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Kantonales Labor Zürich

Erste Produkte mit Insekten unter der Lupe

Kleintierzucht | Dienstag, 12. Juni 2018 09:00, sda

Das Kantonale Labor Zürich, das für die Lebensmittelkontrolle im Kanton zuständig ist, hat im vergangenen Jahr erstmals Produkte mit Insekten untersucht. Fazit: Die Produkte haben bestanden.

Mit dem neuen Lebensmittelrecht, das am 1. Mai 2017 in Kraft trat, dürfen neu Mehlwurm, Heimchen und Wanderheuschrecke als Lebensmittel verkauft werden - ganz oder zum Beispiel als Mehl zerkleinert. Dafür mussten neue Analyseverfahren entwickelt werden: So kann beispielsweise überwacht werden, ob nur die zugelassenen Insektenarten in die Produkte verarbeitet wurden.

Allerdings wird aus den Untersuchungen nicht klar, ob die Insekten als Tierfutter produziert wurden oder ob bei der Aufzucht die lebensmittelrechtlichen Vorgaben eingehalten wurden.

Vermehrte Kontrollen
Dies könne wohl auch in Zukunft nur mittels Kontrollen im Produktionsbetrieb überprüft werden, was vor allem auch für die Selbstkontrolle von Verarbeitern und Wiederverkäufer solcher Produkte gelte, heisst es im am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht des Kantonalen Labors.

Das Labor untersuchte bei der ersten Kampagne für Lebensmittel mit Insekten im Spätherbst die drei damals erhältlichen Produkte. «Die verwendeten Insekten gehörten zu den bewilligten Arten und auch die mikrobiologischen Befunde gaben keinen Anlass für eine Beanstandung», zieht das Labor im Jahresbericht Fazit.

Fokus der Lebensmittelkontrolle verschiebt sich  
Das neue Lebensmittelrecht hat noch weitere Auswirkungen auf die Lebensmittelkontrolle, denn es gewähre den Betrieben mehr Raum für Kreativität. «Neu ist nicht mehr alles verboten, was nicht explizit erlaubt ist, sondern alles erlaubt, was nicht explizit untersagt wird», heisst es in der Mitteilung der Zürcher Gesundheitsdirektion.

Das bedeutet mehr Verantwortung für die Lebensmittelbetriebe, die neue Produkte und Verfahren mittels Selbstkontrolle prüfen müssen. Und da die Hauptverantwortung für sichere Lebensmittel damit noch deutlicher bei den Betrieben liegt als früher, verschiebt sich der Fokus der Lebensmittelkontrolle: Prozesskontrollen und die Überprüfung der Selbstkontrollkonzepte erhalten eine noch grössere Bedeutung - und werden aufwändiger und noch anspruchsvoller.

Gleichzeitig bleiben Produktkontrollen wichtig, wie beispielsweise die Untersuchungen von Gemüse aus dem asiatischen Raum zeigen. Diese würden nach wie vor eine hohe Beanstandungsquote aufweisen.

Da bei importierten Produkten keine Prozesskontrollen im Produktionsland durchgeführt werden können, ist «eine engmaschige analytische Kontrolle» das einzige wirksame Mittel, um Konsumenten vor gesundheitsgefährdenden Produkten zu schützen.

19'000 Proben untersucht  
Das Kantonale Labor Zürich analysiert und beurteilt mittels Stichprobe sämtliche Arten von Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen wie Verpackungen, Kosmetika, Kinderspielwaren und Textilien. Mit den Untersuchungen steigert das Labor die Lebensmittelhygiene und -sicherheit und trägt so massgeblich zur guten Gesundheit der Bevölkerung bei.

Das Labor untersuchte im Jahr 2017 rund 19'000 Lebensmittel, Gebrauchsgegenstände und Badewasserproben - wobei das Trinkwasser mit rund 7000 Proben besonders intensiv geprüft wurde. Dabei wurden 48'500 Analysen durchgeführt. Von den 18'500 lebensmittelrechtlich beurteilten Proben seien 8,5 Prozent von den gesetzlichen Vorgaben abgewichen.

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