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Vergiftung

Kadaver im Futter – 60 Kühe verendet

Nutztiere | Freitag, 29. April 2016, sda

Auf einem Bauernhof im Thurgau sind über 60 Kühe gestorben, weil sie vergiftetes Futter gefressen haben. Der Grund war wohl ein Tierkadaver, der beim Mähen ins Futter gelangt war.

Der Thurgauer Kantonstierarzt Paul Witzig bestätigte am Freitag Berichte des «Landbote» und der «Bauernzeitung», wonach auf einem Hof in Gachnang in der Nähe von Frauenfeld seit dem 11. April 63 Tiere verendeten. Der Betrieb verlor rund die Hälfte seiner Kühe. Es könnten noch weitere Tiere sterben. Die Symptome der Tiere und ein Fellfetzen im Futter hatten zum Verdacht auf das Nervengift Botulinumtoxin geführt, den das Tierspital der Universität Zürich in der Folge bestätigte.

Erfolglose Rettungsversuche
Laut Ueli Braun, Leiter der Abteilung für Wiederkäuermedizin, schickte das Tierspital ein Team von Tierärzten nach Gachnang. Mit Infusionen versuchten die Tierärzte noch, Kühe zu retten – ohne Erfolg. Die Tiere mussten eingeschläfert werden. Das Nervengift, das in der Human- und Schönheitsmedizin etwa in Botox enthalten ist, entstand durch Bakterien bei der Verwesung des Tierkadavers. Der betroffene Landwirt vermutet, dass ein Fuchs, eine Katze oder ein Hase beim Mähen der Wiese in den Silierwagen geraten war.

Laut dem Thurgauer Kantonstierarzt Paul Witzig gab es in der Vergangenheit immer wieder Fälle von Vergiftung durch Botulinumtoxin. «Ausserordentlich ist einfach die Dimension», erklärte Witzig der Nachrichtenagentur sda. Dies hänge mit den heutigen Strukturen in der Tierhaltung zusammen. «Bei den grossen Erntemaschinen, hohen Geschwindigkeiten bei der Ernte und der Aufbereitung des Futters in Futtermischwagen können ohne weiteres Tierkadaver wie Wildtiere oder Katzen ins Futter gelangen, ohne dass dies erkannt wird.» Danach könnten in verunreinigtem Futter Bakterien wachsen, die das Gift bilden. Botulinumtoxin führt laut Witzig schon in geringsten Mengen zum Tod der Tiere.

Für die betroffene Bauernfamilie in Gachnang bedeutet das Kuhsterben auch einen grossen finanziellen Verlust. Laut dem Bauern waren die Tiere nicht gegen Vergiftung versichert.

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