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San Diego Zoo

Breitmaulnashorn künstlich befruchtet

Zoo | Sonntag, 20. Mai 2018 08:00, sda/dpa

Freude im Zoo von San Diego: die künstliche Befruchtung eines Südlichen Breitmaulnashorns war erfolgreich. Dieser Erfolg soll zur Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns beitragen. 

Wie Wissenschaftler in der kalifornischen Einrichtung am Donnerstag mitteilten, ist das Weibchen Victoria – ein Südliches Breitmaulnashorn – nach dem Eingriff Ende März trächtig. Die Leiterin der zuständigen Abteilung, Barbara Durrant, sprach von einem «historischen Ereignis» für das Institut. Dies sei auch ein wichtiger Schritt in dem weltweiten Bemühen, durch künstliche Reproduktion das extrem seltene Nördliche Breitmaulnashorn zu retten.    

Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn der Welt war im März in Kenia gestorben. Der 45 Jahre alte Sudan musste in einem Wildtierreservat eingeschläfert werden («Tierwelt Online» berichtete). Nach Sudans Tod gibt es weltweit nur noch zwei Tiere dieser Unterart des Breitmaulnashorns, Sudans Tochter und Enkelin. Mithilfe künstlicher Reproduktion versuchen Wissenschaftler den Fortbestand zu sichern.    

Die Nashornkuh Victoria im Zoo von San Diego wurde mit Sperma von einem Südlichen Breitmaulnashorn befruchtet. Die Schwangerschaft kann bis zu 18 Monate dauern. Mit dem Rhino-Baby wäre also erst im Sommer 2019 zu rechnen.

Arterhalt durch Leihmutterschaft  
Forscher hoffen, dass sie einmal mit moderner Stammzellentechnik das Nördliche Breitmaulnashorn vor dem Aussterben bewahren können. In Genbanken in San Diego und Berlin wird das Erbgut von einem Dutzend Nördlicher Breitmaulnashörner aufbewahrt.    

Als Nashorn-Leihmütter könnten dann Südliche Breitmaulnashörner eingesetzt werden. Dank intensivem Artenschutz gibt es von dieser Unterart im südlichen Afrika heute mehr als 20'000 Exemplare.    

Das weltweit erste Nashornbaby nach künstlicher Befruchtung war 2007 im Budapester Zoo zur Welt gekommen. Berliner Forscher hatten das Muttertier Lulu, ebenfalls ein südliches Breitmaulnashorn, 2005 künstlich besamt. Die Geburt nach rund 500 Tagen Tragezeit wurde damals von Experten als sensationeller Zuchterfolg bezeichnet.

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