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Natur- und Tierpark Goldau

Von Biotechnologie und tierischen Doppelgängern

Zoo | Mittwoch, 9. Januar 2019, PD/lni

Die Rehe im Natur- und Tierpark Goldau (SZ) verwirren durch ihre tierischen Doppelgänger und beweisen mit ihrem hochtechnologischen Fell Erfindergeist beim Umgang mit der Winterkälte.

Achtung Verwechslungsgefahr! Der Natur- und Tierpark Goldau, landesweit bekannt für seine «Rehlis», weist darauf hin, dass es sich um die zwischen den Felsen lebenden Tiere nicht um Rehe handelt. Sie würden regelmässig mit den ähnlich aussehende Sikahirsche verwechselt. Laut dem Natur- und Tierpark Goldau ist dies asiatische Hirschart etwas kräftiger als das einheimische Reh.

Zudem unterscheidet sie sich im Muster des Sommerfells: Die Sikahirsche haben auch als erwachsene Tiere im Sommer weisse Flecken auf dem Rücken, während diese bei den Rehen nur in den ersten Lebensmonaten sichtbar sind. Im Winter werde die Unterscheidung aber schwieriger, da beide Tierarten ein gräuliches Winterfell tragen.

Die Sikahirsche im Walter Zoo werden oft mit Rehen verwechselt. (Foto Walter Zoo)

Der Natur- und Tierpark Goldau beherbergt aber auch «richtige Rehe», wie er in einer Medienmitteilung vom Dienstag festhält. Diese Rehe befinden sich nicht wie die Sikahirsche in der Freilaufzone, sondern wohnen etwas versteckt in einer Anlage am Rande des Panoramaplatzes.

Ein Tier im Energiesparmodus
Zum Thema Winterfell schreibt der Natur- und Tierpark Goldau zudem, dass die Tiere auch an den kältesten Tagen unter freiem Himmel bleiben – im Gegensatz zu den Menschen. Vor allem beim zierlichen Reh verwundere es doch ein wenig, dass die Tiere der Kälte problemlos trotzen.

Doch da unterschätze man den Erfindergeist der Natur, denn die Rehe überstehen die niedrigen Temperaturen dank ausgeklügelter Biotechnologie. Das Reh hat einerseits ein ganz besonderes Winterfell: Die einzelnen Haare des Fells sind hohl und enthalten Luft. Diese eingeschlossene Luft ermöglicht eine effiziente Wärmedämmung, ähnlich einer Daunenjacke oder einer Styroporplatte.

Laut Natur- und Tierpark Goldau verliert das Reh dank dieser Isolationsschicht kaum Körperwärme. Zusätzlich kann das Reh seine Körperkerntemperatur während den Ruhephasen um mehrere Grad absenken, in den Extremitäten sogar auf unter 20° C. Dadurch spart das Reh wertvolle Energie und lässt sich bei schönem Wetter von der Sonnenwärme wieder aufheizen.

Einsparungen bei Verdauungstrakt und Leber
Das ist aber noch nicht alles: Um weiter Energie zu sparen, besitzt das Reh die Fähigkeit seinen Verdauungstrakt und seine Leber während dem Winter um bis zu 20 Prozent zu verkleinern. In dieser Jahreszeit ist einerseits weniger Nahrung zu finden und es muss weniger verdaut werden.

Andererseits werde durch die Verkleinerung Energie gespart, da die kleineren Organe weniger Nährstoffe zum Unterhalt benötigen. Bei einem Auto würde das etwa bedeuten, dass sich der Motor beim Bergabfahren verkleinern würde und so Treibstoff gespart werden kann. Der Tierpark folgert: «Mit diesen hochentwickelten Anpassungsstrategien zeigt uns die Natur, wie sie den menschlichen Technologien meilenweit voraus ist.»

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