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Luzern

Landwirtschaft soll umweltfreundlicher werden

Nutztiere | Dienstag, 27. November 2018, sda

Im Kanton Luzern hängt jeder elfte Arbeitsplatz direkt oder indirekt von der Landwirtschaft ab. Luzern sei damit ein wichtiger Agrarkanton, schreibt der Regierungsrat in seiner am Dienstag veröffentlichten agrarpolitischen Strategie.    

Im Kanton Luzern gibt es 4600 Bauernhöfe, auf denen 13'200 Personen arbeiten. Wegen der Topografie, des Bodens und des Klimas ist der Futteranbau und die Viehwirtschaft dominierend. Jedes zehnte Schweizer Rindvieh und jedes zehnte Huhn leben im Kanton Luzern. 30 Prozent des Schweinebestandes der Schweiz werden auf Luzerner Bauernhöfen gehalten.      

Dieser vergleichsweise hohe Tierintensität führe zu entsprechenden Nährstoffemissionen, schreibt der Regierungsrat. Für die Umwelt sei dies eine grosse Herausforderung.

Tiere auf die Weide  
In der Landwirtschaftsstrategie setzte der Regierungsrat deswegen fest, dass die Umweltbelastungen durch die Agrarwirtschaft reduziert werden sollen. Nutztiere sollen vermehrt auf der Weide gehalten werden, dies um die Ammoniakemissionen zu senken und das Tierwohl zu steigern. Doch auch bei der Artenvielfalt sieht der Regierungsrat Handlungsbedarf; hier sollen die Vernetzungsprojekte gefördert werden.      

Ansetzen will der Regierungsrat auch bei der Wertschöpfung. Als Schwächen der Luzerner Landwirtschaft nennt er die unterdurchschnittlichen Betriebsgrössen, die hohen Boden- und Pachtpreise, hohe Produktionskosten wegen geringer überbetrieblicher Zusammenarbeit und eine hohe Schuldenlast. Der Anteil der Biobetriebe sei verhältnismässig tief.      

Die Erfolgschancen zur Steigerung der Wertschöpfung lägen primär in den Konsumtrends des Biolandbaus und der Regionalität, schreibt der Regierungsrat in seiner Strategie. Auch mit der Lancierung von Innovation, der Steigerung der Qualität und der Differenzierung (etwa Molkereimilch, Käsereimilch, Biomilch, Heumilch) solle die Wertschöpfung erhöht werden.

Entlastung durch Zusammenarbeit  
Die Bauernhöfe sollen ferner unternehmerischer handeln, denn die Schere zwischen Ertrag und Aufwand werde immer grösser, stellte der Regierungsrat fest. Die Potenziale der Zusammenarbeit reichten von tieferen Einkaufskosten, über tiefere Maschinen- und Infrastrukturkosten bis zu Kosteneinsparungen durch kürzere Wege und arrondierte Flächennutzung. Auf der sozialen Ebene könnten Freizeit und Ferien einfacher organisiert und Arbeitsspitzen durch gegenseitige Unterstützung gebrochen werden.      

Die Strategie sei eine Leitplanke für die kantonale Agrarpolitik und deren Vollzug, teilte der Regierungsrat mit. Sie diene aber auch als Grundlage für die Revision des kantonalen Landwirtschaftsgesetz.

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