Aktuell
› Zurück

Hornkuh-Initiative

Alternativen werden geprüft

Nutztiere | Mittwoch, 22. März 2017, sda

Die Wirtschaftskommission des Ständerates (WAK) will wissen, wie das Anliegen der Hornkuh-Initiative ohne Verfassungsänderung umgesetzt werden könnte. Sie hat bei der Verwaltung einen Bericht bestellt.

Die Urheber der Initiative «Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere» (Hornkuh-Initiative) wollen erreichen, dass weniger Tiere enthornt werden. In der Verfassung soll verankert werden, dass horntragende Kühe, Zuchtstiere, Ziegen und Zuchtziegenböcke finanziell gefördert werden.  

Der Bundesrat empfiehlt dem Parlament, die Initiative ohne Gegenvorschlag abzulehnen («Tierwelt Online» berichtete). Die WAK zieht nun aber in Betracht, das Anliegen auf Gesetzes- oder Verordnungsstufe umzusetzen. Sie will von der Verwaltung auch wissen, welche Alternativen es zur finanziellen Förderung horntragender Tiere gäbe.  

Zu den finanziellen Auswirkungen verlangt die WAK ebenfalls nähere Angaben. So soll die Bundesverwaltung aufzeigen, bei welchen Direktzahlungen die Kosten kompensiert werden könnten. Auf Basis der Auskünfte will die Kommission die Diskussion über die Initiative fortsetzen, voraussichtlich im dritten Quartal des laufenden Jahres, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten.

Tierwohl ausgewogen fördern  
In seiner Botschaft ans Parlament schrieb der Bundesrat, dass bei einem Ja zur Initiative ein grösserer Teil der Direktzahlungen für die Tierhaltung eingesetzt werden müsste. Zudem wäre es schwieriger, alle Aspekte des Tierwohls ausgewogen zu fördern. Weiter warnt der Bundesrat davor, dass die Anbindehaltung wieder zunehmen könnte, weil horntragende Kühe in Freilaufställen mehr Platz benötigen.  

Er sei sich aber bewusst, dass das Anliegen bei der Bevölkerung auf Wohlwollen stosse, schrieb der Bundesrat. Breite Kreise teilten vermutlich die Ansicht, dass das Enthornen einen unverhältnismässigen Eingriff in die Würde der Tiere darstelle.  

Hinter der Initiative steht eine Interessengemeinschaft um den Bergbauern Armin Capaul. In der Schweiz werden den meisten Kälbern die Hornanlagen ausgebrannt. Laut der Nutztierschutzorganisation Kagfreiland sind inzwischen fast drei Viertel der Milchkühe hornlos.

› Zurück
Kommentar schreiben

Klassische Website anzeigen