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Weiteres Kapitel im Fall Herrenhof

Ein Nachbar hat den Schafhalter gefilmt

Nutztiere | Freitag, 19. Oktober 2018 17:30, lni

Tierschützer haben einen Schafhalter angezeigt, der seine Schafe misshandelt haben soll. Nun wird bekannt, dass ein Nachbar angebliche Missstände gefilmt hat, weil ihn der Geruch des Schafsstalls stört.

 

Die Behörden haben dem Schafhalter aus Herrenhof TG, der in der Kritik steht, diese Woche Besuch abgestattet. Am Mittwoch gaben sie bekannt, dass bei der unangemeldeten Kontrolle keine Missstände erkannt wurden («Tierwelt Online» berichtete).

Der Film allerdings beschäftigt Behörden und Fachleute weiterhin. In der heutigen Ausgabe der «Thurgauer Zeitung» kommentiert Christian Strub, Betriebsberater im Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg die Aufnahmen mit den Worten: «Das Video hat mich nicht überrascht. So etwas kann man überall filmen, wo eine widerspenstige Herde verladen wird». Gleichzeitig sei darauf nicht der «übliche Umgang mit Schafen zu sehen». Der Vorwurf, nach denen der Bauer Schafe von einer Ecke in die andere geschleudert haben soll, lasse sich aufgrund des Videos aber nicht erhärten: Eine solche Szene sei nicht zu sehen.

Während Experten das Video zurückhaltend beurteilen, sind die Folgen für den Landwirt gravierend: Er bangt um seine Zukunft, seit der Verein gegen Tierfabriken (VgT) das Video veröffentlicht hat. Gleichzeitig hat der VgT auf Facebook ein Foto von ihm, seiner Frau und den Kindern veröffentlicht, mit der Behauptung, auch sie würden Schafe schlagen. Dieses Vorgehen sorgt beim Schweizer Tierschutz für heftige Kritik. Auf «FM1Today» verurteilt er die von Tierschützer Erwin Kessler betriebene Hetze gegen den Schafzüchter scharf – erst recht, weil der Fall noch nicht abgeschlossen sei.

 

Nachbarschaftsstreit als Ursache?
Nun stellt sich zudem heraus, dass ein Nachbar die Aufnahmen gemacht und dem VgT zugespielt hat, weil ihn der Geruch des Stalls stört. Das jedenfalls gab er diese Woche in der «Thurgauer Zeitung» zu. Wie zudem das «Tagblatt» heute schreibt, sei dies eine weitere Episode in einem mehrjährigen Nachbarschaftsstreit. Der pensionierte Einfamilienhausbesitzer aus Herrenhof, der gefilmt hat, sei zum Schluss gekommen, dass Reden nichts bringe. Der Fall Hefenhofen im Sommer des letzten Jahres habe ihm aber eindrücklich gezeigt, was mit der Veröffentlichung von Bild- und Videomaterial zu erreichen ist, weshalb der seine Aufnahmen weiterleitete.

Derweil gehen die Beschimpfungen gegen den Schafhalter unvermindert weiter. Wie das «Tagblatt» meldete, würde die Familie mittlerweile nicht mehr ans Telefon gehen.

Während Experten über das Video – und über Schuld oder Unschuld des Schafhalters urteilen – haben Kommentarschreiber aus der Schweiz aber auch aus dem Ausland ihr Urteil gefällt und verleihen ihner Wut mit teils unzimperlichen Bemerkungen Ausdruck. Gewiss ist in der Angelegenheit vor allem eines: Die Zukunft des Bauernbetriebes. Diese ist ungewiss.

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