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«Sieg für den Tierschutz»

Weideschlachtung für 10 Jahre bewilligt

Nutztiere | Freitag, 14. Dezember 2018 11:30, msi

Erfolg für die Zürcher Biobauern Nils Müller und Claudia Wanger: Sie dürfen ihre Rinder zehn Jahre lang per Schuss auf der Weide töten – das bedeutet für die Tiere viel weniger Stress als beim konventionellen Schlachten.

Bei der Weideschlachtung treibt das Landwirte-Ehepaar Nils Müller und Claudia Wanger seine Herde in eine speziell gebaute Koppel. Vom Hochsitz aus tötet Müller das ausgewählte Rind mit einem gezielten Kopfschuss. Danach wird es sofort auf dem Hof ausgeblutet und in ein nahes Schlachtlokal gefahren. Die verbliebenen Tiere bleiben währenddessen ruhig stehen. Das Rind, das getötet wurde, wusste bis zuletzt nicht, was ihm blüht und litt deshalb nicht an Stress (lesen Sie hier mehr über die Weideschlachtung und von unserem Besuch bei Müller und Wanger).      

Jahrelang haben sich Müller und Wanger dafür eingesetzt, diese tierfreundliche Methode der Schlachtung auf ihrem Hof «Zur Chalte Hose» in Forch ZH durchführen zu dürfen, dafür extra umgebaut und auch einiges an Geld investiert. 2013, als sie das erste Mal bei den Behörden anklopften, war die Weideschlachtung noch verboten. 2015 erhielten Müller und Wanger dann vom Veterinäramt des Kantons Zürich eine Bewilligung für zehn Schlachtungen («Tierwelt Online» berichtete).

«Zukunft der Landwirtschaft»
Nun hat das Amt den Beiden eine Bewilligung für zehn Jahre erteilt, wie das Forschungsinstitut für biologische Landwirtschaft (FiBL), welches das Projekt zusammen mit der Tierschutzorganisation Vier Pfoten unterstützte, in einer Medienmitteilung schreibt. Die Bewilligung sei ein «Sieg für den Tierschutz». 31 erfolgreiche Weideschlachtungen seien bislang durchgeführt worden, die Methode funktioniere einwandfrei. Ausserdem sei die Fleischqualität durch das Wegfallen der Stresshormone viel besser.      

Die Weideschlachtung eröffne vielen Landwirten neue Perspektiven, ist Nils Müller gemäss der Mitteilung überzeugt. «Innovative Methoden, qualitativ hochstehende Produkte und Arbeit, die von den Konsumentinnen und Konsumenten geschätzt wird – darin liegt die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft», lässt er sich zitieren. «Wir können nicht ausschliesslich auf ein System mit wenigen grossen Schlachthöfen setzen.»

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