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Neue FIBL-Publikation

So werden Sie zum Rinderflüsterer

Nutztiere | Montag, 19. Januar 2015, Matthias Gräub

Wie sollen Landwirte mit ihren Kühen umgehen? Sollen Sie einen möglichst engen Kontakt zu ihren Tieren pflegen oder sie möglichst in Ruhe lassen? Eine neue Broschüre des FiBL gibt Ratschläge zum optimalen Rinderhandling.

Bauern, die ihre Rinder in Mutterkuhhaltung auf der Weide lassen, werden von Tierschützern allerseits gelobt, aufgrund ihres naturnahen Umgangs mit den Tieren. Doch die tierfreundliche Haltung mit wenig Kontakt zu den Kühen hat oft auch zur Folge, dass die Rinder scheu werden und daher mit Stress auf Begegnungen mit Menschen reagieren.

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) hat eine neue Publikation mit dem Titel «Erfolgreiches Rinderhandling: wahrnehmen, verstehen, kommunizieren» publiziert. Die 24-seitige Broschüre richtet sich an Landwirte und versucht, sowohl auf das Tierwohl als auch auf einen zumutbaren Aufwand für den Bauern zu achten.

Kopf hoch!
Mit kleinen Grafiken wird dargestellt, wie man sich einer Kuh am besten annähert, wo ihr Blickfeld liegt oder welche Kopf- und Schwanzposition welche Bedeutung hat. So verrät die Broschüre zum Beispiel, dass einem Stier eine Futterbelohnung stets weit oben, über seiner Nase, gereicht werden sollte. Wieso? Wird das «Leckerli» unter dem Maul verabreicht, senkt der Stier den Kopf – eine Droh-Haltung, wohingegen ein erhobener Kopf eine unterwürfige Geste darstellt.

Ein weiterer Abschnitt verrät, wie eine Rinderherde am besten von A nach B getrieben werden kann. Dabei wird vom lauten Rufen und Pfeifen abgeraten; das schallende «hälähälähälä», das gerne von viehtreibenden Bauern über den Hof gesungen wird, sei eher kontraproduktiv.

Wer es richtig angeht, und seine Tiere möglichst früh anhand des FiBL-Leitfadens an sich und andere Menschen gewöhnt, soll laut den Autoren der Broschüre künftig die tierfreundliche Freiland- oder Mutterkuhhaltung mit einem routinierten Verhältnis zwischen Tier und Mensch kombinieren können.

Die Broschüre kann beim FiBL für 9 Franken plus Porto bestellt oder als PDF gratis heruntergeladen werden. 
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