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Die Saison hat begonnen

Startschuss mit zwei Meisterschaften

Kleintierzucht | Donnerstag, 23. November 2017 08:00, Fabian Schenkel

Mit einer Schau von über 600 Tieren und zwei Schweizer Meisterschaften läutet der Kaninchen- und Geflügelzüchterverein Rorschacherberg die Ausstellungssaison ein. Ein Überblick über weitere Geflügel-Klubschauen.

Die Ausstellung am kommenden Wochenende in Rorschacherberg SG ist nicht irgendeine Schau. Seit Jahrzehnten lockt der Kaninchen- und Geflügelzüchterverein regelmässig Spezialklubs an die Ausstellung an den Bodensee. Die Geflügelliebhaber bringen ihre Hühner aus der ganzen Schweiz an den äusseren Zipfel der Schweiz, weil sie die guten Ausstellungsbedingungen kennen. Die «erweiterte Lokalschau» ist aber nicht nur ein Szenetreff für Rassehühnerzüchter und -freunde, sondern ein regelrechtes Dorffest.

An jedem Ausstellungstag tritt eine Festmusik auf und sorgt für Stimmung in der Festbeiz. So wird es auch dieses Wochenende sein. An einer nationalen Geflügelschau buhlen jeweils alle Züchter von Rassehühnern um die begehrten Championtitel in unterschiedlichen Kategorien. Die meisten von ihnen sind in Vereinen und Spezialklubs organisiert, die sich für die Förderung und den Erhalt einer bestimmten Rasse oder einer Gruppe verwandter Rassen einsetzen. Dazu gehört auch, dass die Vereine jedes Jahr ihre ganz eigene Schweizer Meisterschaft durchführen.

Im vergangenen Jahr mussten der Vogelgrippe wegen jedoch praktisch alle diese Anlässe abgesagt werden. In diesem Jahr gibt es – bis zum jetzigen Zeitpunkt – glücklicherweise noch keine Vogelgrippefälle, weshalb sich aktuell die Mitglieder des Schweizerischen Seiden- und Haubenhühner-Züchterklubs sowie die Schweizer Züchter des Deutschen Zwerghuhns auf ihre Schweizer Meisterschaft in Rorschacherberg freuen können.

Richter achten auf Sichtfreiheit
Die Freunde der Haubenhühner sind in der Landschaft der Rassehühner einer der grösseren Spezialklubs, so gibt es nebst den dominanten Seidenhühnern auch immer wieder besondere Spezialitäten zu entdecken. Aus dem kleinen russischen Dorf Pavlov sollen die seit dem 17. Jahrhundert bekannten Pavlovhühner (auch Pawlowskaja) kommen. Dieses Jahr werden sie in zwei Farbenschlägen gezeigt. Ebenfalls nicht alltäglich ist die französische Fleischrasse Houdan, die in der Schweiz einen kleinen, aber treuen Liebhaberkreis hat.

Bei den Haubenhuhnrassen braucht es besonders viel Pflege, um die Tiere für eine potenzielle Prämierung fit zu machen. Die meisten Hühner bekommen dazu ein Vollbad, damit ihr Kopfschmuck gut zur Geltung kommt. Bei der Prämierung achten die Preisrichter besonders darauf, nicht zuletzt aus Tierschutzgründen, dass jedes einzelne Tier Sichtfreiheit hat und dadurch seiner natürlichen Bewegung nichts im Weg steht.

Absolute Rarität mit Kronenkamm
Die zweite Schweizer Meisterschaft tragen die Züchter des Deutschen Zwerghuhns unter sich aus. Diese Hühner wurden einst von einem gewissen Herrn Müller erzüchtet. Dazu kreuzte er eine Bantamhenne mit einem Phönixhahn. Er wollte ein schlichtes, aber eleganten Huhn schaffen, das dem wilden Bankivahuhn ähnlich ist. Die Standardkommission des damaligen Bundes Deutscher Geflügelzüchter hat das Deutsche Zwerghuhn am 1. Juli 1917 als Rasse anerkannt.

Aus dem einen Farbenschlag sind mittlerweile 21 anerkannte Farbvarianten entstanden, wovon sechs in Rorschacherberg um den Titel des schönsten Tieres kämpfen. Anlässlich der gleichzeitig stattfindenden Lokalschau wird eine reichhaltige Palette an Geflügel präsentiert: von Laufenten über klassische Amrockhühner bis hin zu den kleinen Chabos. Mit den Zwerg-Augsburgern wird zudem eine absolute Rarität gezeigt. Diese haben keinen klassischen, sondern einen Kronenkamm auf dem Kopf. Dieser besteht aus zwei gezackte Reihen, die hinten und vorne zusammenfliessen und so eben eine Krone bilden.

Weil die Zwerg-Augsburger praktisch die einzige verbleibende Hühnerrasse mit dieser Besonderheit ist, werden sie nur noch selten gehalten – und so bekommt man Hühner mit einem Kronenkamm praktisch nie zu sehen. Das 800 Gramm schwere Zwerghuhn hat ein schwarzes Gefieder mit grünem Glanz. Die weissen Ohrscheiben weisen auf weissschalige Eier hin. Letztere wiegen mindestens 38 Gramm. Die Ausstellung in Rorschacherberg umfasst eine grosse, abwechslungsreiche Farbenpalette bei den Geflügelrassen. Sie ist allemal einen Besuch wert.

Seiden- und Haubenhuhn
Die Hühner mit den flaumreichen und haarähnlichen Federn gehören oft zu den Publikumslieblingen an einer Ausstellung. An der Schweizer Meisterschaft in Rorschacherberg werden fast 100 Seidenhühner in20 verschiedenen Varianten gezeigt: von der Grossrasse mit Bart bis zur Zwergrasse ohne Bart. Der Spezialklub betreut noch weitere Haubenrassen. Mit dabei sind 36 Zwerg- Holländer-Haubenhühner sowie 27 Zwerg-Paduaner in sieben Farbenschlägen.

Deutsches Zwerghuhn
Um den Schweizermeistertitel kämpfen in einem gesunden Wettstreit sechs verschiedene Farbenschläge. Zur beliebtesten Variante zählt in diesem Jahr die gold-porzellanfarbige Variante. Diese Zwerghühner wurden vor genau 100 Jahren erstmals ausgestellt. Die lebhaften Tiere haben einen langen Schwanz, mit reichlich Sicheln beim Hahn, die den Boden nicht berühren sollten. Die Hennen werden 600 Gramm schwer und legen mit 30 Gramm verhältnismässig grosse Eier.

Lokal-Schau mit zwei Schweizer Meisterschaften
Erweiterte Lokalschau des Kaninchen- und Geflügelzüchtervereins Rorschacherberg in der Mehrzweckhalle, Goldacherstrasse 1, 9404 Rorschacherberg, Öffnungszeiten: Freitag, 24. November, 18 – 21 Uhr, Samstag, 25. November, 9 – 21 Uhr, Sonntag, 26. November, 9 – 16 Uhr. Die Festwirtschaft ist am Freitag und am Samstag bis 24 Uhr geöffnet.

 

 

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