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«Tierwelt»-Fotowettbewerb

Volltreffer auf der Fotopirsch

1 Kommentare Unterhaltung | Montag, 31. August 2015, Simon Koechlin

Mit fast 400 Teilnehmern war auch die fünfte Ausgabe des «Tierwelt»-Fotowettbewerbs ein voller Erfolg. Obenaus geschwungen hat das Bild einer Verfolgungsjagd unter Vögeln.

Das Matterhorn mit rotem «Gupf», ein vorwitziger Glanzstar im Sandsturm, eine scheinbar doppelköpfige Giraffe, zwei im Kampf ineinander verkeilte Schwäne oder zwei Rhesusäffchen, die neugierig hinter einem Baumstamm hervorgucken: Für die fünfte Ausgabe des «Tierwelt»-Fotowettbewerbs gingen haufenweise Bilder ein, die das Herz von Tier- und Naturfreunden höherschlagen lassen.

Die Jury hatte es angesichts einer solchen Auswahl nicht leicht, einen Sieger zu bestimmen. Obenaus geschwungen hat schliesslich Adrian Wullschleger aus Vordemwald AG mit einer Aufnahme, die er unter dem Titel «Verfolgungsjagd mit Zuschauer» eingereicht hatte (siehe Seiten 6 und 7). Sie zeigt einen Schwarzstorch, der einen Löffler verfolgt und versucht, diesem einen erbeuteten Fisch abzujagen. Im Hintergrund scheint ein Graureiher die Szene zu beobachten.

Das Bild sei auf einer Fotoreise im ungarischen Hortobagyi-Nationalpark entstanden, erzählt Wullschleger. Ein Kollege und er seien dafür den ganzen Tag in einer Beobachtungshütte am Rand eines Waldteiches auf der Lauer gelegen. Denn gerade an den Schwarzstorch komme man nur mit viel Geduld heran, «das ist ein extrem scheuer Vogel».

Wullschleger ist 44-jährig, gelernter Forstwart und arbeitet heute als Leiter des Werkhofs in Vordemwald. Zur Fotografie kam der Vater von vier Kindern schon als Jugendlicher – und schon damals bewies er Beharrlichkeit, wenn es darum ging, ein Bild zu machen, das er sich in den Kopf gesetzt hatte. «Mit 14 Jahren fotografierte ich den ersten Eisvogel, der damals an der Pfaffnern anzutreffen war. Für das erste gute Bild von ihm habe ich mindestens 50 Stunden in einem kleinen Tarnversteck gewartet.»

Gut geplant ist halb fotografiert
Manche Vorbereitungen für eine bestimmte Aufnahme trifft Wullschleger schon Wochen im Voraus. «Ich habe auch schon im Februar ein Tarnzelt aufgestellt an der Stelle, von der ich wusste, dass dort im März die Wasseramsel ihr Revier beziehen würde», sagt er. Selbstverständlich tue er dies nur in Absprache mit dem jeweiligen Grundeigentümer, dem Forstbetrieb oder der Jägerschaft. Zudem sei es ihm wichtig, die Tiere nicht zu gefährden. Sobald eine Tierart gestört auf  seine Anwesenheit reagiere, breche er das Fotovorhaben unverzüglich ab. 

Überhaupt geht es Wullschleger beim Fotografieren nicht nur um grandiose Fotos, sondern auch um schöne Erlebnisse in der Natur. «Als ich damals auf den Eisvogel wartete, kam zum Beispiel ein Eichhörnchen und hat zwei Meter neben mir Wasser getrunken», erzählt er. 

Zu sehen sind Wullschlegers Bilder vor allem anlässlich von Vorträgen. Als Präsident des örtlichen Naturschutzvereins und Exkursionsleiter von Bird Life Aargau referiert er oft an Schulen, Altersnachmittagen oder Naturschutzanlässen. «Ab und zu verwendet auch die Schweizerische Vogelwarte für ihre Publikationen Bilder von mir», sagt er.

Und wer weiss: Vielleicht stammen ein paar der nächsten Vortragsbilder vom neuen Zoom-Objektiv Tamron SP 150– 600 mm im Wert von 1750 Franken, das Wullschleger als 1. Preis des «Tierwelt»-Fotowettbewerbs erhalten wird. In einem Fotomagazin habe er einen Testbericht über das Objektiv gelesen, sagt der glückliche Gewinner. «Es erhielt sehr gute Noten, darum bin ich natürlich gespannt darauf, es auszuprobieren.»

Übrigens: Für den Schwarzstorch endete die prämierte Verfolgungsjagd mit einer Enttäuschung. «Zuerst sah es zwar so aus, als wäre der Storch schneller», erzählt Wullschleger. «Doch dann hat es der Löffler an Land geschafft und sich dort mit seiner Beute im Schilf versteckt.»

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Kommentare (1)

Marlis Waldispühl-Fedier am 14.09.2015 um 08:14 Uhr
Guten Tag,

habe gespannt auf den Gewinner gewartet. Gratulation!
Auch die restlichen Bilder würden mich interessieren, hoffe sehr dass alle publiziert werden.
Mit freundlichen Grüssen
M. Waldispühl-Fedier

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