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Bienen

Geheimnisse der Honigproduktion enthüllt

Nutztiere | Dienstag, 13. September 2016, msi/PD

Schweizer Forscher konnten dank noch nie gesehenen Röntgenbildern von Honigbienenwaben zuschauen, wie Honig produziert wird. Dabei entdeckten sie, dass Bienen verschiedene Techniken verwenden.

Honigbienen sammeln Nektar von Blumen und konzentrieren den darin enthaltenen Zucker, um Honig zu produzieren. Die Honigvorräte in den Wachswaben ermöglichen es den Kolonien, die Winterzeit zu überleben, wenn keine Nahrung in der Umwelt zur Verfügung steht. Trotz der immensen Wichtigkeit des Honigs als Zuckerquelle für die Bienen ist über die Honigproduktion bis jetzt noch wenig bekannt. 

In einem Artikel in der Zeitschrift «PLOS ONE» beschreibt das Forscherteam von der Forschungsanstalt Agroscope und dem Institut für Bienengesundheit der Universität Bern, wie sich die Zuckerkonzentration in der Wachszelle während der Honigproduktion verändert.

«Viele Details zur Umwandlung von Nektar in Honig waren uns bisher unbekannt, weil es technisch schwierig ist, die Zuckerkonzentration in den Wachszellen zu messen, ohne dabei die Bienen zu stören», sagt Vincent Dietemann von der Agroscope in einer Medienmitteilung und sein Kollege Michael Eyer, Erstautor der Studie, ergänzt: «Computertomographie wird gewöhnlich zur medizinischen Untersuchung von Menschen und Tieren verwendet. Hier benutzten wir diese Technik, um ganze Bienenvölker zu scannen. Damit konnten wir zum ersten Mal die Zuckerkonzentration in den Wachszellen messen und sie visuell sichtbar machen.» Eyer hat die vergangenen zwei Jahre an diesem Projekt gearbeitet.

Was passiert in den Waben?
Abbildung A (im grossen Bild oben) zeigt eine Wachszelle gefüllt mit Nektar. Die verschiedenen Helligkeitsmuster auf den anderen Bildern wiederspiegeln unterschiedliche Zuckerkonzentrationen, wobei der Zucker in den hellen Flächen hoch konzentriert ist, in den dunkeln niedriger. 

Um den Honig zur Reife zu bringen, wenden die Arbeiterbienen verschiedene Techniken an. Entweder «bemalen» Sie die Wände mit Ladungen von hoch konzentriertem Nektar und bilden Ringe (Abb. D) oder sie füllen die Ladungen zufällig in die Zelle rein, was zu einer klumpigen Anordnung führt (Abb. B). Diese Klumpen wachsen während der Reifung, mit der Zeit verschwinden auch die Ringe und es entsteht ein inhomogenes Helligkeitsmuster, nämlich das vom reifen Honig (Abbildung unten rechts). Einige Waben zeigten auch einen einheitlichen Inhalt mit hoch konzentriertem Zucker (Abb. C).

Die Forscher erhoffen sich durch die neuen Methoden Verbesserungen für die Imkerei. Mit den neuen Einsichten könne für eine bessere Haltung der Kolonien gesorgt werden, was wiederum die Qualität und die Quantität des Honigs verbessere, schreiben sie. Zusätzlich könne die Beobachtung der Nektareinlagerung zu einem besseren Verständnis darüber führen, wie Bienenstöcke durch Krankheitserreger oder Pestizide kontaminiert werden.

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