Aktuell
› Zurück

«Tierwelt»-Preis

Ausgezeichnete Wildtierhilfe

1 Kommentare Unterhaltung | Mittwoch, 9. Dezember 2015, Simon Koechlin

Die einen kämpfen für Wildtiere im Regenwald Perus, die anderen für Wildbienen in der Schweiz. Der Förderverein Esperanza Verde Schweiz und das Projekt wildBee.ch erhielten am Samstag die «Tierwelt»-Preise 2015.

Der diesjährige «Tierwelt»-Preis geht an den Verein Esperanza Verde Schweiz, der sich gegen illegalen Tierhandel einsetzt (Video: regiolive).

Der diesjährige Gewinner des «Tierwelt»-Preises sei in zweifacher Hinsicht etwas Besonderes, sagte Jury­präsident und Veterinärprofessor Richard Hoop an der Preisverleihung in Zofingen AG. Zum einen werde nicht wie üblich ein Lebenswerk ausgezeichnet, sondern ein erst wenige Jahre alter Verein, «von dem wir uns aber noch viel versprechen». Zum anderen sei es erstmals ein Projekt, das sich im Ausland für Tiere einsetze.

Und zwar in Südamerika. Der Förderverein Esperanza Verde Schweiz unterstützt ein Projekt, das in der «Selva Dormida», einem Stück Regenwald im Osten Perus, illegal gefangene Wildtiere aufpäppelt und wieder auswildert. Die 20'000 Franken, die sein Verein, der übrigens gerne weitere Mitglieder aufnehme, mit dem «Tierwelt»-Preis erhalte, seien eine «gigantische Chance, etwas zu bewegen», sagte der Zürcher Tierarzt Philipp Zerbe, der Präsident des Fördervereins. Denn zu tun gebe es genug.

Schon über 5000 Tiere hat «Esperanza Verde» in den fünf Jahren seines Bestehens aufgenommen, vor allem Schildkröten und Vögel, aber auch Reptilien, Affen oder Tapire. 77 Prozent der aufgenommenen Tiere konnten wieder ausgewildert werden, nachdem sie aufgepäppelt und auf ihre Freilassung vorbereitet wurden – ein enorm hoher Anteil, wie Zerbe sagte. Die eigentliche Arbeit dabei werde von Volontären geleistet – immer wieder auch von solchen aus der Schweiz. Zudem fährt Zerbe selber mit Studentinnen und Studenten der Tiermedizin in die «Selva Dormida», wo sie lernen, auch unter einfachsten Bedingungen Tiere zu behandeln und zu operieren. «In dem Gebiet beträgt die Luftfeuchtigkeit 80 Prozent und es gibt nicht viel Strom auf der Station», sagte Zerbe. «Mit Elektronik ist es da nicht weit her, und sogar der Reisepass beginnt zu schimmeln.»

Jedes Schulkind soll Wildbienen kennen
Der zweite Preisträger des Abends war der Verein wildBee.ch, der sich für den Schutz der über 620 Wildbienenarten in der Schweiz stark macht. Er setzte sich in einer Publikumswahl der «Tierwelt»-Leserschaft gegen zwei andere Projekte durch und erhielt am Samstag den mit 5000 Franken dotierten «Tierwelt»-Förderpreis. «Es ist lustig», sagte Vereinspräsidentin Deborah Millett, «vergeben wird der Preis vom Verband Kleintiere Schweiz (dem Besitzer der «Tierwelt», Anmerkung der Redaktion), aber wir sind wahrscheinlich die kleinsten Tiere, die je ausgezeichnet wurden.» Denn manche Wildbienen würden nur wenige Millimeter gross.

wildBee.ch vermittelt durch verschiedene Kanäle Wissen über die wilden Verwandten unserer Honigbiene. «Noch immer meinen viele Menschen, es gebe nur eine Biene», sagte Millett. «Unser Ziel ist es, dass dereinst jedes Schulkind weiss, dass es Wildbienen gibt – so wie es heute weiss, dass es Bären gibt.» Um dies zu erreichen, erarbeitet wildBee.ch zum Beispiel Unterrichtsmaterialien für Schulklassen und baut einen Schaugarten im aargauischen Leutwil oberhalb des Hallwilersees auf, in dem Interessierte die faszinierende Welt der Wildbienen an diversen Stationen entdecken können. In diese Projekte soll auch das Preisgeld fliessen. Zwar hätte sie niemals gedacht, dass ihr Projekt gewinnen würde, sagte Millett. «Doch anscheinend ist der Schwarm der Wildbienenfreunde grösser, als wir dachten.»

Mehr Infos unter www.esperanzaverde.ch und www.wildbee.ch.

› Zurück
Kommentare (1)

wildBee.ch am 10.12.2015 um 20:17 Uhr
Wir bedanken uns ganz herzlich für diese grosse Ehre und den wunderschönen Abend der Preisverleihung! Wir freuen uns sehr über diese grosse Anerkennung unserer Arbeit und das Vertrauen. Herzlichen Dank allen, die für uns gestimmt haben bei der Publikumswahl, der Jury, Kleintiere Schweiz und der Tierwelt - und natürlich herzliche Gratulation an Esperanza Verde für den Hauptpreis für ihre eindrückliche Arbeit in Peru und weiterhin ganz viel Erfolg. Vielen, vielen herzlichen Dank vom wildBee-Team!

Kommentar schreiben

Klassische Website anzeigen