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Zoo Zürich

Nachwuchs bei den Goldgelben Löwenäffchen

Zoo | Sonntag, 24. Februar 2019 11:58, sda

Hier ist ein gutes Auge gefragt: Wer die beiden im Zoo Zürich neugeborenen Goldgelben Löwenäffchen entdecken will, muss genau hinschauen.

Die beiden Jungtiere im Zoo Zürich klammern sich eng an eines der älteren Tiere und verschwinden fast in dessen dichtem Fell. Die kleinen Zwillinge sind am 5. Februar auf die Welt gekommen und gerade einmal rund zehn Zentimeter gross. Mit dem aktuellen Zuwachs umfasst die Zürcher Gruppe elf Tiere. Sowohl der Vater als auch die älteren Geschwister tragen die Jungen herum, um die Mutter zu entlasten.

Goldgelbe Löwenäffchen leben in Familiengruppen zusammen, die in der Regel aus einem monogamen Paar und dessen Nachwuchs bis zum Alter von drei bis vier Jahren bestehen. Die ausgewachsenen Tiere sind von der Nasen- bis zur Schwanzspitze ungefähr 60 Zentimeter lang, wiegen rund 500 Gramm und haben ein seidig glänzendes Fell. Sie sind tagaktiv und schlafen nachts in Baumhöhlen oder im dichten Pflanzenwuchs.

«Erfolgreichstes Wiederansiedlungsprojekt»  
Die Goldgelben Löwenäffchen gehören zu den seltensten Primatenarten weltweit. Dass es sie überhaupt noch gibt, ist einem international koordinierten Rettungsprogramm zu verdanken.

Im Jahr 1975 wurden in ihrer Heimat, den atlantischen Küstenwäldern Brasiliens, gerade einmal noch 100 bis 200 Tiere gezählt, wie Kurator Robert Zingg am Mittwoch vor den Medien sagte. Durch Wiederansiedlung und Umsiedlung konnte der Bestand stabilisiert werden. So wurden zwischen 1984 und 2000 insgesamt 146 Tiere ausgewildert, die in Zoos geboren wurden. 

Eine 2014 durchgeführte Zählung ergab einen Bestand von 3200 Goldgelben Löwenäffchen. Ein Drittel davon sind Nachkommen ausgewilderter Zootiere. Die Goldgelben Löwenäffchen erhielten eine zweite Chance. «Dies ist eines der erfolgreichsten Wiederansiedlungsprojekte», erklärte Zoodirektor Alex Rübel.

Die Tiere, die in den Zoos leben, sind nur eine Leihgabe. Sie gehören alle dem brasilianischen Staat. Doch auch vor den Zootieren macht der illegale Handel nicht Halt. So gab es in den vergangenen Jahren verschiedene Einbrüche, bei denen Goldgelbe Löwenäffchen gestohlen wurden.

«Kleine Tiere sind schwieriger zu halten»  
Das Exotarium, in dem die Äffchen zu finden sind, ist der Hotspot der Biodiversität im Zoo Zürich, wie Zingg erklärte. Neben den Wirbellosen leben hier Vertreter aller fünf grossen Wirbeltierklassen vom Flachlandtapir bis zum Erdbeerfröschchen.

Und so wie bei den Löwenäffchen muss man auch bei deren Nachbarn genau hinschauen und Geduld mitbringen. Diese wird allerdings belohnt. So verbergen sich farbenprächtige Vögel zwischen der dichten Vegetation der diversen Volieren oder in der Freiflughalle.

Besonders hübsch ist der Türkisvogel. Das Gefieder des Männchens schillert während der Brutzeit violett-bläulich und leuchtend türkis. Aber auch der Rotstirntangar beeindruckt. Sein Gefieder leuchtet in allen Farbtönen von gelb über rot und zimtfarben bis zu metallisch blaugrün, türkis und schwarz.

Besonders geduldig muss der Besucher jedoch sein, um die Kubafinken zu entdecken. Sie sind die kleinsten Vögel im Zoo und wiegen gerade einmal so viel wie zwei Würfelzucker. Doch gerade die kleinen Tiere sind es, die besonders schwierig zu halten sind, wie Rübel sagte. So brauchen etwa die Kubafinken zum Brüten ein eigenes Territorium und natürlich auch erst einmal den passenden Partner.

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