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Buchbesprechung

Die heimlichen Königinnen der Nacht

Unterhaltung | Montag, 26. Oktober 2015 18:00, Meret Signer

Sie führen ein weitgehend verborgenes Dasein und sind doch mitten unter uns: die Fledermäuse. Das Buch «Fledermäuse – beobachten, erkennen und schützen» bringt Licht in ihr Leben im Dunkeln.

Weil man die Fledermäuse nicht hört und kaum sieht – sie huschen in Sommernächten höchstens mal als dunkle Silhouetten an uns vorbei – ist vielen von uns ihre Lebensweise weitgehend unbekannt. Der Autor Klaus Richarz möchte dies ändern und führt in der Neuauflage seines Buches «Fledermäuse – beobachten, erkennen und schützen» anschaulich und mit vielen praktischen Tipps durch das Fledermausjahr. 

Im Herbst wird gezügelt
So erfahren wir beispielsweise, dass gerade jetzt im Herbst für die nächtlichen Jäger eine intensive Zeit anbricht: Sie müssen sich auf den Winterschlaf vorbereiten, geeignete Winterquartiere finden und umziehen. Wer den Tieren helfen will, sollte sich während dieser Zeit darum kümmern, die Sommerquartiere instand zu halten und wenn möglich zu erweitern. Im Winter schlafen die Fledermäuse dann in Höhlen, Stollen, Kellern oder Bunkern, wobei sie manchmal kurz aufwachen und sich eine neue Schlafposition oder -Stelle suchen. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass sich die Männchen über die schlafenden Weibchen «hermachen», so dass diese beim ersten Eisprung im Frühling möglichst gleich schwanger werden.

Zu jeder Jahreszeit hat Autor Richarz, dem der Schutz der Fledermäuse sichtlich am Herzen liegt, viele Informationen und Tipps parat, wie man den Flattertieren am besten helfen kann. Was kann man tun, wenn sich eine Fledermaus in die Wohnung verirrt? Was geht man vor, wenn man ein verlorengegangenes Fledermaus-Baby findet? Wie kann man seinen Garten so gestalten, dass die Fledermaus möglichst viel Nahrung findet? Wie baut man einen Nistkasten? Der Biologe Klaus Richarz weiss auf alle Fragen rund um Fledermäuse eine Antwort.

Bestimmung (nicht ganz) leicht gemacht
Im zweiten Teil des Buches werden 32 von insgesamt 52 in Europa heimischen Arten – in der Schweiz sind es dreissig – vorgestellt. Sie zu bestimmen ist nicht immer ganz einfach. Hilfe bietet zum Beispiel ein Fledermaus-Detektor. Mit ihm können die Klicklaute der Echoortung hörbar gemacht werden, sie sind von Art zu Art verschieden. Ausserdem sind Flugzeiten, Grösse und Flügelspannweite, so wie der Ort, an dem sich die Fledermaus aufhält, geeignete Kriterien zur Artbestimmung. 

Der letzte Teil handelt vom Schutz und von Gefahren für die Fledermäuse, zu denen vor allem Lebensraumverlust, aber auch Insektizide und Pestizide gehören. Da der Autor aus Deutschland kommt, wird hier vor allem die Lage in unserem Nachbarland erläutert. Wer sich für die Situation in der Schweiz interessiert – alle dreissig einheimischen Arten sind geschützt – findet bei der Stiftung Fledermausschutz entsprechende Informationen. 

Fledermäuse – beobachten, erkennen und schützen

Klaus Richarz: «Fledermäuse – beobachten, erkennen und schützen»
3. Auflage 2015 
Taschenbuch, 144 Seiten 
Kosmos, ca. 14 Franken 
ISBN: 978-3-440-14909-6

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