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Auch das gibt's

Kaninchencafés locken Japaner an

Kleintierzucht, Unterhaltung | Dienstag, 27. Januar 2015, Matthias Gräub

Solche Trends nehmen immer in Japan ihren Anfang: Während die ersten Katzencafés in der Schweiz bald eröffnet werden könnten, sind die Asiaten schon wieder einen Schritt weiter und setzen auf Kaninchen-Cafés.

Das Kaninchencafé «Ra.a.g.f» in Tokio. Video: YouTube/kimdao.

In letzter Zeit häufen sich die Meldungen über neue Restaurantbetriebe, die ihren Kunden anbieten, Tiere zu streicheln. So will eine Genferin bald ein Katzencafé eröffnen und in Los Angeles soll ein Hundecafé seine Türen öffnen. Es sind dies Geschäftsideen, die bei uns ganz neu sind, nicht aber in Asien. Dort sind die tierischen Kaffeehäuser längst etabliert. Deshalb lohnt sich auch der Blick in die Kristallkugel (bzw. nach Japan), um herauszufinden, was uns in ein paar Jahren noch so alles erwarten könnte.

Kaninchencafé «Ra.a.g.f.» in Tokio. Bild: John Gillespie/Flickr/CC-BY-SA

Wir sprechen vom Kaninchencafé. Foto und Video oben zeigen Szenen aus einer heilen Kaninchenwelt im Café «Ra.a.g.f.» in Tokio. Die kuriose Buchstabenkombination steht für «Rabbit and grow fat», was erstens Beweis für mittelmässige Englischkenntnisse seitens der Betreiber ist und zweitens frei übersetzt «Kaninchen und fett werden» heisst.

Sieht ganz schön aus, kleine, grüne Ikeatische, an denen der geneigte Japaner im Schneidersitz ein Käffchen trinken und dabei für ein kleines Entgeld Kaninchen auf seinen Knien streicheln kann. Vermutlich verbringen viele japanische Berufsleute ihre spärliche Freizeit damit, sich Entspannung in Gesellschaft der Langohren zu suchen, doch ob der täglich wechselnde Besucheraufmarsch für die Tiere selbst auch entspannend ist, muss doch schwer in Frage gestellt werden.

Kommt der Trend auch in die Schweiz?
Ausserdem, und das dokumentiert das zweite Video unten (aus einem anderen Kaninchen-Café) noch besser, werden die Tiere, wenn sie nicht gerade Karottenstreifchen auf dem Minirock einer Kundin knabbern dürfen, in ziemlich spärlich eingerichteten Käfigen gehalten. Und wenn überall Kaninchen rumhoppeln, besteht für unvorsichtige Tierliebhaber durchaus mal Gefahr, auf eins zu treten, was für den Menschen höchstens seelisches Leid und einen verdrehten Knöchel zur Folge haben dürfte, für das Tier aber viel schlimmer enden könnte.

Möchten wir in der Schweiz also auch ein solches Kaninchen-Café? Vielleicht, in zehn Jahren, wenn sich der Trend auf unseren Kontinent verschiebt (und das wird er bestimmt). Aber wenn, dann bitte mit Tieren in Artgerechter Haltung und mit Blick auf das Tierwohl, nicht als reine Geldmacherei.

So bitte nicht in der Schweiz. Video: YouTube/SoloTravelBlog

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