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Revisionen diverser Verordnungen

Neue Regeln im Veterinärbereich

Kleintierzucht | Mittwoch, 24. Januar 2018 08:34, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen

Die Anpassungen der Tierschutzverordnung sowie weiterer Verordnungen im Veterinärbereich fördern den schonenden Umgang mit Tieren. Die Änderungen treten am 1. März in Kraft.

 

Die bedeutenden Änderungen in der Tierschutzverordnung gehen insbesondere auf parlamentarische Vorstösse zurück. Sie betreffen die Heimtier- und die Nutztierhaltung. Die wichtigsten neuen Vorschriften werden nachfolgend erläutert.

Regelungen für Veranstaltungen mit Tieren
Wer Veranstaltungenzum Beispiel Ausstellungen oder Sportanlässe, organisiert, muss neu dafür sorgen, dass die Tiere von fachkundigen Personen betreut werden. Die Verantwortung für das Wohlergehen der Tiere liegt weiterhin in erster Linie bei ihren Halterinnen oder Haltern. Die Veranstalterin ist jedoch verpflichtet, Massnahmen zu ergreifen, wenn Teilnehmende ihren Pflichten gegenüber den mitgebrachten Tieren nicht nachkommen.

Tiere, die bei einer Veranstaltung Stressreaktionen zeigen, müssen aus den Veranstaltungsräumen entfernt und schonend untergebracht werden. Ab 1. März 2018 ist es verboten, Streichelgehege mit Kaninchen, Kleinnagern oder Küken im Rahmen von Veranstaltungen einzurichten. Von diesem Verbot sind permanent eingerichtete Streichelgehege, zum Beispiel in Zoos, auf landwirtschaftlichen Betrieben oder in der Umgebung von Altersheimen, nicht betroffen. Weiter dürfen Tiere, die zuchtbedingt mittlere oder schwere Belastungen zeigen, nicht mehr ausgestellt werden.

Massnahmen gegen den illegalen Hundehandel und Verbot von Bellstopp-Geräten
Anbieterinnen oder Anbieter von Hunden müssen künftig in Verkaufsinseraten ihre Adresse sowie die Herkunft der Hunde angeben. Durch diese Massnahme wird der Verkauf von illegal importierten Hunden erschwert. Neu sind sämtliche Bellstopp-Geräte verboten, die durch Lautäusserungen des Hundes ausgelöst werden, also auch Geräte, die ausschliesslich Wasser oder Druckluft ausstossen. Diese waren bisher von diesem Verbot ausgenommen.

Der Hummer ist künftig besser geschützt
Hummer und andere Panzerkrebse dürfen nicht mehr auf Eis oder in Eiswasser transportiert werden. Das ist für den Import in die Schweiz von Bedeutung. Alle im Wasser lebenden Arten müssen neu immer in ihrem natürlichen Milieu gehalten werden – das betrifft auch den Hummer. Ausserdem müssen Panzerkrebse betäubt werden, bevor man sie tötet. Das in der Gastronomie übliche Eintauchen nicht betäubter Hummer in siedendes Wasser ist somit nicht länger zulässig.

Deklarationspflicht für Heimtiergehege
Beim gewerbsmässigen Verkauf von Heimtiergehegen müssen Anbieterinnen und Anbieter neu schriftlich darüber informieren, welche Tierart im jeweiligen Käfig gesetzeskonform gehalten werden kann. Dies verhindert, dass zu kleine Käfige verkauft werden. Ebenso müssen Verkäuferinnen und Verkäufer Informationen zur tiergerechten Haltung der jeweiligen Tierart abgeben.

Tierschutzbeauftragte für Tierversuche
Bisher fehlte in der Tierschutzverordnung die Funktionsbeschreibung und Kompetenzregelung für Tierschutzbeauftragte, die die Forscherinnen und Forscher im Bewilligungsprozess unterstützen und als Kontaktpersonen für die kantonalen Fachstellen eine wichtige Rolle spielen. Sie sollen insbesondere sicherstellen, dass die Angaben für die Beurteilung des unerlässlichen Masses als Entscheidungsgrundlage für die Bewilligungsstelle in den Gesuchen für Tierversuchsbewilligungen vollständig aufgeführt werden.

Tiere müssen fachgerecht getötet werden
Wenn die Behandlung kranker oder verletzter Tiere aussichtslos oder nur unter grossen Schmerzen möglich ist, sollen sie zur Leidensbegrenzung getötet werden. Neu legt die Tierschutzverordnung fest, welche Kriterien eine fachgerechte und tierschutzkonforme Tötung erfüllen muss. Die neuen Vorschriften sind in einer Serie tierartspezifischer Fachinformationen des BLV erläutert.

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