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An der ETH entwickelt

Neue Test-Methode könnte Tierversuche ersetzen

Nutztiere | Donnerstag, 3. November 2016, sda/msi

Forscherinnen und Forscher der ETH Zürich haben eine neue Technik zum Testen von Medikamenten direkt an menschlichen Zellen entwickelt. Sie sind deshalb mit einem internationalen Preis ausgezeichnet worden.

Dank der Entwicklung der ETH-Forscher könnte künftig auf einen Teil der Tierversuche verzichtet werden, wie die ETH Zürich am Donnerstag mitteilte. Es handelt sich um eine Technik, um Zellkulturen zu züchten. Neu ist, dass diese Zellkulturen nicht flächig sondern in Kügelchen von einem halben Millimeter Durchmesser wachsen.

Die winzigen, dreidimensionalen Gewebeproben seien in ihrem Verhalten näher bei Organen im lebendigen Körper als traditionelle Zellkulturen, sagt Olivier Frey, der massgeblich für die Entwicklung der neuen Methode verantwortlich war.

Versuche direkt an den Zellen   
«Sie liefern daher aussagekräftigere Ergebnisse», sagt Frey. Ihre Stärken ausspielen kann die neue Technik, wenn auf einem Chip verschiedene Gewebe kombiniert werden. So liesse sich auf einfachste Weisse das Zusammenspiele verschiedener Gewebearten testen, heisst es in der Mitteilung. Ein Chip ist ist aus mehreren Zellträgern und zwei Reservoirs aufgebaut. Aus den Reservoirs fliessen Nähr- und Wirkstoffe zu den Gewebeproben.

So ist es beispielsweise möglich, auf einem Chip Tumor- und Leberzellen zu platzieren. Alle Zellen werden dann einem möglichen neuen Medikament ausgesetzt. Mit der neuen Methode können Forscherinnen und Forscher dann untersuchen, ob Tumorzellen bekämpft werden, wie sich der Leberstoffwechsel auf das Medikament auswirkt und umgekehrt oder ob der Wirkstoff eventuell toxisch für die Leber ist.

Zellkulturen
Von den ETH-Wissenschaftlern entwickelte spezielle Mikrotiterplatte für die
Anwendung der neuen Technik (Nahaufnahme)
  Bild: ETH Zürich/Olivier Frey

Als nächstes: Diabetes  
Als nächstes planen die Forschenden, ein solches System für Zellen der Bauchspeicheldrüse und der Leber aufzubauen. Damit liessen sich Versuche im Bereich der Zuckerkrankheit durchführen.

Für ihre Bemühungen, Tierversuche zu reduzieren, ist die Forschergruppe von einem Expertengremium mit einem internationalen Preis zum humaneren Umgang mit Labortieren  ausgezeichnet worden. Die neue Technik kommt aktuell in einem Projekt der Kommission für Technologie und Innovation des Bundes in Zusammenarbeit mit dem ETH-Spin-Off Insphero und der Pharmafirma Roche zum Einsatz. Nach der Testphase ist für die Projektverantwortlichen eine Vermarktung denkbar.

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