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Reportage

Die «Tierwelt» im Zoo: Ein Blick hinter die Kulissen

Zoo | Donnerstag, 15. März 2018 08:00, Meret Signer und Leo Niessner

Zwischen Füttern, Planen und Gartenarbeit – Erinnerungen an einen aufregenden Reportage-Tag im Zoo Zürich.

Oliver Loga ist der Erste der Redaktion. Kurz vor vier Uhr hat ihn der Wecker aus dem Schlaf gerissen, damit es der stellvertretende Chefredaktor der «Tierwelt» rechtzeitig ins Werkgebäude des Zoos Zürich schafft. Er will bei Dienstbeginn der ersten Angestellten um 5 Uhr dabei sein. Natürlich, es sei schon etwas früh gewesen, erzählt Loga der Online-Redaktion etwas später. Aber es habe sich mehr als gelohnt, lange vor der Morgendämmerung aufzustehen.

Ein zufriedenes Lächeln huscht über sein Gesicht. Er habe Einblick in den Berufsalltag des Reinigungsteams erhalten, der weitaus spannender und vielfältiger sei, als man sich das vielleicht vorstelle. Beeindruckt hat Loga aber auch die Athmosphäre früh Morgens im Zoo. Es sei schon speziell, wenn man noch vor Sonnenaufgang durch die Hallen streifen dürfe, vorbei an Aquarien und Terrarien, in denen die Tiere teilweise noch schlafen. Vom ereignisreichen und beeindruckenden Zoo-Morgen, den er nie vergessen werde, erzählt Loga im Podcast:

 


 

Klirrend kalt ist es an diesem Februarmorgen. Handschuhe, Mütze und ein paar Schichten Kleider gehören zur Standardausrüstung. Sonst wird es unangenehm, der Tag ist noch lang. Doch abgesehen von den ungastlichen Temperaturen unter dem Nullpunkt zeigt sich der Winter von seiner schönen Seite. Zum Beispiel, als die Online-Redaktion mit dem ersten Tram in den Zoo fährt. Die Ruhe frühmorgens ist unbeschreiblich: kein Auto auf der Strasse, kein Mensch weit und breit. Rechts unten, hinter den Bäumen und Gärten, schläft die Stadt. Nur zögerlich setzt am Firmament die Morgendämmerung ein.

 


 

Auch im Zoo ist es um diese Zeit mucksmäuschenstill. Die Tiere scheinen zu schlafen. Nicht einmal das Zwitschern eines Vogels ist zu hören. Für die ersten Mitarbeiter ist um diese Zeit Dienstbeginn. Ihr Treffpunkt ab 5 Uhr: Das Betriebsgebäude im hinteren Teil des Zoos. Der Weg dahin führt über einen dunklen, unbeleuchteten und um diese Zeit noch rutschigen Weg. Hier läuft nur durch, wer im Zoo arbeitet oder einen Termin mit dem Team hat. Auch für die «Tierwelt»-Redaktion ist das Werksgebäude der Treffpunkt. An ihm wird die Redaktion von Zoo-Sprecherin Rita Schlegel in Empfang genommen. Es ist der Treffpunkt, an dem die «Tierwelt»-Redaktion heute in die Obhut von Tierpflegern und Zoo-Mitarbeitern gegeben werden. Der Kaffee, der zum Aufwärmen gereicht wird, mundet an diesem kalten Tag übrigens besonders gut.

 

 


 

 

Die Ruhe frühmorgens ist unbeschreiblich: kein Auto auf der Strasse, kein Mensch weit und breit. Rechts unten, hinter den Bäumen und Gärten, schläft die Stadt. Nur zögerlich setzt am Firmament die Morgendämmerung ein. Auch im Zoo ist es um diese Zeit mucksmäuschenstill. Die Tiere scheinen zu schlafen. Nicht einmal das Zwitschern eines Vogels ist zu hören. Für die ersten Mitarbeiter ist um diese Zeit Dienstbeginn. Ihr Treffpunkt ab 5 Uhr: Das Betriebsgebäude im hinteren Teil des Zoos. Der Weg dahin führt über einen dunklen, unbeleuchteten und um diese Zeit noch rutschigen Weg. Hier läuft nur durch, wer im Zoo arbeitet oder einen Termin mit dem Team hat.

Auch für die «Tierwelt»-Redaktion ist das Werksgebäude der Treffpunkt. An ihm wird die Redaktion von Zoo-Sprecherin Rita Schlegel in Empfang genommen. Es ist der Treffpunkt, an dem die «Tierwelt»-Redaktion heute in die Obhut von Tierpflegern und Zoo-Mitarbeitern gegeben werden. Der Kaffee, der zum Aufwärmen gereicht wird, mundet an diesem kalten Tag übrigens besonders gut.

 

 


 

 

Nicht nur für die «Tierwelt»-Redaktion ist es ein intensiver Tag. Auch Zoo-Sprecherin Rita Schlegel ist früh aufgestanden. Sie hat Oliver Loga, den stellvertretenden Chefredaktor, bereits um fünf Uhr in Empfang genommen. Danach geht es für sie Schlag auf Schlag: Beinahe im Halbstundentakt trudeln Journalisten und Fotografen ein oder kehren von ihren Reportagen ins Werkgebäude zurück. Schlegel nimmt sie in Empfang vermittelt sie an ihre nächsten Interviewpartner weiter: an Tierpfleger, Angestellte der Werkstatt oder Mitglieder der Direktion.

Zoo-Sprecherin Rita Schlegel geniesst einen seltenen ruhigen Augenblick. (Foto lni)

 

Respekt gebührt Schlegel dafür, wie sie diese Herkulesaufgabe meistert – und nebenbei dem Alltagsgeschäft nachgeht. Und das brummt. Denn an diesem klirrenden Kältetag ist das Interesse der Schweizer Medien gross. Die brennende Frage heute: Wie schützt der Zoo die Tiere vor dem Erfrieren? Mit beneidenswerter Leichtigkeit gibt Schlegel Auskunft oder vermittelt Interview mit anderen Fachpersonen – um gleichzeitig das nächste Detachement der «Tierwelt» zu begrüssen und an seinen Einsatzort zu begleiten. Ihr Kommentar: «Für mich das natürlich ein besonderer Tag».

 


 

Auch «Tierwelt»-Redaktor René Schulte nimmt viele unvergessliche Erinnerungen vom Zootag mit nach Hause:

 


 

Auf einen Termin freut sich die «Tierwelt»-Redaktion besonders: aufs gemeinsame Mittagessen in Zoo-Restaurant. Sehnlicher erwartet als die Menükarte sind jedoch die Berichte Kolleginnen und Kollegen. Gerade diejenigen, welche von der Morgenschicht kommen, haben viel zu erzählen. Besonders spannend dürften die Ausführungen für Chefredaktor Simon Köchlin gewesen sein. Bei ihm laufen an einem solchen Spezialtag die Fäden zusammen, und da dürfte es beruhigend sein, zu sehen, wie alles plangemäss läuft. Gleichzeitig steigt die Vorfreude bei denjenigen, die sich am Nachmittag und Abend auf Reportage im Zoo begeben.

 


 

Einen magischen Moment erlebt die «Online Redaktion», als sie Redaktor Lars Lepperhoff und Fotograf Adrian Baer zur Bärenfütterung begleiten darf, im Schlepptau von Tierpflegern. Im ersten Moment beschleicht einen natürlich ein mulmiges Gefühl, wenn man durch die zahlreichen Sicherheitsschleusen schreitet und die Gitter hinter einem wieder geschlossen werden. Plötzlich steht man inmitten eines Bärengeheges. Zum Glück ist es leer, denkt man und ist beruhigt, dass sich die Tiere in sicherer Entfernung im Gehege nebenan aufhalten. Ein tiefer Graben dient als Schutz. Und dennoch ist man ihnen nahe. Sie aus dieser ungewohnten Perspektive zu beobachten ist ein erhabenes Gefühl und lässt die Schreibenden eine Zeit lange alles rundherum vergessen. Fotograf Adrian Baer nutzt die Gunst der Stunde, um packende Fotos der Bären zu machen.

Fütterung: Auf Reportage im Bärengehege mit Redaktor Lars Lepperhoff (l.) und Fotograf Adrian Baer. (Foto lni)



Die Pinguin-Parade im Zoo Zürich ist eine Riesenattraktion. Viel Volk, vor allem Kinder, begleitet von Mami, Papi, Grosi oder sonstigen Familienmitgliedern wollen es sich nicht entgehen lassen, wenn die Königspinguine an kalten Tagen jeweils um 13.30 bis zu den Kamelen und wieder zurück watscheln. Und heute ist es sehr kalt. Ausserdem sind Schulferien und es sind so viele Leute da, dass die Journalisten und der Fotograf kaum einen guten Platz finden, um das Spektakel zu beobachten und zu fotografieren. Man will ja schliesslich nicht einem Kind die Sicht versperren – und zwischen den Kinderwagen-Barrikaden gibt es kaum ein Durchkommen. Bevor es losgeht, gibt es ein Briefing mit Sam Kneubühler vom Freiwilligen-Team, Rita Schlegel, der Mediensprecherin des Zoos sowie der Lehrtochter, die heute durch die Parade führt.

Die Aufgabe von Sam Knuebühler ist es, darauf zu achten, dass niemand den Pinguinen zu nahe kommt oder vor der Parade die Strasse blockiert. Diese setzt er sehr bestimmt durch, was auch die «Tierwelt»-Mitarbeiter zu spüren bekommen. Fotograf Adrian Baer kann sich trotzdem noch gut positionieren. «Irgendwie geht es immer», sagt er. Redaktorin Ann Schärer und die Online-Redaktorin finden derweil Zuflucht zwischen zwei Bambusstauden, wo sie sich vor dem Gedränge in Sicherheit wähnen und mit der wenigstens ein bisschen wärmenden Sonne im Rücken warten, bis der erste Trubel vorbei ist. Wie erwartet, sind bei der Rückkehr der Pinguine weit weniger Menschen dabei. Plötzlich finden sich auch die Journalisten auf Augenhöhe mit den lustigen Vögeln, die an der Parade übrigens alle freiwillig teilnehmen, wie Rita Schlegel erklärt. Wer keine Lust hat, bleibt in der Anlage. Meistens haben sie aber Lust, weil sie die Abwechslung mögen.

Übrigens: Auch Redaktor Matthias Gräub hat war von den Pinguinen hin und weg. Spontan filtme er die Parade, woraus dieses witzige Facebook-Filmchen entstanden ist.


 

Von der Kälte in tropische Gefilde
Weiter geht es in die Masoalahalle. «Von der Arktis in die Tropen, das hat man auch nicht jeden Tag», scherzt Sam auf dem Weg dahin. In der Halle ist es endlich angenehm warm – so warm, dass erst mal Brillen und Kameralinsen beschlagen. Sam führt indes durch die Halle, begrüsst andere Freiwillige und stellt sich Ann Schärers Fragen. Diese freut sich, endlich mal etwas mehr Zeit in der Masoalahalle zu verbringen, denn das hat sie bis jetzt noch nicht gemacht: «Beim Zoobesuch gehe ich meistens erst am Schluss hierhin. Dann bin ich oft schon etwas übersättigt. Es ist toll, dass ich mir mal Zeit nehmen kann.»

Plötzlich besuchte ein Taggecko die Futtervoliere. (Foto msi)



 

Auf Masoala-Fütterungstour
Unterdessen ist auch «Tierwelt»-Redaktor Lars Lepperhoff im Regenwald eingetroffen und ist bereit, mit Masoala-Chefpfleger Francesco Biondi auf eine Fütterungstour zu gehen. Erst sind wir backstage in der Chamäleon-Zucht, wo auch das Futter zubereitet wird. Revierleiter Biondi erklärt das Wichtigste: Dass die Tiere sich nämlich möglichst ihr Essen auch selber suchen sollen, damit sie viel Bewegung und Abwechslung haben. Deshalb wachsen in der Halle auch Nutzpflanzen, deren Früchte sie fressen können. Gefüttert wird aber trotzdem noch.

Mit Francesco Biondi in der Fütterungsvoliere. (Foto msi)

Bei den Chamäleons in der Masoala-Halle. (Foto msi)


Nachdem die Chamäleons mit Heimchen versorgt sind, geht es hinaus in die Halle, und zwar erst einmal zu den Aldabra-Riesenschildkröten. Bei diesen gibt es einen Bereich, der für die Besucher nicht sichtbar ist und in dem die Weibchen von den Männchen getrennt leben – weil sie zu oft Opfer von Kopulierungsversuchen von liebestollen Männchen wurden. Das beschädigt ihren Panzer, wie Biondi erklärt.

Bei den Riesenschildkröten. (Foto msi)

Die Schildkröten, die laut Biondi sehr schlau sind, fressen so, wie sie sich sich bewegen: langsam und gemächlich. So überlegt sich der 38-jährige Jungspund «Grosser Bueb» erst einmal gründlich, ob er überhaupt Lust hat auf die Rande, die Biondi ihm anbietet. Er hat – wie unser Video zeigt.

 


 

Die Rotstirnmakis, die ebenfalls bei den Riesenschildkröten hinter dem Teich leben, sind indessen schon ganz aus dem Häuschen. Aufgeregt turnen die Lemuren um das von den Schildkröten faszinierte Menschengrüppchen herum und versuchen, aus Biondis Futterkiste einige Happen zu stibitzen. Der zeigt sich schliesslich gnädig und legt ihnen Früchte und Gemüse in ihre Futterkörbe. In anderen Teilen der Halle werden auch die Roten Varis auf diese Weise gefüttert. Es gibt Futterkörbe und Futtervolieren, die die Lemuren aufsuchen können. Für die sich momentan im Winterschlaf befindenden Mausmakis gibt es spezielle kleine Futterstelle, in die sie ein- und ausgehen können.

Die Rotstirnmakis waren beim Besuch der «Tierwelt» ganz schön aus dem Häuschen. (Foto msi)

Francesco Biondi füllt nun die Körbe mit Leckerbissen für die Varis, wozu er sich auf die sonst für die Besucher gesperrten, «geheimen» kleinen Wege in der Halle begibt. Wir dürfen mit – und sind begeistert: Plötzlich sind wir im Dschungel. «Ich habe schon immer davon geträumt, auf diesen Wegen herumzustreifen», schwärmt Redaktor Lars Lepperhoff. Beim Wasserfall erklärt Biondi dessen Funktion. Durch das Rauschen des Wassers werden die Geräusche der Besucher grösstenteils ausgeblendet, damit die Tiere einen Rückzugsort haben. «Fantastisch», sagt Lars Lepperhoff. «Man spart sich eine Reise nach Madagaskar.»

Fast wie in Madagaskar: bei den Roten Varis. (Foto msi)

Ein kurzes Gerangel bei den Varis am Futterkorb: Das einzige Männchen der Gruppe muss zuerst warten, bis alle Weibchen satt sind. Dass fremde Menschen ihnen dabei zusehen, scheint sie nicht zu stören. Obwohl Biondi die Tiere nie berührt und immer auf Distanz bleibt, kommen sie trotzdem – es geht schliesslich ums Essen. Da muss man Prioritäten setzen.


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