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Zoo Basel

Heute öffnet die neue Elefantenanlage

Zoo | Mittwoch, 15. März 2017, sda

Die neue Elefantenanlage im Zoo Basel ist nach rund dreieinhalb Jahren Bauzeit fertig. Am Donnerstag öffnet sie fürs Publikum. Den afrikanischen Elefanten steht mit Tembea neu mehr als doppelt soviel Platz zur Verfügung.

Die neue Anlage soll den Elefanten zu mehr Bewegung und Beschäftigung verhelfen, wie Zoodirektor Olivier Pagan am Mittwoch vor den Medien sagte. «Tembea» heisst auf Kisuaheli «in Bewegung»; in der Natur sind Elefantenherden ständig am Wandern.  

Insgesamt steht den Elefanten neu eine Fläche von rund 5300 Quadratmetern zur Verfügung. In der alten Anlage aus den 1950er-Jahren waren es 1980 Quadratmeter.  

Die unterteilbare Aussenanlage wurde einer Savannenlandschaft nachempfunden. Sie ist mit Kunstfelsen, Bäumen und begehbaren Trenngräben angereichert. Teilweise besteht der Untergrund aus 80 Zentimeter dickem Weichmaterial, in dem die Elefanten graben können.

Computergesteuerte Futterverstecke  
Zudem gibt es Bäder, Duschen und andere Beschäftigungsmöglichkeiten. In der ganzen Anlage sind an Kränen etwa Futternetze angebracht, deren Herunterlassen teilweise über ein Computerprogramm zeitlich gesteuert werden kann. Auch Türen an Futterverstecken in den Felsen lassen sich so öffnen.  

Tierpfleger haben auf der neuen Anlage keinen direkten, sondern nur noch geschützten Kontakt mit den Elefanten. Gemäss Kurator Adrian Baumeyer wird dadurch die Sicherheit der Pfleger deutlich erhöht. Zudem könnten die Elefanten so unter sich ein Sozialleben gestalten, in dem nicht ein Pfleger Chef der Herde ist. Die Elefanten würden darauf trainiert, etwa zu Untersuchungszwecken freiwillig ans Gitter zu kommen.  

Das neue Elefantenhaus wurde entlang der Zoo-Mauer gebaut. Dort sind auch Ernteameisen, Wanderratten, Krallenfrösche sowie mehrere Fischarten zu sehen. Bewohnt wird die Elefantenanlage zudem von Fledermäusen und Vögeln. Besuchende können in einer auf Stelzen erhöhten Plattform nebst den Elefanten etwa Störche beobachten. Zoodirektor Olivier Pagan bezeichnete Elefanten als «Flagschiff-Tierarten» in Zoos. Über sie könne auch für Tiere geworben werden, die in einem ähnlichen Lebensraum anzutreffen sind.

Bulle stösst später zu den vier Damen  
Bewohnt wird Tembea derzeit von vier Elefantendamen. Sie blieben während der gesamten Bauzeit in Basel. Ein Bulle soll noch in diesem Jahr zur Gruppe stossen. Der frühere Basler Elefantenbulle war vor dem Umbau in einen Zoo nach Schweden gebracht worden. Noch ist unklar, ob er oder ein anderer Bulle nach Basel kommt. Derzeit laufen Verhandlungen innerhalb des Europäischen Zuchtprogramms.  

Einziehen wird der Elefantenmann im Basler Zoo in eine abgetrennte Bullenanlage. Dies entspricht gemäss Baumeyer der Natur, wo Elefantenherden ebenfalls reine Damenverbünde sind. Es sei wichtig, dass Zoologische Gärten in Anlagen investieren, auf denen gezüchtet werden kann, sagte der Direktor des Europäischen Zooverbands Thomas Kauffels vor Ort. Derzeit gebe es in den 48 am Zuchtprogramm angeschlossen Zoos 190 Afrikanische Elefanten. Im vergangenen Jahr habe es neben «nur» fünf Geburten auch fünf Todesfälle gegeben.

27 Millionen Franken Gesamtkosten  
Gekostet hat das Basler Neubauprojekt nach dem derzeitigen Stand rund 27 Millionen Franken. Das ist rund eine Million Franken weniger als ursprünglich geplant, was gemäss den Verantwortlichen auf ein «kostenbewusstes Arbeiten» zurückzuführen ist.  

Aus Anlass der Eröffnung der neuen Elefantenanlage unterstützt der Zoo Basel zudem neu ein Naturschutzprojekt in Kenia. Dessen Ziel ist es, Elefanten vor Wilderei zu schützen sowie Konflikte zwischen den Tieren und den Menschen zu entschärfen. Die jährliche Spende von 50'000 Franken soll über den Naturschutzfranken finanziert werden, welchen Besuchende mit dem Zoo-Eintrittsticket bezahlen können.  

Mit Tembea ist die letzte der drei Elefantenanlagen in Schweizer Zoos neu gestaltet worden. Der Elefantenpark Himmapan in Knies Kinderzoo in Rapperswil wurde 2015 eröffnet. Die Elefanten im Zürcher Zoo bekamen ein Jahr zuvor ihre neue Heimat Kaeng Krachan. In Rapperswil und Zürich werden im Gegensatz zu Basel indes Asiatische Elefanten gehalten.

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