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Schwingfest 2016

Der nächste Siegermuni heisst wie ein Raclette

Nutztiere | Dienstag, 23. September 2014, Matthias Gräub

Am Samstag ist der Lebendpreis für den künftigen Schwingerkönig der Öffentlichkeit vorgestellt und getauft worden: Der Siegermuni. Der Holstein-Stier trägt den Namen seines Hauptsponsoren.

Heutzutage sind Sponsoren aus dem Spitzensport nicht mehr wegzudenken. Die Finanzierung von Stadien, Ligen und Veranstaltungen wäre auf dem aktuellen Niveau ohne sie kaum mehr machbar. Und so mussten sich Sportfans in aller Welt Schritt für Schritt nicht mehr nur an Banden- und Trikotwerbung gewöhnen, sondern auch daran, dass ihr Stadion nun beispielsweise nicht mehr Allmend oder Schluefweg heisst, sondern «PostFinanceArena» oder «Kolping-Arena». Und dass ihr liebster Fussballverein erst in der Nationalliga A, dann in der «Axpo Super League» und nun in der «Raiffeisen Super League» spielt, ohne, dass er je auf- oder abgestiegen wäre.

Kein Wunder also, sehen auch die Organisatoren des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests im Namenssponsoring eine Chance, ihre Mittel zum Stemmen dieses Grossanlasses ein wenig aufzubessern. 

Ein unglücklicher Name?
2016 ist es das nächste Mal soweit: Der Titel des Schwingerkönigs wird in Estavayer-le-Lac FR ein weiteres Mal vergeben. Und auf den Sieger wartet – wie traditionellerweise jedes Jahr – ein Stier. Der Holstein-Muni ist ziemlich genau ein Jahr alt und kommt aus dem kleinen Dorf Les Ecasseys im freiburgischen Glane-Bezirk. Am Samstag wurde er in Anwesenheit des aktuellen Schwingerkönigs Matthias Sempach, Funktionären und Polit- und Schwingerprominenz symbolisch mit einem Liter Milch getauft – auf den Namen «Mazot de Cremo».

Hauptsponsor ist, wie unschwer zu erraten ist, das Milchverarbeitungsunternehmen Cremo, mit Sitz im freiburgischen Villars-sur-Glâne, die eine Raclette-Käse-Marke namens «Mazot» vertreibt. Nun dürfte es einiges an Kopfschütteln aufwerfen, dass ein stolzer Stier den Namen eines Käsegerichts trägt, aber letztlich ist dies nichts neues: Auch die vorherigen Sieger-Stiere an den Eidgenössischen Schwingfesten trugen Sponsoren-Namen, nur sah man es ihnen nicht ganz so schnell an.

Sogar «Fors vo dr Lueg» ist ein Sponsorenname
Am ESAF 2007 in Aarau ging Siegerstier «Dobi» an Jörg Abderhalden. Gestiftet war er vom Coiffeur- und Beauty-Geschäft Dobi-Inter AG in Suhr. Als Kilian Wenger 2010 in Frauenfeld «putzte», trug der Siegermuni den Stolzen Vornamen «Arnold», der aber eben auch ein Nachname ist. Derjenige von Sponsor Walter Arnold und seinem Vieh- und Schweinehandel in Schönenberg AG.

Und sogar der schon fast majestätisch-erhaben klingende Name «Fors vo dr Lueg», an den wir uns noch gut erinnern können, weil er erst vor einem Jahr an Matthias Sempach ging (Die «Tierwelt» hat ihn übrigens im Stall besucht), ja, auch der hat seinen Namen von seinen beiden Sponsoren, dem Futtergeschäft Fors Kunz Kunath AG im ESAF-Austragungsort Burgdorf und dem Landgasthof Lueg auf dem gleichnamigen Emmentaler Berg.

Wer sich nun noch über den «versponsorten» Namen von «Mazot de Cremo» aufregt, darf dies tun, sollte sich aber für den Stier freuen, dass er nach einem Raclette benannt und nicht auf den Namen «Saucisson de Bell» getauft worden ist.

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