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Wegen Wilderei

Auch Zoo in Tschechien kürzt Nashorn-Hörner

Zoo | Donnerstag, 16. März 2017, sda/dpa/msi

Aus Angst vor Wilderern schneidet ein tschechischer Zoo seinen Rhinozerossen die Hörner zurück. Anfangs Woche tat dies auch ein Zoo in Belgien.

«Ein Nashorn ohne Horn ist immer noch besser als ein totes Nashorn», sagte die Sprecherin des Tierparks in Dvur Kralove, Andrea Jirousova. Der Zoo, der insgesamt 21 Nashörner hält, reagiert damit auf die Tötung eines Tieres in Thoiry bei Paris. Unbekannte Täter hatten dort vor einer Woche den Breitmaulnashornbullen Vince in seinem Gehege erschossen, um das Horn abzusägen und zu stehlen («Tierwelt Online» berichtete). Auf dem asiatischen Schwarzmarkt werden hohe Preise für das vermeintliche Heilmittel gezahlt.  

Die Kürzung des Horns sei für die Tiere schmerzlos, hiess es. «Es ist für ihr Leben nicht notwendig, auch in der Natur gibt es zum Beispiel Fälle, dass es abbricht», sagte die Sprecherin. Der Eingriff erfolge zudem unter Narkose.

Aus Sicherheitsgründen werde nicht bekanntgegeben, wann dies geschieht. Neben den drei jüngsten Tieren bleibt die Massnahme demnach nur einem 46-jährigen Senior erspart: «Unser Männchen Natal wetzt sein Horn selbst.»  

Nördliches Breitmaulnashorn vor dem Aussterben
Im Zoo von Dvur Karlove lebten bis vor Kurzem auch die letzten Nördlichen Breitmaulnashörner überhaupt. Zwei Bullen und zwei Weibchen wurden 2009 in ein Schutzgebiet nach Kenia gebracht, wo sie permanent überwacht werden. Im Juli 2015 starb in Dvur Karlove die letzte verlbeibende Nördliche-Breitmaulnashornkuh, im November 2015 starb eine Kuh im Zoo von San Diege («Tierwelt Online» berichtete). Von den vier Exemplaren, die nach Kenia geschickt wurden, leben noch ein Bulle und zwei Kühe, sie sind die letzten drei ihrer Unterart.

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