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Boningen SO

Bauer wegen Tierquälerei angeklagt

Nutztiere | Mittwoch, 6. Dezember 2017, sda

Im Tierschutzfall von Boningen SO mit 17 toten Rindern auf einem Bauernhof hat die Solothurner Staatsanwaltschaft einen Landwirt angeklagt. Der Bauer soll die Herde vernachlässigt und damit den Tod der Rinder verursacht haben.

Dem 55-jährigen Landwirt werde vorgeworfen, von etwa Anfang 2015 bis Ende Mai 2016 insgesamt 26 Rinder vernachlässigt zu haben, teilte die Solothurner Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. 17 Rinder seien auf qualvolle Weise verendet. Der Schweizer versorgte die Tiere gemäss Anklage mit zu wenig und zu wenig ausgewogenem Futter. Dadurch habe sich der Gesundheitszustand der Tiere verschlechtert.    

Trotzdem habe der Beschuldigte keinen Tierarzt beigezogen. Zudem habe es der Landwirt unterlassen, die toten Tiere fachgerecht zu entsorgen und unverzüglich einen Tierarzt über den Tod zu informieren. Die Anklage erfolgt im abgekürzten Verfahren. Dies bedeutet, dass sich der Landwirt und Staatsanwaltschaft auf eine Strafe geeinigt haben. Das zuständige Gericht wird den Fall daher nur kurz beraten und entscheiden, ob die vereinbarte Strafe ausreichend ist. 

Ende Mai 2016 hatten die Solothurner Kantonspolizei und der Veterinärdienst auf einem Bauernbetrieb in Boningen mehrere tote Rinder vorgefunden. Ein weiteres Tier wurde wegen seines kritischen Zustandes durch den Veterinärdienst euthanasiert.

Tödliches Nervengift  
Im Stall des Hofes konnte laut eines verwaltungsinternen Untersuchungsberichts des Kantons das tödliche Nervengift Botulinum Neurotoxin C/D nachgewiesen werden. Dies lege die Vermutung nahe, dass dieses Gift aufgrund eines nicht ordnungsgemäss entsorgten Tierkadavers entstanden sei. Die anderen Tiere hätten das Gift über die Nahrung aufgenommen und seien darauf innert kurzer Frist verendet.    

Der Tierschutzfall gab im September auch im Solothurner Kantonsparlament zu reden. Ein grüner Kantonsrat kritisierte vor allem das Verhalten der Verwaltung. Diese habe zu lange weggeschaut und ihre Aufgaben nicht wahrgenommen. Die Kontrollen des Veterinärdienstes seien mangelhaft gewesen.    

Die zuständige Regierungsrätin Brigit Wyss (Grüne) sagte im Parlament, es werde nichts versteckt. Die Verwaltung habe richtig gehandelt und sich an die bestehenden Gesetze gehalten. Zum gleichen Schluss war im Februar bereits ein verwaltungsinterner Untersuchungsbericht gekommen.  

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