Aktuell
› Zurück

Genetik

Schweinehandel mit China ist 200-jährig

Nutztiere | Mittwoch, 16. Juli 2014, sda/afp

Für Europa ist der Verkauf von Mastschweinen zu Zuchtzwecken nach China heutzutage ein lukratives Geschäft. Eine am Dienstag veröffentlichte Studie zeigt jedoch, dass die Tiere einst selber aus Asien kamen.

Einer genetischen Untersuchung zufolge waren Vorfahren bestimmter Schweine vor rund zwei Jahrhunderten von China nach Europa gebracht worden, um europäische Tiere zu veredeln. Dies berichtet ein Team von Genetikern um Mirte Bosse von der Universität Wageningen in den Niederlanden in der Fachzeitschrift «Nature Communications».

Für ihre Studie untersuchten die Forscher die Gene von 70 Schweinerassen aus Europa und Asien. Dabei fanden sie heraus, dass sich in Europa chinesische Rassen im späten 18. und 19. Jahrhundert mit europäischen vermischten. Dass die Tiere aus China nach Europa gebracht wurden, lässt sich laut der Untersuchung auch anhand offizieller Frachtunterlagen aus der Zeit nachweisen.

Die chinesischen Schweine hätten «eine höhere Fleischqualität, eine starke Krankheitsabwehr und eine bessere Gewöhnung an das Leben im Stall» mit nach Europa gebracht, schrieben die Forscher. Auch habe sich nach ihrer Einfuhr die Zahl der bei einem Wurf geborenen Ferkel erhöht – in der Regel auf 15 oder mehr.

Originalpublikation:
Mirte Bosse et al.: «Genomic analysis reveals selection for Asian genes in European pigs following human-mediated introgression». Nature Communications 5, Article number: 4392 
doi:10.1038/ncomms5392 

› Zurück
Kommentar schreiben

Klassische Website anzeigen