «Löwenflüsterer» Kevin Richardson, der die Darsteller an die zahlreichen Löwen heranführte und sämtliche Interaktionen beaufsichtigte, um die Sicherheit zu gewährleisten. «Das Wohl der Tiere hat für mich immer oberste Priorität. Entsprechend wurden die Drehpläne abgestimmt. Die Tiere wurden wie Schauspieler behandelt, möglicherweise sogar besser», sagt Richardson.

Das ist ausserhalb des Drehsets allerdings häufig anders. Der Film erzählt nämlich nicht nur eine ebenso rasante wie emotionale Abenteuergeschichte, sondern macht gleichzeitig deutlich, was sich hinter den Fassaden vieler vermeintlicher Wildreservate verbirgt: Zuchtstationen für Löwen, die der sogenannten Gatterjagd zum Opfer fallen. Dabei werden sie Touristen, die teilweise keine Jagderfahrung haben, auf dem Silbertablett serviert, indem sie in kleine Gehege kommen, um dort ohne Fluchtmöglichkeit geschossen werden zu können (lesen Sie hier mehr dazu). Rund tausend Löwen erleiden jedes Jahr dieses Schicksal, ohne dass friedliche Touristen oder ehrenamtliche Farmmitarbeiter davon wissen.

Den Produzenten von «Mia und der weisse Löwe» ist es gelungen, ein stimmiges Gesamtpaket zu schnüren. Es enthält neben rührenden Szenen, einem gelungenen Spannungsbogen und wunderschönen Landschaftsbildern auch eine wichtige Botschaft: Der König der Tiere benötigt dringend Schutz. Sonst wird es ihn schon bald nicht mehr geben. 

«Mia und der weisse Löwe», Familien-abenteuer, 99 Minuten, Verleih: Impuls Pictures AG, ab 31. Januar in den Deutschschweizer Kinos.

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Kommentare (1)

Evelyne Karwath-Franz am 28.01.2019 um 16:34 Uhr
Es war der beste Film ,den ich seit langer Zeit gesehen habe und ich hoffe ,dass er hilft eine Bewußtseinsänderung der Menschen gegenüber dieser herrlichen Tiere in Gang zu setzen und diesem entsetzlichen Abschlachten ein Ende setzt bevor es zu spät ist.Die Aufnahmen von Tier und Landschaft waren wunderschön und auch die schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin war einfach gut.Würde es doch mehr solcher Filme geben,die nicht nur sinnloses Zeug darstellen sondern wirkliche Probleme in unserer Welt behandeln.
Ich danke für diesen wunderbaren und aufrüttelnden Film.

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