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Angst vor Tuberkulose

Kaum mehr Touristenkühe in Österreich

Nutztiere | Dienstag, 1. Juli 2014, sda

Letzten Sommer haben noch 900 St. Galler Rinder auf Weiden in Vorarlberg gegrast, dieses Jahr sind es nur noch etwa hundert. Grund dafür ist die Angst vor der Rindertuberkulose.

Wegen der Gefahr von Rindertuberkulose verbringen nur noch sehr wenige Rinder aus dem Kanton St. Gallen den Sommer auf Vorarlberger Alpen. Das hintere Montafon und das Silbertal – dort kam es in den letzten Jahren zu Ansteckungen – werden vollständig gemieden.

Statt 900 Tiere aus dem Kanton St. Gallen wie in den letzten Jahren werden 2014 nur noch etwa 100 Rinder auf Vorarlberger Alpen gesömmert, wie das St. Galler Gesundheitsdepartement am Montag informierte.

Gründe dafür sind die seuchenrechtlichen Auflagen nach der Rückkehr der Rinder, aber auch neue Förderbeiträge des Bundes für die Sömmerung des Viehs auf Schweizer Alpen. Diese Förderbeiträge wurden unabhängig vom Auftreten der Rindertuberkulose eingeführt.

Als weitere Massnahme gegen die Tierkrankheit lassen die Kantone St. Gallen und Graubünden sowie das Fürstentum Liechtenstein die Hirsche entlang der Grenze zu Vorarlberg stärker überwachen. Die Amtstierärzte untersuchen geschossene Tiere, aber auch Fallwild, um eine allfällige Einschleppung der Krankheit frühzeitig zu erkennen.

Ausbruch im Herbst 2013
Tuberkulose beim Rotwild hatte in Vorarlberg in den Jahren 2011 bis 2013 zur Ansteckung bei Rindern während der Sömmerung geführt, darunter auch Rinder aus der Ostschweiz. Im September 2013 brach die Rindertuberkulose auf einem Bauernhof in Appenzell Ausserrhoden aus. In der Folge wurden 4000 Rinder in 130 Betrieben – über die Hälfte davon im Kanton St. Gallen – untersucht. Rund 100 Tiere wiesen Anzeichen der Krankheit auf und wurden sicherheitshalber geschlachtet.

Im Zug der Abklärungen wurde Tuberkulose in drei weiteren Betrieben im Kanton St. Gallen und im Thurgau nachgewiesen. Aufwendige Reinigung und Desinfektion war nötig, um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen. Inzwischen sind die Untersuchungen abgeschlossen und die Sperre des Tierverkehrs aufgehoben.

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