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Bruno-Weber-Park

Eine Märchenwelt im Limmattal

Unterhaltung | Mittwoch, 8. Juni 2016, Oliver Loga

Der Bruno-Weber-Park im Limmattal hat seine Pforten wieder geöffnet. Auf Besucher wartet eine Märchenwelt, in der Mensch, Tier und Natur verschmelzen. Die zahlreichen Skulpturen machen den Park zu einem Freilichtkunstmuseum, das zum Träumen anregt. 

Verfehlen lässt sich der Bruno-Weber-Park nicht. Bereits von Weitem sorgen der Turm des sogenannten Wohnhauses und die 18 Meter hohe Wiener Eule für staunende Gesichter bei einer grossen Kindergruppe und ihren erwachsenen Begleitern. Je näher man dem Skulpturenpark kommt, desto grösser wird das Staunen. Spätestens im Eingangsbereich, der von Hirsch­skulpturen mit Lampen auf den Geweihen gesäumt wird, leuchten alle Augenpaare um die Wette. Unabhängig vom Alter wähnt man sich nun in einer märchenhaften Welt und vergisst, dass einem die vor Industrie strotzenden Gemeinden Spreitenbach AG und Dietikon ZH zu Füssen liegen. 

«Der Park ist ein Gesamtkunstwerk, das seinesgleichen sucht», sagt Isabelle Cart. Die Vorschusslorbeeren der Präsidentin der Bruno-Weber-Stiftung sind durchaus berechtigt, wie sich schon bald herausstellt. Beim Betreten des Wassergartens fällt es schwer, die Perspektive nicht ständig zu wechseln. Schliesslich gibt es an jeder Ecke etwas zu entdecken: Ein Doppelflügelhund, Drachen, Tausendfüssler, Einhörner, Schlangen und überdimensionale Frösche buhlen um die Gunst des Betrachters. Selbst die Toiletten sind kunstvoll gestaltet.

Ein Multitalent mit Visionen
Bruno Weber (1931 bis 2011) war Kunstmaler, Zimmermann, Bildhauer, Maurer, Maler, Plattenleger, Gipser, Kreiselbauer, Architekt und Erfinder. 1962 begann er an dem nach ihm benannten Skulpturenpark im Umfeld seines Wohnsitzes in Dietikon ZH zu schaffen. Weber erweiterte sein Lebenswerk stetig. Wegen finanzieller Probleme und eines grossen Investitionsrückstaus musste der Park im Oktober 2014 jedoch geschlossen werden. Mittlerweile kamen rund 250 000 Franken an Spenden zusammen, und der Park hat wieder geöffnet. «Um die Zukunft des Parks zu sichern, sind wir aber weiterhin auf der Suche nach Sponsoren», sagt Stiftungsrätin Isabelle Cart. Es seien zudem Sanierungsarbeiten sowie Um- und Neubauten vorgesehen.

Wie einfallsreich der 2011 verstorbene Bruno Weber (siehe Kasten) war, zeigt exemplarisch seine grosse Katze im Waldgarten. Sie ist mit einer Kanzel als Apéro-Platz und passend dazu mit einem im Kopf integrierten Kühlschrank ausgestattet. Der Künstler hatte aber nicht nur an das Wohl seiner Gäste gedacht, sondern bezog mit einigen Werken auch kritisch Stellung. So stehen die fratzenhaften Figuren am Wohnhaus für frühere Spreitenbacher Politiker. «Weber verarbeitete damit seinen Ärger über die politischen Knüppel, die ihm bei seinen Bauvorhaben zwischen die Beine geworfen wurden», erzählt Isabelle Cart und lächelt.

Rätselhafter Zauber mit Erholungswert
Beim Spaziergang durch den 15 000 Quadratmeter grossen Park überwiegt aber eindeutig der rätselhafte Zauber der Skulpturen-Szenerie aus Beton, Keramik, Stahl, Holz, Glas und Mosaiken. Sie entfaltet eine beruhigende und erholsame Wirkung. Tiere, die Dächer stützen, oder Pilze, die sich als Sitzgelegenheit anbieten, erwecken den Eindruck, die Natur habe es sich zur wichtigsten Aufgabe gemacht, dem Menschen zu dienen. Entsprechend erhaben fühlt es sich an, durch diese Märchenwelt zu gehen. Eine Welt voller visionärer Ideen und Objekte, die ein wohltuender Gegenentwurf zum technisierten und kommerziellen Alltag ist. 

Der Bruno-Weber-Park ist mittwochs, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Mehr Infos unter: brunoweberpark.ch.

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