Aktuell
› Zurück

Firponil-Skandal

EU will Warnsystem verbessern

Nutztiere | Mittwoch, 6. September 2017, sda/dpa/afp/apa

In Reaktion auf den mittlerweile globalen Skandal um Eier, die mit dem Insektengift Fipronil verunreinigt sind, will die EU ihr Schnellwarnsystem RASFF optimieren. Der Informationsaustausch müsse verbessert werden.

Das räumte der für Lebensmittelsicherheit zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis am Dienstag nach Beratungen mit den EU-Agrarministern ein. Denn in den Niederlanden waren Behörden schon 2016 informiert worden, dass Fipronil illegal eingesetzt wird. Nachdem in Belgien in Eiern Fipronil nachgewiesen wurde, dauerte es aber noch mehr als zwei Wochen, bis schliesslich am 20. Juli über das EU-Schnellwarnsystem RASFF auch die anderen EU-Staaten informiert wurden.  

Andriukaitis informierte die Minister in der estnischen Hauptstadt Tallinn zudem über die jüngsten Entwicklungen. «Es ist bestätigt, dass alle verdächtigen Betriebe gesperrt wurden und die verunreinigten Eier und Eierprodukte vernichtet werden», erklärte er. Für Konsumenten soll von verunreinigten Eiern keine akute Gesundheitsgefahr ausgehen.

Kampf gegen Blutlaus  
Nach bisherigen Ermittlungen gelangte das Insektengift Fipronil in die Eier, weil es unerlaubterweise zur Reinigung von Ställen eingesetzt wurde.  

Ziel war es offensichtlich, kostengünstig und effizient die Rote Vogelmilbe, umgangssprachlich auch Blutlaus genannt, zu bekämpfen. Das weit verbreitete Spinnentier ernährt sich vom Blut verschiedener Vogelarten und gilt als einer der wirtschaftlich bedeutendsten Schädlinge in der Geflügelzucht.

45 Länder betroffen  
Vom Eier-Skandal betroffen sind mittlerweile 45 Länder. Wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte, wurden belastete Eier und Ei-Produkte in 26 EU-Mitgliedstaaten entdeckt. Nur Litauen und Kroatien sind demnach bisher nicht betroffen.  

In Europa gab es auch Fipronil-Funde in der Schweiz, Norwegen und Liechtenstein. Hinzu kommen 16 weitere Staaten in Asien, Afrika, Nahost sowie Kanada. Bei der Aufarbeitung des Skandals geht es nun vor allem um die Frage, ob die Kontrollen und das Krisenmanagement verbessert werden können. Konkret soll darüber bei einem weiteren Treffen am 26. September gesprochen werden.

› Zurück
Kommentar schreiben

Klassische Website anzeigen