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Facebook, Snapchat, Instagram

Social Media erreicht den Stall

Unterhaltung | Donnerstag, 25. Oktober 2018 08:00, Leo Niessner

Es muss ja nicht gleich eine Facebook-Seite für jede Kuh und jedes Säuli sein. Aber «Social Media für Landwirte» macht durchaus Sinn. Das gleichnamige neue Buch gibt Tipps. 

Längst hat der Computer auch in den Ställen Einzug gehalten. Er hilft bei der Überwachung, ist aus der Steuerung nicht mehr wegzudenken – und er eröffnet den Landwirten immer wieder neue Möglichkeiten. Zum Beispiel im Bereich der Vermarktung ihrer Produkte, oder im Informationsaustausch: sei es in Fachgruppen, in denen zu Themen wie Viehzucht, Futter oder Tiergesundheit diskutiert wird. Oder sei es in Bereichen, in denen politische Diskurse in der breiten Öffentlichkeit ausgetragen werden und Aufklärungsarbeit notwenig ist. Etwa, wenn es um den Milchpreis geht, oder darum, der Bevölkerung die Sorgen und Nöte der Landwirte näher zu bringen und Akzeptanz für die anstrengende Arbeit auf dem Hof zu schaffen. 

Nichts ist dazu besser geeignet als die zahlreichen Social-Media-Plattformen. Doch manchmal ist die Hürde gross, sie einzusetzen. Noch grösser sind oft zudem die Wissenslücken, wie sie funktionieren. Nur schon die Wahl nach dem geeigneten Kanal stellt viele vor eine unüberwindbare Herausforderung. 

Diese Erkenntnisse haben Jutta Zeisset, Social-Media- und Online-Marketing-Managerin an der Technischen Universität Graz, sowie den zertifizierten deutschen Social-Media-Manager und Landwirt Thomas Fabry dazu bewogen, ein Handbuch zusammen zu stellen.

Erst lesen, dann Social Media
«Socialmedia für Landwirte» heisst es und soll den Einstieg in die sozialen Medien erleichtern. Diesem Anspruch wird das rund 170-seitige Werk gerecht. Vorausgesetzt, der Leser ist bereit, sich auf die Herausforderungen einzulassen, welche die Anmeldung bei den einzelnen Kanälen mit sich bringt. Doch das sollte erst nach der Lektüre geschehen. Dann nämlich, wenn man eine Übersicht über die verschiedenen sozialen Netzwerke, ihre Funktionen und Zielgruppen gewonnen hat. 

Der eine oder andere mag dabei die Qual der Wahl haben, zumal er sich für einen bis maximal drei Social-Media-Kanäle entscheiden muss. Denn die Regel besagt: Lieber wenige Plattformen konsequent bewirtschaften, als viele verschiedene halbpatzig. 

Visualisierungen hätten geholfen
Ist der Entscheid gefallen, geht es an die Praxis, sprich ans Aufsetzen und Bewirtschaften der Kanäle. Obwohl die Beschreibungen im Buch gut verständlich sind, hätte man sich doch Screenshots und Grafiken zur Unterstützung gewünscht. Denn vor allem Social-Media-Neulinge dürften mitunter Mühe haben, die einzelnen Menüpunkte zu finden. 

Gerade auch die Einrichtung von Instagram und das Verknüpfen mit Facebook erfordert doch einige Geduld. Hier fehlt im Handbuch zudem das Zusammenspiel von Instagram-App und Planungstools wie Buffer oder Hootsuite, mit denen sich sich Beiträge vorbereiten und terminieren lassen. Ein hilfreiches Instrument im anstrengenden Alltag auf dem Bauernhof. Allerdings eines, das mitunter knifflig zu konfigurieren ist. 

Praktisch hingegen sind die Hinweise auf Plattformen wie Pinterest, auf denen sich diejenigen austauschen, die das Schöne lieben und die ein Flair für Interior und Design hegen. Passende Sujets gibt es auf den Bauernhöfen genug – zum Beispiel die betriebseigenen Produkte. 

Aufgelockert werden die Beschreibungen und Tipps in «Social Media für Landwirte» durch kurze Statements von Bauern, die von ihren Erfahrungen mit den jeweiligen Netzwerken berichten. Das macht Mut und animiert, es ihnen gleich zu tun – egal, ob man in der Landwirtschaft tätig ist oder nicht. Das Buch ist mit seinen Tipps und Tricks nämlich auch für all diejenigen empfehlenswert, die sich schon immer mit dem Gedanken getragen haben, sich in die grosse weite Welt der «Social Networks» zu begeben. 

Social Media für Landwirte

Social Media für Landwirte 
Facebook, Snapchat & Co.,
von Jutta Zeisset und Thomas Fabry
2018 
Gebunden, 176 Seiten
Ca. 27.90 Fr. 
Verlag: Eugen Ulmer KG;
ISBN: 978-3-8186-0383-0

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