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Gossau SG

Eines der drei Tigerli im Walter Zoo ist tot

Zoo | Mittwoch, 27. Juni 2018, msi

Traurige Nachricht aus dem Walter Zoo: Einer der drei jungen Tiger musste heute morgen wegen einer angeborenen Fehlentwicklung eingeschläfert werden.

Am 24. April kamen sie zur Welt und waren seither die Stars im Walter Zoo in Gossau SG: die drei Babys von Tigermama Julinka («Tierwelt Online» berichtete). In letzer Zeit sei jedoch dem Zoopersonal und auch den Besucherinnen und Besuchern vermehrt aufgefallen, dass eines von ihnen sich nicht richtig entwickelte. Es habe Mühe gehabt, das Gleichgewicht zu halten, sei beim Gehen oft umgefallen, sei aus seiner Geburtshöhle gestürzt, habe nicht klettern können und dauernd mit dem Kopf gewackelt, wie der Walter Zoo in einer Medienmitteilung schreibt.    

Der kleine Tiger sei in der Höhle geblieben und habe dauernd nach seiner Mutter gerufen, während diese mit seinen Geschwisterchen in der Anlage unterwegs war, um ihnen das Tigersein beizubringen. «Ab einem gewissen Punkt hat die Mutter nicht mehr darauf reagiert und ihn manchmal einen halben Tag lang nicht gepflegt», sagt Zoodirektorin und Tierärztin Karin Federer gemäss der Mitteilung. «Sie hat offenbar keine Überlebenschancen gesehen und hätte ihn auch in der Natur sich selbst überlassen, was beim Angriff durch ein anderes Raubtier seinen Tod bedeutet hätte. Die schwachen Jungen zurücklassen, um die gesunden umso mehr zu fördern – das ist Teil der Natur, auch wenn es brutal scheint.»

Am Mittwochmorgen eingeschläfert
Deshalb sei die Entscheidung getroffen worden, das Tigerjunge am Mittwochmorgen einzuschläfern. Auch eine Handaufzucht und Einzelhaltung wäre nicht artgerecht gewesen, denn das Tigerli hätte man nicht einfach so von seiner Mutter trennen können. Auch wäre es aufgrund seines Zustands kaum möglich gewesen, es später wieder mit Artgenossen zusammenzuführen. «Der Entscheid fiel uns extrem schwer. Doch konnte in den letzten Tagen auch klar festgestellt werden, dass das Jungtier zu wenig Milch von der Mutter bekommt und an Gewicht verloren hat», sagt Federer.  

Was dem Tiger genau fehlte, wird nun untersucht. Tierärztin Federer und ihr Team vermuten ein angeborenes Problem im Kleinhirn. Dieses spielt eine wichtige Rolle in der Kontrolle der Motorik und der Koordination von Bewegungsabläufen.

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