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Nachtruhe für Nachbarn

Bauer darf Rindern keine Glocken umhängen

3 Kommentare Nutztiere | Montag, 10. August 2015, sda

Rinder, die auf einer eingezäunten Weide grasen, brauchen keine Kuhglocken. Ein Bauer im Zürcher Oberland muss seinen Rindern gemäss Gerichtsentscheid nachts die Glocken abnehmen.

Der Nachbarschaftsstreit tobt in einem kleinen Weiler im Zürcher Oberland - acht Wohnhäuser und ein paar weitere Gebäude. Den jüngsten Entscheid fällte das Baurekursgericht des Kantons Zürich nach ausführlichen Erwägungen und einem Augenschein vor Ort. Mehrere Zürcher Zeitungen berichteten am Samstag darüber.

Der beteiligte Bauer besitzt laut Gericht 27 Rinder. Die meisten sind den Sommer über zwar auf der Alp, einige bleiben aber im Weiler. Dort grasen sie auf einer eingezäunten Weide gleich beim Wohnhaus der Nachbarn. Die übrigen Rinder gesellen sich im Frühling und Herbst dazu.

Streit seit vier Jahren
Der Konflikt begann gemäss den gerichtlichen Ausführungen vor rund vier Jahren. Damals begann der Landwirt, seinen von der Alp zurückgekehrten Tieren Glocken umzuhängen. Die Nachbarn baten ihn, dies zu unterlassen. Da gerieten sie beim Bauern aber an den Falschen: Seither ziehe er den Tieren «bereits im Frühjahr, wenn sie also noch nicht auf der Alp seien, sowie den Rindern, welche sich dauernd auf den Weiden aufhielten», die Glocken an und lasse sie ihnen auch im Herbst umgehängt, schreibt das Gericht.

Dies liessen sich die Nachbarn ihrerseits nicht bieten. Sie zogen den Streit weiter. Im November 2014 beschloss der Gemeinderat ein nächtliches Trageverbot von Kuhglocken. Der Bauer focht den Entscheid beim Baurekursgericht an und blitzte nun ab. Mit dem Entscheid vom 5. August gab es den Nachbarn Recht.

Begründung überzeugt nicht
Die Richter nahmen ihre Aufgabe nicht auf die leichte Schulter. Sie organisierten einen Augenschein vor Ort. Und sie stellten fest, dass «auch in einer Distanz von rund 80 Metern die (...) Lärmimmissionen sehr laut sind». Vom Bauern wollten die Richter wissen, weshalb er denn seinen Tieren Glocken umhänge. Um entlaufene Rinder finden zu können, erklärte dieser. Er kenne nämlich einen Fall, da sei ein Hund nachts in eine Weide eingedrungen und habe die Kühe derart in Panik versetzt, dass sie davongelaufen seien.

Davon liessen sich die Richter jedoch nicht überzeugen. Sie werteten das Interesse der Nachbarn an einem ungestörten Schlaf höher als das Interesse des Bauern an Rindern mit Kuhlocken. Zumal es doch sehr selten vorkomme, dass Hunde nachts auf Kuhweiden eindrängen und die Tiere erschreckten. Sie wiesen seinen Rekurs gegen den Gemeinderatsbeschluss ab.

Ob der Streit damit ausgestanden ist, ins offen. Der Bauer kann gegen das Urteil des Baurekursgerichtes beim kantonalen Verwaltungsgericht Beschwerde einreichen. Dessen Urteil wiederum kann ans Bundesgericht weitergezogen werden.

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Kommentare (3)

BRUNO BAERISWYL am 13.05.2016 um 19:35 Uhr
ES GIBT HALT IMMER LEUTE DI HABEN NICHTS ZU TUN KEINE BESCHÄFTIGUNG ICH WÜRDE SACHE SCHIZOFREN DUMM UND SCHWACHSINIG WEGEN EIN PARR TREICHELN SICH AUFZUREGEN ES SIND EINFACH ARSCHLÖCHER IST JA NICHTS DABEI UND WEGEN DEN TIEREN DAS MACHT DENEN NICHTS AUS IM GEGENTEIL

Rika Flaake am 11.08.2015 um 13:28 Uhr
"Kühe und Glocken gehören nun mal zusammen" und auch noch "egal ob die Weide eingezäunt ist oder nicht" Ach ja? Sinn? Entschuldigung, aber das "Gesetz der Vernunft" scheint gerade für Sie NICHT zu gelten... zumal, wird ein Rind mit Glocke geboren? Wenn der Lärm in 80 m Entfernung noch als so laut wahrgenommen wird, dass Menschen um schlafen zu können davor geschützt werden müssen, wie laut muss es dann für die Tiere sein, die mittendrin sind? Nur interessiert es niemanden, dass für das Vergnügen von Menschen die das Gebimmel schön finden, Tiere leiden müssen. Wie auch immer, hier geht es tatsächlich um ein anderes Problem, nämlich um der uralten albernen Konflikt Dörfler vs. Städter. Und das im 21. Jahrhundert. Unfassbar. Übrigens, bei Tinnitus sind Ohropax unerträglich.

Regina Freitag am 10.08.2015 um 13:08 Uhr
Kühe und Glocken gehören nun mal zusammen, egal ob die Weide eingezäunt ist oder nicht. Für mich gilt immer das Gesetz der Vernunft. Was war zuerst da? Der Bauer mit seinen Kühen oder der Neuzuzüger aus der Stadt? Wer neu hinzukommt, hat sich anzupassen. Die Kühe rennen ja auch nicht die ganze Nacht umher, nur damit sie Lärm machen können. Wer wegen Kuhglocken nicht schlafen kann, der hat ein anderes Problem, was aber dev nichts mit den Kuhglocken zu tun hat. Im schlimmsten Fall kann man noch auf Ohropax zurück greifen.

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