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Kantonale Abstimmung Bern

Tierversuchsdebatte wegen geplantem Laborneubau

1 Kommentare Nutztiere | Montag, 8. Februar 2016, sda

Tierversuche sind im Kanton Bern das grosse Diskussionsthema vor der kantonalen Volksabstimmung vom 28. Februar. Dem Volk vorgelegt wird ein Kredit von 140 Mio. Franken für den Bau eines neuen Gebäudes der Universität Bern.

In diesem Bau in der Nähe des Berner Inselspitals soll einerseits das Institut für Rechtsmedizin (IRM) eine neue Heimat finden. Niemand hat etwas gegen diese Pläne. Anderseits soll im Neubau das Departement für Klinische Forschung der Uni Bern untergebracht werden. Das bedeutet, dass auch jene Mäuse, welche die Uni für Tierversuche benutzt, eine neue Anlage für Zucht und Haltung erhalten sollen. Das rief Tierschützer und Tierrechtsorganisationen auf den Plan.

Zusammen mit zwei kleinen Berner Linksaussenparteien haben sie im vergangenen Jahr das Referendum gegen den Kreditbeschluss des bernischen Grossen Rats zustande gebracht. Sie argumentieren, die Uni Bern würde besser in die Forschung nach Alternativmethoden zu Tierversuchen intensivieren, als 140 Mio. Franken in einen "Luxusbau" zu stecken. Die US-Arzneimittelbehörde sage seit Jahren, 90 Prozent der Tierversuchserkenntnisse seien nicht auf den Menschen übertragbar und somit unnütz.

Alle grösseren Parteien dafür
Zu den Befürwortern des Kredits gehören alle grösseren Parteien. Sie machen geltend, dass das IRM und das Departement für Klinische Forschung der Uni Bern heute auf rund zwanzig Standorte verzettelt seien und unbedingt neue Räume brauchten.

Das neue Gebäude stärke den Forschungsstandort Bern. Bern sei ausserdem schweizweit führend in der Forschung nach Alternativmethoden zu Tierversuchen.Obwohl die Mäuse-Anlage nur einen kleinen Teil des Gebäudes belegen wird, dominiert dieser Aspekt die Diskussion über die Abstimmungsvorlage. Zeitungen bringen Hintergrundberichte und die Befürworter haben - in unterschiedlicher Zusammensetzung - bereits drei Medienkonferenzen zur Vorlage durchgeführt.

Offensichtlich bangen sie um den Kredit, obwohl der bernische Grosse Rat die Vorlage vor einem Jahr mit 139 zu 0 Stimmen bei zwei Enthaltungen guthiess.

 

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Kommentare (1)

Tanja B. am 08.02.2016 um 22:14 Uhr
Forschung ja, Tierversuche sind der falsche Weg. Wachsende Forschung erzeugt steigende Tierversuche. Es ist Augenwischerei, wenn die Befürworter behaupten, dass die Anzahl Tierversuche gleich bleiben würden. Und selbst wenn, umgerechnet auf Landesgrösse und Labors, betreibt die Schweiz 7 - 9 x mehr Tierversuche, als z.B. Frankreich, Italien oder Deutschland.

Die Resultate von Tierversuchen sind nicht auf den Menschen übertragbar. Dies zeigt einmal mehr der jüngste Fall in Frankreich. Diese Medikamente sind vor dem klinischen Test ebenfalls zuerst an Tieren versucht worden. Der Gesundheitsversorgung dienen diese Tierversuche nicht.
Tierversuche sind langwierig.
Hingegen sind die Resultate der Alternativmehtoden, die u.a. auf menschlicher Zellkultur basieren, auf den Menschen übertragbar und es liegen schnell Resultate vor. Bern, bzw. die Schweiz hat die Forschung zu Alternativmethoden verpennt. Dass sie darin führend sein soll, ist schlicht eine Lüge.
Der Bund und der Kanton gibt jährlich Fr. 76 Mio. in die Tierversuche. davon sind 52 Mio allein für die Gehälter der Forscher. Für Alternativmethoden stehen gerade mal 310'000 .-- zur Verfügung.
Klar halten Forscher und Co. an den veralteten, nichs aussagenden, brutalen Tierversuchen fest bei den Gehältern über einen langen Zeitraum.

Von den Befürwortern wird bestritten, dass es sich um einen Luxusneubau handelt. Als Vergleich: der nutzbare m2 kostet 15'600.-- Eine komfortable Wohnung mit Land kostet 4'500.-- - 7'000.-- / m2.
141 Mio (plus die 12 Mio, die früher schon bewilligt wurden) für Tierversuche und daneben Krankenkassenprämienverbilligung streichen, Geburtenabteilung in Riggisberg schliessen und Zweisimmen droht das ganze Aus und KK-Prämien steigen stetig?

Der Kredit wurde vom Grossen Rat durchgewunken. Die Grossrätin, die den Rückstellungsantrag stellen wollte, bekam 2 Minuten Redezeit. Eine Diskussion mit kritischen Fragen wurde verhindert.


Aus all diesen Gründen gilt es, ein NEIN in die Urne zu legen!

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