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Heimkehrer

Störche zurück im Zoo Basel

Zoo | Mittwoch, 22. Februar 2017, PD/msi

Die Störche kehren aus ihren Winterquartieren in den Basler Zolli zurück und sind schon eifrig mit Nestbauen beschäftigt. Einige der Zugvögel sind auch im Namen der Forschung unterwegs.

Lenny ist zurück! Der mit einem Satellitensender ausgerüstete Weissstorch ist am Montag, den 20. Februar im Zoo Basel eingetroffen. Anfang Februar machte sich Lenny von Südspanien auf den Weg nach Basel. Die weite Reise hat er in drei Wochen hinter sich gebracht und wohlbehalten überstanden. Kaum im Zoo Basel angekommen, begann er mit seinen Konkurrenten um einen Horst in der Nähe des Entenweihers zu streiten. So wie es aussieht, hat er auch bereits eine Partnerin gefunden. Lenny hat in der Vergangenheit schon erfolgreich Junge aufgezogen.

Ein Storch nach dem anderen fliege zurzeit im Zoo Basel ein, teilt der Zolli mit. Zuerst kommen jene Störche, die den Winter in der Nähe verbracht haben, denn nicht alle ziehen in den Süden. Aber wie Lennys Beispiel zeige, seien sicher auch die ersten Störche aus den Überwinterungsgebieten im Süden zurück, und täglich werden es mehr. Einige Paare haben sich bereits gefunden und einen Horst besetzt. 

Fliegen für die Forschung
Lenny fliegt, wie bereits mehrere Zolli-Störche vor ihm, mit einem Satellitensender durch die Gegend. Dieser ist als winziger «Rucksack» auf dem Rücken befestigt. Die Reise der besenderten Störche von Basel in den Süden und zurück kann so mitverfolgt werden. Die Gesellschaft Storch Schweiz möchte mit Hilfe der Satelliten-Sender das veränderte Zugverhalten der Weissstörche analysieren. Viele ziehen nicht mehr zum Überwintern nach Westafrika, sondern beenden ihren Herbstflug bereits in Spanien. Dort finden sie den Winter über Nahrung in Reisfeldern, vor allem aber auf Mülldeponien.

Die Gefahr, dass sie sich dabei verletzen sei laut Zolli leider gross. Neue EU-Richtlinien würden aber dazu führen, dass organischer Müll auf den Deponien in Zukunft erheblich reduziert wird. Essensreste sollen vermehrt kompostiert oder verbrannt werden. Wie sich dies auf das Zugverhalten der Störche auswirken werde, sei unklar.

Wiederansiedlungsprojekt 1950
Wie die Gesellschaft Storch Schweiz auf ihrer Webseite schreibt, gab es in der Schweiz um 1900 noch 140 Storchenhorste. Die Storchenpopulation nahm danach zusehends ab, bis 1950 auf der letzte Horst verwaist blieb. Doch schon im selben Jahr startete ein Wiederansiedlungsprojekt, dem es zu verdanken ist, dass die Vögel heute in der Schweiz so zahlreich brüten. Die Wiederansiedlung gelang laut Zolli allerdings mit aus heutiger Sicht nicht mehr ganz vertretbaren Methoden: Man habe die «Projektstörche» daran gehindert, in den Süden zu fliegen und sie zur Nachzucht einzusetzen. Heute ist dies zum Glück nicht mehr nötig und es geht nun darum, den Lebensraum des Storches zu erhalten.

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