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Tierschutz

Inder stirbt nach Protestaktion für Kühe

Nutztiere | Freitag, 18. März 2016, sda/afp

Acht Aktivisten in Indien haben im Kampf um einen besseren Schutz von Kühen Pestizide getrunken. Einer von ihnen ist an den Folgen gestorben.

Um dagegen zu protestieren, dass trotz einem Verbot in mehreren indischen Bundesstaaten Kühe geschlachtet werden, haben am Donnerstag acht Aktivisten in Rajkot Pflanzenschutzmittel getrunken. «Diese Männer sind mit Flaschen mit einer giftigen Substanz gekommen und haben eine kleine Menge davon vor dem Finanzamt getrunken», schilderte der Polizeibeamte Manish Nakum der Nachrichtenagentur AFP die Protestaktion. Sie seien danach alle schnell ins Spital gebracht worden. Ein 40-jähriger Protestteilnehmer ist am Donnerstagabend seinen Verletzungen erlegen. Vier Aktivisten wurden nach Angaben der Polizei nach einer Verschlechterung ihres Zustands in eine Privatklinik verlegt.

In Indien mit seiner mehrheitlich hinduistischen Bevölkerung gelten Kühe als heilig. Die Aktivisten wollen, dass die Tiere als «Rashtra Mata» (Mutter der Nation) eingestuft werden, damit sie besser geschützt sind. Nakum sagte, er glaube nicht, dass die Aktivisten geplant hätten, Suizid zu begehen. Sie hätten ein relativ mildes Pestizid getrunken, das beim Baumwollanbau verwendet wird.

Gewalt gegen muslimische Minderheit
Rund 80 Prozent der 1,25 Milliarden Einwohner Indiens sind Hindus. In der Vergangenheit wurden immer wieder Muslime angegriffen, die Rinder getötet und gegessen haben sollen. Ein Muslim wurde wegen eines derartigen fälschlichen Vorwurfs vergangenes Jahr sogar getötet. Beobachter befürchten eine wachsende Intoleranz der religiösen Mehrheit im Land seit dem Amtsantritt des nationalistischen Regierungschefs Narendra Modi vor zwei Jahren.

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