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Schmuggler erwischt

Papageieneier in der Unterwäsche

Wildtiere, Kleintierzucht | Donnerstag, 17. Oktober 2013, sda/mt/mg

Die Zollfahndung Zürich hat nach langen Ermittlungen den Schmuggel von über 150 artengeschützten Papageieneiern aufgedeckt. Dadurch wurde ein internationaler Händlerring gesprengt.

Wie die Eidgenössische Zollverwaltung am Donnerstag bekanntgab, wurde bereits im August 2010 ein Schweizer am Flughafen Zürich festgenommen, als er bei der Zollkontrolle mit 25 Vogeleiern im Wert von 65'000 Franken in der Unterwäsche erwischt wurde. Der Mann war aus Brasilien in die Schweiz eingereist.

Als Taubenzüchter ausgegeben
Der 45-jährige Mann wollte, von Brasilien kommend, in die Schweiz einreisen. Bei der Zollkontrolle blieb er jedoch hängen. Sein komischer Gang sei einem Zöllner aufgefallen, sagte Beat Eugster von der Zollfahndung Zürich gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Beim Zoll habe man nicht schlecht gestaunt, als die Eier zum Vorschein kamen, so Eugster. Der Mann habe sich als Taubenzüchter ausgegeben und gesagt, es handle sich um Taubeneier. Taubeneier aus Brasilien dürfen jedoch aus tierseuchenrechtlichen Gründen nicht in die Schweiz eingeführt werden.

Folglich habe man sie in Absprache mit dem Grenztierarzt zerstört, sagte Eugster weiter. Im Laufe der Ermittlungen gegen den in der Ostschweiz wohnhaften Mann stellte sich dann heraus, dass es sich bei den zerstörten «Taubeneiern» um Eier von Papageienarten handelte, die vom Aussterben bedroht und deshalb dem Washingtoner Artenschutzabkommen unterstellt sind.

Gut vernetzter Vogelhändler
Zudem kam heraus, dass der Mann in den letzten Jahren über 150 Eier von geschützten Papageien und Fasanen nach Indonesien, Thailand und Mexiko schmuggelte. Die Herkunft dieser Eier ist unbestimmt. Die sichergestellten Beweise zeigten, dass es sich beim Schmuggler um einen international bestens vernetzten Vogelhändler handelt. Sein Tierbestand umfasste mehrere hundert Vögel, darunter auch äusserst seltene und vom Aussterben bedrohte Arten.

Bei einem Mittäter wurden zudem sieben seltene Papageien mit einem geschätzten Handelswert von 80'000 Franken entdeckt. Wegen Widerhandlungen gegen Zoll- und Artenschutzbestimmungen müssen die beiden Männer mit hohen Bussen rechnen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Laut Eugster war der Vogelhändler schon einmal in ein Strafverfahren verwickelt.

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