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Auktion

Rekordtaube lässt die Kasse klingeln

Kleintierzucht | Dienstag, 28. März 2017, Rita Schmidlin

Die Zeiten, als Brieftauben als «Rennpferde des kleinen Mannes» bezeichnet wurden, sind längst vorbei. Der Versteigerungspreis von 360'000 Euro für eine Brieftaube hat trotzdem für Aufsehen gesorgt.

Gino Clicque aus Belgien wird als Stern am Firmament des Taubensports bezeichnet. Seine Erfolge in der Mittel- und Weitstrecke mit vielen Spitzentauben machten ihn bekannt. Nun hat er sich entschlossen, seine Brieftauben zu verkaufen. Er hat dem bekannten belgischen Internet-Versteigerer Pipa Pigeon Paradise den Auftrag gegeben, seinen Bestand von 405 Tauben online anzubieten.

Zwei Wochen lang wurden die Brieftauben in kleinen Gruppen vorgestellt – mitsamt Abstammung und Leistungsnachweisen. Die Angebote kamen aus aller Welt. Knapp 100 Tauben bleiben letztlich in Belgien. Der grösste Teil wurde nach Asien versteigert: 130 Tiere nach China, 65 nach Taiwan und 16 nach Japan. Schweizer Bieter erhielten keinen Zuschlag.

Das Taubenmännchen «Golden Prince» mit Jahrgang 2013 gehört zu den absoluten Stars der original Clicque-Tauben und konnte viele Erfolge auf der Weitstrecke und Nationalflügen feiern. Der Vogel gilt als einer der besten Weitstreckenflieger. «Golden Prince» wurde am zweitletzten Tag der Versteigerung angeboten und war der Star des Tages. Zwei chinesische Bieter und das Duo Samuel Mbiza und Mark Kitchenbrand aus Südafrika trieben den Preis für den Supervogel in die Höhe.

Spannung bis zum Schluss
Schon früh war klar, dass «Golden Prince» alle Rekorde schlagen würde. Bald schon überstieg das Angebot den bisherigen Rekordpreis von 310 000 Euro von 2013 für die Taube «Bolt» von Leo Heremans. Die südafrikanischen Bieter waren nach Belgien gereist, um vor Ort bieten zu können. Sie lagen immer wieder vorne und bekamen schliesslich den Zuschlag für den neuen Rekordpreis von 360 000 Euro.

Ein Video auf der Pipa-Homepage zeigt die südafrikanischen Bieter im Moment der Entscheidung. Als Kitchenbrand auf seinem Handy sieht, dass er den Zuschlag erhalten hat, weicht sein nervöses Bibbern unbändiger Freude. Und Mbiza sagt darauf stolz in die Kamera: «Die Chinesen haben uns Kopfschmerzen bereitet, aber wir haben es geschafft. Wir haben Brieftauben-Geschichte geschrieben.»

Pipa verkündete ebenso euphorisch: «Die Versteigerung war ein gigantisches Projekt, das sowohl vom Verkäufer als auch vom gesamten Pipa-Team gewaltige Anstrengungen gefordert hat. Der Erfolg war dann auch überwältigend. Golden Prince brach den Rekord der teuersten Taube.»

Insgesamt hat die Versteigerung des Clicque-Taubenbestands über zwei Millionen Euro eingebracht, im Schnitt also rund 5000 Euro pro Taube. Einzig im Mai 2013 übertraf Leo Heremans mit mehr als vier Millionen Euro diesen Erlös.

Die teuersten Brieftauben

1.

Golden Prince

360'000 €

Gino Clicque

2.

Bolt

310'000 €

Leo Heremans

3.

Safier Kweekkoppel

270'000 €

Leo Heremans

4.

Dolce Vita

250'400 €

Pieter Veenstra

5.

Nikolaas

244'000 €

Casaert-Sénéchal

6.

Nieuwe Olympiade

210'000 €

Leo Heremans

7.

Ouders Bolt

184'000 €

Leo Heremans

8.

Euro Diamond

170'000 €

Brockamp

9.

Gilbert

162'000 €

Leo Heremans

10.

Blauwe Prins

156'000 €

Pros Roosen

 

Im Video sehen sie die letzten Sekunden der Rekordversteigerung und die darauffolgenden Reaktionen:

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