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Schweizer Tierschutz STS

Petition zum Schutz der Alpschafe

Nutztiere | Mittwoch, 17. Dezember 2014, pd/mg

Rund 200 Schafe sterben jedes Jahr durch Wolfrisse. Das ist nichts verglichen mit den 4000 Tieren, die laut dem Schweizer Tierschutz jährlich aus anderen Gründen sterben. Eine Petition soll die Schafe nun besser schützen.

Jedes Jahr verbringen rund 230'000 Schafe und Lämmer den Sommer auf Schweizer Alpen. Die meisten davon, schreibt der Schweizer Tierschutz STS in einer Mitteilung, unbeaufsichtigt. Zwei Prozent, also über 4000 davon, kehren laut STS nicht ins Tal zurück. Sie würden über Abgründe stürzen, Krankheiten und Steinschlägen zum Opfer werden, sich in Zäunen verfangen oder vom Blitz erschlagen werden. Nach jeder Alpsaison würden zudem Hunderte Schafe «vermisst» und allein auf dem Berg zurück- und ihrem Schicksal überlassen.

Der Schweizer Tierschutz hinterfrägt in seiner Mitteilung nun die bestehenden Tierschutzstandards, die aus ihrer Sicht ungenügend sind. «Es darf nicht länger sein, dass eine aus Tierschutzsicht ungenügende Schafhaltung mit grosszügigen Bundessubventionen unterstützt wird», schreibt die Organisation. Zugleich prangert sie an, dass der Wolf als «Sündenbock» dargestellt und abgeschossen werde. «Der Schutz von Schafherden ist (...) der einzige Weg für ein Zusammenleben mit Wolf und Co.»

Mit einer Petition will der STS dafür sorgen, dass sich die Behörden mit dem Schutz der Alpschafe auseinandersetzen. Er fordert darion sechs Massnahmen: 

Bessere Tierhaltungsbedingungen auf den Alpweiden:
Schafe und Ziegen müssen auf Alpweidenüber ausreichend Unterstände und sicheren Zugang zu Wasser verfügen. Die Herden müssen – wie im Talgebiet Pflicht – täglich kontrolliert werden.

Bessere Tiergesundheit auf den Alpweiden:
Vor der Alpsaison müssen die Herden einer Moderhinkesanierung unterzogen, hinkende und verletzte Alpschafe müssen schnellstmöglich einer tierärztlichen Behandlung zugeführt werden.

Herdenschutzpflicht für alle Herden in Raubtiergebiet:
Im Minimum sollen Herden im Erwartungsgebiet von Wolf, Bär und Luchs mit Elektrozäunen und/oder Schutzhunden geschützt oder behirtet sowie täglich kontrolliert werden.

Keine Subventionen mehr für ungeschützte Schafherden:
Nur Schafhalter, die ihre Aufsichts- und Schutzpflicht gegenüber den ihnen anvertrauten Tieren wahrnehmen, sollen künftig subventioniert werden.

Aufgabe von «unschützbaren» Alpen:
Wo der Herdenschutz respektive die Behirtung aus topografischen oder anderen Gründen unmöglich ist, soll auf den Alpbetrieb mit Schafen und Ziegen verzichtet werden.

Grossraubtiere weiter schützen:
Keine Lockerung des Schutzstatus von Wolf, Luchs und Bär, insbesondere keine präventiven «regulierenden» Abschüsse aufgrund von Schafrissen oder sinkender Jagderträge, keine Abschüsse von Rudelwölfen und Wolfswelpen. Verzicht auf den Austritt aus der Berner Konvention.

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