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Tierpark Goldau

Outdoor-Wintermode im Tierreich

Zoo, Kleintierzucht | Donnerstag, 9. November 2017 18:00,

Die Tierpark-Bewohner in Goldau rüsten sich für die kalte Jahreszeit. Beim Fellwechsel ist Funktionalität wichtiger als Fashion.

Schneetreiben, kalte Winde, tiefe Temperaturen: Der Winter stellt Wildtiere vor grosse Herausforderungen. Während einzelne Arten wie das Murmeltier von September bis März Winterschlaf halten, bleiben viele Tierpark-Bewohner aktiv und trotzen der kalten Jahreszeit. Der Schneehase ist das Vorzeigebeispiel für Tiere, die sich für den Winter rüsten. Im Herbst wechselt er sein braunes Sommerkleid und wird weiss. Während dem harschen Bergwinter hilft ihm der Winterpelz gleich doppelt: Die weisse Farbe dient den Tieren zur besseren Tarnung im Schnee und die hohlen, luftgefüllten Haare ohne Pigment können eine grosse Menge Luft im Pelz einlagern. Diese isoliert gegen die Kälte und funktioniert wie ein natürlicher Schlafsack, der den Schneehasen von Kopf bis Fuss einhüllt und warmhält.

Auch die Fortbewegung optimiert der Schneehase: Dank seinen grossen und breiten Pfoten kann er sich wie mit Schneeschuhen bewegen und vermeidet ein zu starkes Einsinken bei tiefem Schnee. Zudem verbringen die Tiere einen grossen Teil des Tages in einer schützenden Schneehöhle. Wie in einem Iglu sind die Temperaturen dort immer knapp über Null – bei Minusgraden im Hochgebirge ein unschätzbarer Vorteil.

Kalte Beine und warmer Körper
Der Fellwechsel ist eine typische Anpassung der Wildtiere an den Bergwinter. Die Winter-Outfits müssen vor allem guten Wetterschutz gewährleisten – für Extravaganz bleibt keinen Platz. Genauso wie der Schneehase machen es auch Steinböcke, Gämsen oder Rothirsche. Zusätzlich zum dicken Pelz greifen sie in die Trickkiste des Energiesparens. So lassen Rothirsche und Steinböcke in kalten Winternächten ihre Beine gezielt auskühlen, indem sie weniger warmes Blut in ihre Extremitäten lenken.

Damit haben sie zwar kalte Glieder, sparen aber Wärmeenergie. Ganz wichtig zum Überleben im Gebirge sind auch Fettreserven direkt am Körper. Wer genug «Speck auf den Rippen» hat, erhöht seine Chancen, den Winter zu überstehen. Auch die Fellfarbe kann beim Überleben helfen. Das Winterfell der Gämse ist dunkler gefärbt als das Sommerfell. Damit kann sie an Sonnentagen mehr Wärme aufnehmen als mit einem hellen Fell.

Wer beobachten will, wie sich die Tiere auf den Winter einstellen, erhält im Tierpark Goldau Informationen zu diesem Thema. Es ist der Schwerpunkt in der kalten Jahreszeit.

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